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Keine Maske: Bürger zeigt CDU-Politiker Kretschmer an

Berlin.  In Deutschland gibt es mehr als 176.000 Corona-Infektionen. Forscher haben die Ansteckungsketten untersucht. Der Tag im Überblick.

Italien will Grenzen ab 3. Juni wieder für Touristen aus der EU öffnen

Italien will seine Grenzen ab dem 3. Juni wieder für Touristen aus der EU öffnen. Damit will die Regierung den wegen der Coronavirus-Pandemie zum Stillstand gekommenen Tourismus wieder ankurbeln.

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Die wichtigsten Nachrichten des Tages:

  • Eine Studie bestätigt, dass Corona-Infizierte bereits vor den ersten Symptomen ansteckend sein können
  • Forscher haben die Wirksamkeit von Mundschutzmasken nachgewiesen
  • Ein Bürger hat Sachsens Ministerpräsidenten angezeigt – weil dieser keinen Mundschutz trug
  • Die deutschen Sicherheitsbehörden warnen davor, dass Rechtsextremisten die Corona-Demos für sich nutzen könnten
  • Laut Robert Koch-Institut sind Temperaturkontrollen an Flughäfen ineffektiv
  • Italien plant, ab dem 3. Juni wieder Touristen ins Land zu lassen
  • Frankreich hofft, Ende Juni touristische Ziele öffnen zu können
  • In Deutschland sind nach unseren Recherchen bislang mehr als 176.000 Coronavirus-Infektionen gemeldet worden – über 7900 Patienten starben an einer Covid-19-Erkrankung, mehr als 154.000 Menschen sind wieder gesund
  • Weltweit gibt es über 4,6 Millionen Corona-Infektionen und mehr als 312.000 Tote

Wissenschaftler haben die Ansteckungsketten in Deutschland untersucht. Demnach könnten Corona-Infizierte bereits vor Ausbruch der ersten Symptome ansteckend sein. Dass die Infektiosität schon vor Symptombeginn oder kurz danach erheblich sei, stelle Gesundheitsmaßnahmen vor eine riesige Herausforderung, folgerten die Forscher.

Das Robert Koch-Institut hat sich gegen Temperaturkontrollen an Flughäfen ausgesprochen – sie seien ineffektiv. Viele Corona-Infizierte hätten gar kein Fieber. Wichtiger seien stattdessen das Einhalten der Abstands- und Hygiene-Regeln.

Aktuelle Zahlen: Aktuelle RKI-Fallzahlen und Corona-Reproduktionsfaktor

Coronavirus-News-Ticker: Alle aktuellen Infos zur Pandemie

In Deutschland sind inzwischen bei mehr als 176.000 Personen Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden, mehr als 7900 Menschen starben nach einer Covid-19-Erkrankung.

Sonntag, 17. Mai: Hamster-Studie belegt Maskenpflicht – Reproduktionszahl steigt

23.55 Uhr: Wir schließen dieses Blog. Hier geht es mit unserem neuen Coronavirus-Ticker und Plänen der Bundesregierung für den Sommerurlaub in der EU weiter.

23.14 Uhr: Auch die „Wetten dass..?“-Spezialausgabe, die mit Moderator Thomas Gottschalk für den Herbst geplant war, wird aufgrund der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr nicht stattfinden. Das erklärte das ZDF am Sonntagabend – mehr zur dazu erfahren Sie hier.

20.39 Uhr: Nach seinem Besuch einer Anti-Corona-Maßnahmen-Demonstration am Samstag muss sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) mit einer Anzeige auseinandersetzen. Ein Bürger hat gegen Kretschmer Anzeige erstattet, weil dieser auf der Demo in Dresden keinen Mundschutz getragen und auch keinen Mindestabstand eingehalten hatte.

Das bestätigte die Polizei Dresden dem „Spiegel“. Die Anzeige werde nun dem Staatsschutz übergeben. Kretschmer verteidigte seinen Auftritt ohne Maske am Sonntag gegenüber der „Bild“-Zeitung: „Wenn man mit Menschen sprechen will, die die Maske grundsätzlich ablehnen, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Man trägt selbst keine – oder es gibt kein Gespräch.“

Bei der Veranstaltung in Dresden hatte Kretschmer die Entscheidungen der Politik verteidigt, und zugleich um Respekt für abweichende Meinungen geworben. Dabei war er zum Teil dicht umlagert, bedrängt und auch beschimpft worden.

20.27 Uhr: SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hat die Bürger dazu aufgerufen, sich bei Demonstrationen gegen Corona-Beschränkungen von Verschwörungstheoretikern und Extremisten zu distanzieren. „Einigen dürfte aufgefallen sein, mit wem sie da zusammen demonstriert haben“, sagte Mützenich unserer Redaktion.

Der SPD-Politiker weiter: „Es sollte Lernprozesse geben, mit wem man sich gemein macht und mit wem nicht.“ Grundsätzlich zeige Mützenich Verständnis für die Demonstrationen. „Wir waren im Sinne der Gesundheit gezwungen, zeitlich befristet Grundrechte einzuschränken, die jetzt berechtigterweise zurückgefordert werden“, sagte er. Die Demonstranten hätten allerdings „ganz unterschiedliche Motive“.

19.43 Uhr: In der russischen Kaukasus-Region ist ein Baby mit dem neuartigen Coronavirus zur Welt gekommen. Die schwangere Mutter sei infiziert gewesen, das Baby sei dann mit dem Virus geboren worden, zitierte die russische Nachrichtenagentur Tass am Sonntag Gesundheitsvertreter in Beslan in Nordossetien. Mutter und Kind seien inzwischen zu Hause, ihr Zustand sei „zufriedenstellend“.

Die Geburt in Beslan folgt auf eine in Peru Mitte April, bei der ebenfalls ein Neugeborenes positiv auf das Virus getestet wurde. Die Gesundheitsbehörden in Peru hatten damals erklärt, es sei weltweit der zweite Fall eines positiv getesteten Neugeborenen. Der Chef der Geburtsabteilung in Beslan, Hassan Tagajew, sagte im örtlichen Fernsehen, 17 von 35 Frauen, die kurz vor der Entbindung standen, seien positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Russland steht in der Corona-Pandemie mit mehr als 280.000 Infektionen inzwischen auf Platz zwei hinter den USA. Nach offiziellen Angaben starben rund 2600 Menschen an Covid-19. Viele Kritiker bezweifeln diese Zahl aber.

19.27 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am Sonntagabend einen Anstieg der Reproduktionszahl gemeldet. Mit Datenstand von Sonntag, 0 Uhr, schätzen die Berliner Forscher die Reproduktionszahl in Deutschland auf 0,94 – das bedeutet, dass 100 Corona-Infizierte 94 weitere Menschen anstecken. Den 7-Tage-R-Wert, der die statistischen Schwankungen der Reproduktionszahl besser vermeiden soll, wird vom RKI mit 0,87 angegeben. Mehr lesen: Die Bedeutung der Reproduktionszahl – und ihre Mängel.

18.05 Uhr: In einem Flüchtlingsheim in Nordrhein-Westfalen sind einem Zeitungsbericht zufolge mehr als hundert Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach einem ersten positiven Test am Donnerstag sei die Zentrale Unterbringungseinrichtung in Sankt Augustin-Niederpleis unter Quarantäne gestellt worden, berichtete der „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Tests für alle fast 500 Bewohner seien angeordnet worden.„Wir haben mehrfach die Forderung gestellt, diese Heime durchzutesten“, sagte der grüne Landtagsabgeordnete Horst Becker aus Lohmar dem Blatt. „Es zeigt sich jetzt, dass das viel zu spät passiert ist.“

Grünen fordern Geschlechtergerechtigkeits-Check bei Corona-Maßnahmen

17.03 Uhr: Die Grünen haben die Bundesregierung aufgerufen, bei Hilfszahlungen für Unternehmen in der Corona-Krise die Gleichstellung von Mann und Frau zu berücksichtigen. „Wir brauchen einen Geschlechtergerechtigkeits-Check bei allen Hilfsmaßnahmen und Investitionen“, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

„Bei jeder Maßnahme muss die Frage beantwortet werden, was sie für die Frauen bedeutet.“ Im Gegenzug für Hilfszahlungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau müsse von den Unternehmen verlangt werden, dass sie mehr Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit zeigten. „Man kann bei Fortschritten einen Teil der Rückzahlungen erlassen“, sagte Göring-Eckardt.

Sie warf der Bundesregierung vor, bezogen auf Frauen und Familien in der Corona-Krise viele Fehler gemacht zu haben. „Für alle möglichen Lobby-Gruppen scheint die Tür offen zu stehen: für die Bundesliga, die Fitnessstudios, die Einkaufszentren“, sagte sie. „Für die Autobranche gibt es Gipfel mit der Kanzlerin. Für Kitas und Schulen nicht.“

Die Grünen fordern eine grundlegende Reform der Fleischproduktion in Deutschland. In einem Sieben-Punkte-Plan, der unserer Redaktion vorliegt, verlangte Parteichef Habeck unter anderem einen Mindestpreis für Tierprodukte, ein Verbot von Werkverträgen über Subunternehmen, bessere Haltungsbedingungen für Tiere, eine „korrekte Entlohnung“ der Mitarbeiter und eine Ausweitung der staatlichen Kontrollen in den Betrieben.

15.38 Uhr: Erstmals seit zwei Monaten sind in Spanien am Sonntag weniger als 100 neue Corona-Todesfälle innerhalb eines Tages gemeldet worden. Binnen 24 Stunden starben nach Angaben der Gesundheitsbehörden 87 Menschen. „Wir liegen zum ersten Mal seit langer Zeit unter 100. Das ist eine gute Nachricht“, sagte der Direktor des spanischen Koordinationszentrums für medizinische Notfälle.

Auf dem Höhepunkt der Epidemie Anfang April waren 950 Todesfälle binnen eines Tages registriert worden. Spanien zählt zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder weltweit. Bis Sonntag starben dort nach Angaben des Gesundheitsministeriums 27.650 Menschen. Mehr als 231.000 durch Tests bestätigte Infektionsfälle wurden gemeldet.

Ab Montag werden die Corona-Beschränkungen für rund 70 Prozent der Spanier deutlich gelockert. In Städten wie Toledo, Valencia, Granada und Malaga sind wieder Familientreffen und Verabredungen mit Freunden erlaubt. Auch die Außenbereiche von Cafés und Bars dürfen wieder öffnen. In Madrid, Barcelona und weiten Teilen der Region Kastilien und León werden die Ausgangsbeschränkungen hingegen aufrechterhalten.

Hamster-Studie belegt Wirksamkeit von Maskenpflicht

15.05 Uhr: Hongkonger Forscher haben an Hamstern nachgewiesen, dass sich durch OP-Masken die kontaktlose Übertragung des Coronavirus deutlich verringern lässt. Die Übertragungsrate wurde durch den Einsatz der Masken um mehr als 60 Prozent reduziert, wie aus einer am Sonntag vorgestellten Studie der Universität Hongkong hervorgeht. Ohne chirurgische Maske infizierten sich zwei Drittel der Hamster binnen einer Woche.

Bei den Tieren, die sich trotz Maske infizierten, war der Virenbefall zudem weniger stark als bei Infektionen ohne Maske. Für die Studie wurden mit dem Coronavirus infizierte Hamster neben einen Käfig mit gesunden Tieren gesetzt. Zwischen die beiden Käfige wurden OP-Masken platziert.

Studienleiter Yuen Kwok-yung hatte den Hongkongern schon früh geraten, Masken zu tragen. Damals hatten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Gesundheitsbehörden vieler Länder noch vom großflächigen Gebrauch von Masken in der Öffentlichkeit abgeraten, damit Schutzausrüstung für das Gesundheitspersonal nicht knapp wird.

Vier Monate nach dem Auftreten der ersten Coronavirus-Infektion hat Hongkong die Epidemie weitgehend eingedämmt. Insgesamt infizierten sich nur rund 1000 Bewohner der 7,5-Millionen-Einwohner-Stadt mit dem Virus, vier Patienten starben.

14.03 Uhr: Frankreichs Staatssekretär für Tourismus hat sich dafür ausgesprochen, bis Ende Juni so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich wieder zu öffnen. Er wünsche sich, dass zum 21. Juni, dem Tag des Sommerbeginns, ein Maximum der Orte wieder Besucher empfangen könne, sagte Jean-Baptiste Lemoyne der Sonntagszeitung „Le Journal du Dimanche“. Je nach Entwicklung der Coronavirus-Pandemie sei das vielleicht auch schon früher möglich.

In Frankreich öffneten am Wochenende erste Strände und touristische Ziele wie die Marienwallfahrtsstätte in Lourdes oder die berühmte Insel Mont Saint-Michel. Innenminister Christophe Castaner kritisierte, dass Italien die Einreise für Ausländer ab dem 3. Juni wieder erlauben will. Es sei wichtig, dass diese Entscheidungen auf europäischer Ebene koordiniert würden, sagte Castaner.

13.55 Uhr: Der oberste Gesundheitsberater der Regierung in Peking fürchtet eine zweite Coronavirus-Welle in China. Wegen fehlender Immunität sei die Mehrheit der Chinesen derzeit weiterhin anfällig für das Virus, sagte Zhong Nanshan dem Sender CNN. „Wir stehen vor einer großen Herausforderung.“ Die Lage sei in China nicht anders als in anderen Ländern.

Nach monatelangen Ausgangssperren und Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie konnte China das Virus weitgehend unter Kontrolle bringen. Es gibt aber Furcht vor einer möglichen zweiten Welle, da zuletzt neue Infektionscluster in nordöstlichen Provinzen und der zentralchinesischen Stadt Wuhan aufgetreten waren. In Wuhan hatte die Pandemie ihren Ursprung genommen.

Zhong hatte 2003 dazu beigetragen, das Ausmaß des Sars-Ausbruchs öffentlich zu machen. Mit Blick auf die aktuelle Corona-Pandemie sagte er, die Behörden in Wuhan hätten in der frühen Phase der Pandemie weniger Fälle öffentlich gemacht, als es tatsächlich gab.

Kein Mundschutz dabei? In Katar drohen dafür bis zu drei Jahre Haft

13.04 Uhr: Katar hat strenge Strafen für Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen verhängt. Wer ohne Maske in der Öffentlichkeit unterwegs ist, muss seit Sonntag mit bis zu drei Jahren Haft und bis zu 55.000 Dollar (50.800 Euro) Geldstrafe rechnen. Der Wüstenstaat kämpft mit einer der weltweit höchsten Infektionsraten. Mehr als 30.000 Menschen in dem kleinen Golfstaat haben sich mit dem neuen Coronavirus infiziert – dies entspricht 1,1 Prozent der 2,75 Millionen Einwohner.

11.52 Uhr: Die Kulturminister von Bund und Ländern haben sich für „eine planvolle Öffnung weiterer kultureller Einrichtungen und Aktivitäten“ ausgesprochen. „Eine dauerhafte Schädigung der reichhaltigen Kulturlandschaft hierzulande muss verhindert werden“, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Papier.

Demnach soll es Vor-Ort-Konzepte geben, „die individuell an die jeweilige Spielstätte, Einrichtung oder Veranstaltung angepasst sind“. Zur Begrenzung von Besucherzahlen sollen etwa in Theatern Sitzplätze und ganze Sitzreihen ausgelassen werden. Ticketing-Systeme könnten dabei Mindestabstand sicherstellen.

Zum Vermeiden von Warteschlangen wollen die Kulturminister Online-Tickets und Zeitfenster. Besucherströme sollen geregelt werden etwa über Verzicht auf Abriss von Eintrittskarten, Scans von Tickets oder zeitversetzten Einlass.

Zur Verringerung der Aerosol-Belastung in Sälen und Innenräumen werden ergänzende Konzepte empfohlen. Zudem sollen Kontaktdaten von Besuchern zur Nachverfolgung bei Erkrankungen gespeichert werden.

Zum Schutz künstlerischer Akteure sind nach dem Papier unterschiedliche Regelungen für Darsteller auf der Bühne, Orchestermusiker, Chorsänger, Tänzer oder Schauspieler notwendig. In Probenräumen oder Garderoben soll die zulässige Personenzahl beschränkt werden.

Das Papier für Merkel und die Länderchefs empfiehlt eine „möglichst zügige Wiederaufnahme des Probenbetriebs für möglichst alle Sparten“. Es sollten zunächst kleinformatige Darbietungen „sowohl in geschlossenen Räumlichkeiten als auch im Freien“ zugelassen werden. Daneben werden Freiluftaufführungen oder Formate in kleinerer Besetzung sowie Mehrfachaufführungen kürzerer Programme empfohlen.

Kinos sind nach Erkenntnis der Kulturminister „wesentlich vom überregionalen, oft bundesweit einheitlichen Programmangebot und Filmstarts der Filmverleiher abhängig“. Soweit nicht bereits in den Ländern festgelegt, sollten „möglichst nahe beieinanderliegende Wiedereröffnungstermine angestrebt werden“. Open Air und Autokinos sollten „baldmöglichst (wieder-)eröffnet werden“, sofern dies noch nicht erfolgt sei.

11.35 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) plädieren dafür, in der nächsten Saison der Fußball-Bundesliga wieder Zuschauer in die Stadien zu lassen.

„Nach der Sommerpause müssen wir klären, ob Stadion auch mit weniger Abstand geht, weil die Infektionsrate so niedrig ist und es eine Kontaktnachverfolgungs-App gibt, falls doch ein Infizierter dort war“, erklärte Weil der „Bild am Sonntag“.

Kretschmer setzt sich zum Ziel, „dass Besuche von Fußballspielen, Konzerten, Theater- oder Opernaufführungen in Sachsen nach dem 1. September wieder möglich werden. Mundschutz und 1,5-Meter-Sicherheitsabstand reichen nach menschlichem Ermessen aus, um sich nicht anzustecken“, sagte er der Zeitung. „Dann sind zwar die Stadien nicht ausverkauft, aber es gibt wieder Spiele vor Publikum.“

Der CDU-Politiker unterstrich aber, die Maßnahmen müssten „verhältnismäßig“ sein. Beschränkungen brauche es bei Ausbrüchen hoffentlich nur in einzelnen Kommunen oder Kreisen, aber nicht landes- oder gar bundesweit.

Männer ohne Mundschutz fliegen aus Bus – und verprügeln Busfahrer

10.20 Uhr: Die Corona-Pandemie hat das Vermögen der tausend reichsten Menschen in Großbritannien erstmals seit rund einem Jahrzehnt schrumpfen lassen. Wie die „Sunday Times“ berichtete, verloren die Superreichen in den vergangenen zwei Monaten insgesamt 54 Milliarden Pfund (60 Milliarden Euro). Die Zahl der Milliardäre sank demnach um vier auf 147.

Das sind die Platzierungen:

  1. James Dyson mit einem Vermögen von 16,2 Milliarden Pfund
  2. die Brüder Sri und Gopi Hinduja mit einem Vermögen von 16 Milliarden Pfund
  3. David und Simon Reuben mit 16 Milliarden Pfund

10.09 Uhr: Der ESC 2020 in Rotterdam war wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden, in Deutschland veranstalteten ARD und ProSieben daher am Samstagabend Alternativ-ESC-Shows. Stefan Raab konnte mit seinem „Free ESC“ allerdings nicht überzeugen.

10.01 Uhr: Zwei junge Männer haben in Herrenberg in Baden-Württemberg auf einen Busfahrer eingeschlagen, nachdem sie des Busses verwiesen wurden. Der Fahrer hatte die jungen Männer am Samstagnachmittag zunächst ermahnt, weil sie keinen Mundschutz trugen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Nachdem er sie des Busses verwiesen hatte, rasteten die Männer aus und schlugen auf den Fahrer ein.

Einen ähnlichen Vorfall gab es in Halle. Ein Sicherheitsmann in einem Supermarkt wurde dort geschlagen und getreten, nachdem er zwei Männer auf ihren fehlenden Mundschutz hingewiesen hat. Daraufhin habe er plötzlich einen Faustschlag verpasst bekommen.

7.01 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat sich gegen Temperaturkontrollen an Flughäfen ausgesprochen. „Insgesamt werden Entry- und Exit-Screening-Maßnahmen an Flughäfen mit Temperaturmessungen bei der Covid-19-Bewältigung in Deutschland für ineffektiv und der mögliche Mehrwert für vernachlässigbar eingeschätzt“, schreiben RKI-Experten in einem Bericht.

Die Fachleute führen als Argumente gegen Temperaturmessungen an, dass viele Corona-Infizierte nicht erkannt werden würden: So sei bei weniger als der Hälfte der Betroffenen, über die das RKI Daten hat, überhaupt Fieber aufgetreten. Reisende könnten ihre Temperatur zudem durch die Einnahme fiebersenkender Mittel verschleiern. Manche Infizierte hätten noch keine oder generell keine Symptome, könnten aber dennoch ansteckend sein.

Als für Flughäfen angemessen und sinnvoll erachten die Experten Verhaltenshinweise für den Corona-Verdachtsfall in mehreren Sprachen sowie eine elektronische Erfassung der Kontaktdaten der Reisenden, damit diese im Fall des Falles schnell von Gesundheitsämtern kontaktiert werden können.

Neben dem Einhalten von Abstand und Hygiene-Regeln spricht sich das RKI dafür aus, Laboruntersuchungen und medizinische Versorgung für alle Patienten zugänglich zu machen.

São Paulo hat mehr Corona-Tote als China

5.15 Uhr: Der brasilianische Bundesstaat São Paulo hat mehr Corona-Tote als China. Dies geht aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília hervor. Demnach sind in dem mit mehr als 40 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Bundesstaat Brasiliens bislang 4688 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, in China mit mehr als einer Milliarde Einwohner nach offiziellen Angaben 4637 Menschen.

Insgesamt sind in Brasilien nach offiziellen Angaben bislang 15.633 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. 233.142 Infizierte wurden inzwischen registriert. Damit liegt das Land bei der Zahl der Todesopfer weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten ist es auf Platz vier der am schwersten betroffenen Länder vor Italien und Spanien gerückt.

5.14 Uhr: Rechtsextremisten versuchen nach Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden, die Proteste gegen Corona-Auflagen für sich zu nutzen. „Wir sehen einen Trend, dass Extremisten, insbesondere Rechtsextremisten, das Demonstrationsgeschehen instrumentalisieren“, sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, der „Welt am Sonntag“.

Und weiter: „Es besteht die Gefahr, dass Rechtsextremisten sich mit ihren Feindbildern und staatszersetzenden Zielen an die Spitze der Corona-Demonstrationen stellen, die aktuell mehrheitlich von verfassungstreuen Bürgern durchgeführt werden.“

Eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes betonte in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ ebenfalls, das rechte Lager fühle sich zunehmend von den Demonstrationen angesprochen.

Nach Recherchen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ fordern rechtsextreme Parteien wie Der Dritte Weg, Die Rechte oder die NPD ihre Anhänger auf, sich den Protesten anzuschließen.

Neue Proteste gegen Corona-Maßnahmen - und gegen Verschwörungstheorien
Neue Proteste gegen Corona-Maßnahmen - und gegen Verschwörungstheorien

5.01 Uhr: Nach den Corona-Ausbrüchen in Schlachtbetrieben fordert Grünen-Chef Robert Habeck einen Mindestpreis für Tierprodukte. Lesen Sie hier mehr dazu.

Auch die SPD-Fraktion im Bundestag möchte strengere Regeln – auch in anderen Branchen. „Die Fleischindustrie steht jetzt im Mittelpunkt. Es geht aber um ein Geschäftsmodell, dass es auch in anderen Bereichen gibt“, sagte Fraktionsvize Katja Mast der Deutschen Presse-Agentur. „Wir werden auch die Lebensbedingungen der Saisonarbeitskräfte nochmals genau anschauen müssen, genauso wie die Pflegebranche.“

Zuvor hatte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) härtere Auflagen für die Fleischindustrie gefordert. Dem schloss sich Mast an. In der Branche werde Verantwortung durch undurchsichtige Vertragskonstrukte auf Subunternehmer geschoben.

2.22 Uhr: Vier Monate nach den ersten Corona-Fällen in Deutschland haben Wissenschaftler die Ansteckungsketten dieser Patientengruppe detailliert ausgewertet. Die in der Fachzeitschrift „The Lancet Infectious Diseases“ veröffentlichte Studie bestätigt, dass Infizierte bereits vor den ersten Symptomen ansteckend sein können.

In mindestens einem der insgesamt 16 untersuchten Fälle habe ein Infizierter das Coronavirus weitergegeben, bevor er Symptome hatte, berichten die Forscher. Möglicherweise traf dies sogar für fünf weitere Fälle zu.

In mindestens vier Fällen steckten sich andere Menschen an jenem Tag an, an dem die Symptome bei dem Betroffenen gerade begannen. Fünf weitere Fälle könnten in diesen Zeitraum fallen, schreiben die Autoren.

Dass die Infektiosität schon vor Symptombeginn oder kurz danach erheblich sei, stelle Gesundheitsmaßnahmen vor eine riesige Herausforderung, folgert das Team.

Zudem sei die Inkubationszeit, die durchschnittlich 4,0 Tage betrug, bei vielen Menschen nur sehr kurz gewesen. „Eine globale Eindämmung von Covid-19 könnte schwer zu erreichen sein“, betonen die Forscher.

Samstag, 16. Mai: Kanzleramtschef stellt klar: Keine Corona-Impfpflicht

20.17 Uhr: Die vom Robert-Koch-Institut errechnete Reproduktionszahl ist wieder leicht gestiegen – auf jetzt 0,88. Das bedeutet, dass die RKI-Experten schätzen, dass zurzeit 100 Coronavirus-Infizierte insgesamt 88 weitere Personen anstecken. Am Freitag war die Reproduktionszahl auf 0,80 geschätzt worden.

19.15 Uhr: Ob Menschen sich beim Berühren von Klinken, Haltegriffen oder Computertastaturen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 anstecken können, ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch nicht bekannt. Gleichwohl seien Desinfektionen empfehlenswert, heißt es in einer am Samstag in Genf veröffentlichten Hygiene-Empfehlung der WHO.

Darin erwähnt sie eine Studie, wonach das Virus auf der Außenseite einer medizinischen Gesichtsmaske bis zu sieben Tagen überleben kann. Sämtliche Studien über die Lebensfähigkeit des Virus auf Oberflächen seien aber mit Vorsicht zu genießen. Sie seien in Laboren durchgeführt und ließen keine Rückschlüsse auf die echte Lebenswelt zu, so die WHO.

Obwohl bislang keine Studie Ansteckungen mit Sars-CoV-2 über die Berührung von Oberflächen nachgewiesen habe, sei dies nach Erfahrungen mit anderen Coronaviren nicht auszuschließen. Deshalb sei Desinfizieren wichtig – in Kliniken, aber auch außerhalb, etwa bei Waschbecken, Toiletten, elektronischen Geräten, Handläufen von Treppen, Böden und Wänden.

Corona-Krise: Tausende demonstrieren gegen Maßnahmen

18.31 Uhr: In mehreren Bundesländern haben Tausende Menschen gegen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Andere protestierten gegen die Maßnahmen-Gegner und die Verbreitung von Verschwörungstheorien. Lesen Sie hier: Demos gegen Corona-Regeln – Diese Gruppen stehen dahinter

  • Bei einer Demonstration in München wurde die genehmigte Teilnehmerzahl von 1000 kurz vor Veranstaltungsbeginn erreicht. Die Polizei ließ keine Menschen mehr auf das abgesperrte Gelände auf der Theresienwiese. Viele Menschen wurden nicht mehr durch die Absperrungen gelassen. Durchsagen der Polizei, den Bereich um das Demogelände zu verlassen, quittierten Demonstranten mit Buhrufen. Eine Rednerin in München kündigte an, „nächste Woche hier mit 10.000 Menschen stehen“ zu wollen
  • In Stuttgart wurde den weiter zum Kundgebungsort strömenden Demonstranten eine zweite Versammlungsfläche zugewiesen. Die Kundgebung in der baden-württembergischen Landeshauptstadt war ursprünglich für eine halbe Million Teilnehmer angemeldet gewesen. Die Stadt begrenzte die Teilnehmerzahl jedoch auf 5000. Verstöße gegen die Maskenpflicht wurden mit 300 Euro Bußgeld geahndet
  • In Berlin sicherten 1000 Polizisten mehrere Demonstrationen. Vor dem Reichstagsgebäude hielt wieder der kontroverse Koch Attila Hildmann eine Kundgebung ab, der vergangene Woche abgeführt worden war. Nach Angaben der Polizei verliefen die Protste ohne größrere Zwischenfälle, allerdings habe es 200 vorläufige Festnahmen und Identitätsfeststellungen gegeben
  • In Hamburg lieferten sich dei Demonstranten Wortgefechte und Prägelleien, mindestens eine Person wurde nach Angaben der Polizei leicht verletzt
  • In Sachsens Landeshauptstadt Dresden verteidigte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die Entscheidungen der Politik vor Demonstranten – und warb gleichzeitig um Toleranz für abweichende Meinungen
  • Im Zusammenhang mit einer Kundgebung in Halle in Sachsen-Anhalt ist ein Kamerateam des ZDF nach Angaben der Polizei bedrängt worden. Das Team habe in der Nähe eines Wagens der Demonstranten Aufnahmen machen wollen, dann sei es zu verbalen Attacken gegen die Journalisten gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei sei dazwischen gegangen, um eine weitere Eskalation zu verhindern Lesen Sie hier: Angriff auf ZDF-Team – Täter wohl aus dem linken Spektrum

Corona-Pandemie: Thailand verlängert Stopp für internationale Flüge ins Land

17.35 Uhr: Thailand hat den Stopp für internationale Passagierflüge in das südostasiatische Land um einen Monat bis zum 30. Juni verlängert. Das teilte die Luftfahrtbehörde am Samstag mit. Ausnahmen gelten unter anderem für Fracht-, Hilfs- und Militärflüge sowie für Notlandungen. Für Passagiere an Bord solcher Flüge sei eine 14-tägige Quarantäne vorgesehen.

Am Sonntag sollen in Thailand einige Einschränkungen dagegen wieder gelockert werden: So soll die nächtliche Ausgangssperre verkürzt und Einkaufszentren wieder geöffnet werden. Ende Mai waren in dem Land der Ausnahmezustand ausgerufen und strenge Maßnahmen verhängt worden. Seither sinkt die Zahl der Neuinfektionen: Im Mai wurden täglich weniger als zehn Ansteckungen mit dem Virus gemeldet. Im März hatte es an den meisten Tagen noch mehr als 100 Neuansteckungen gegeben. Insgesamt hat es in Thailand nach offiziellen Angaben bisher 3025 Ansteckungen und 56 Todesfälle gegeben.

16.23 Uhr: Am Standort des Paketzustellers DPD in Hückelhoven sind nach Worten des Heinsberger Landrats Stephan Pusch rund 80 Beschäftigte mit dem Coronavirus infiziert worden. Etwa 340 der insgesamt 400 Proben seien ausgewertet worden, sagte der CDU-Politiker am Samstag in einer Videobotschaft bei Facebook. Am Vormittag hatte der Kreis Heinsberg als erstes Zwischenergebnis zunächst die Zahl von 42 Infektionen genannt.

Nun würden zunächst die Kontaktpersonen nachverfolgt, sagte Pusch. Erst dann wisse man, ob die bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung ausreichend seien. Solch ein „lokales Geschehen“ an einem Hotspot sei allerdings nicht schlimmer als eine Verteilung von Fällen über den ganzen Kreis. Nicht alle positiv Getesteten wohnten im Kreis, sagte Pusch. Über weitere Maßnahmen werde am Montag entschieden.

16.10 Uhr: Zum ersten Mal seit Auftreten der Corona-Pandemie in Sachsen-Anhalt sind dem Sozialministerium im Vergleich zum Vortag keine neuen Corona-Infektionen gemeldet worden. Das teilte eine Ministeriumssprecherin am Samstag mit. Von einer Trendwende zu sprechen, sei aber viel zu früh, zumal am Wochenende generell weniger Testergebnisse eingingen, hieß es.

RKI-Chef Wieler spricht sich gegen Corona-Impfpflicht aus

15.17 Uhr: Nachdem Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) unserer Redaktion gesagt hatte, dass es in Deutschland keine Impfpflicht geben werde, hat sich auch der Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, dagegen ausgesprochen. „Wir haben keinen Anlass, an eine Impfpflicht zu denken“, sagte RKI-Präsident Wieler am Samstag in Schwerin. Die Bürgerinnen und Bürger seien definitiv klug genug zu wissen, wenn es einen sicheren Impfstoff gebe, dass dieser ihre Gesundheit fördern würde.

Zum Thema Impfstoff sei vor einigen Wochen eine Arbeitsgruppe beim RKI gegründet worden. Diese würde sich damit befassen, sofern es einen Impfstoff gebe, welche Bevölkerungsgruppen wie geimpft werden könnten.

14.30 Uhr: Spanien will den Ausnahmezustand wegen der Coronavirus-Pandemie um rund einen Monat verlängern. Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte am Samstag in einer Fernsehansprache an, dass der Ausnahmezustand noch „etwa einen Monat“ andauere, bis die stufenweisen Lockerungen der Maßnahmen beendet seien.

In Spanien wurden mehr als 230.000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Über 27.000 Menschen starben an den Folgen von Covid-19.

12.59 Uhr: Während immer mehr europäische Länder ihre Grenzkontrollen wieder lockern, hält Tschechien weiter am Einreisestopp für Ausländer fest. Das tschechische Gesundheitsministerium veröffentlichte am Samstag eine Verordnung zum „Schutz vor einer Einschleppung von Covid-19“, die ab dem 18. Mai vorerst unbefristet gültig ist.

Ausnahmen der strengen Einreisebestimmungen gibt es für Ausländer mit dauerhaftem Wohnsitz in Tschechien. Diese müssen bei der Einreise jedoch einen negativen Corona-Test vorlegen oder sich in eine zweiwöchige Heimquarantäne begeben. Auch für Pendler, LKW-Fahrer, Diplomaten, Geschäftsreisende und Studierende greifen Sonderregelungen.

Coronavirus-Infektionen in Russland – Höchstwert bei Todesfällen

12.42 Uhr: In Russland wird mit 9200 neuen Corona-Fällen die niedrigste Zahl der Neuinfektionen seit zwei Wochen gemeldet. Mit 119 Toten an nur einem Tag verzeichnete das Land aber gleichzeitig einen neuen Höchstwert. Wie die Behörden in Moskau am Samstag mitteilten, seien in Russland nun insgesamt 2537 Menschen an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

Russland rangiert mit insgesamt 272.043 bestätigten Infektionsfällen weltweit an zweiter Stelle hinter den USA. Die Sterberate ist offiziellen Statistiken zufolge aber vergleichsweise gering. Epidemie-Experten gehen allerdings davon aus, dass die Dunkelziffer höher ist. Den Vorwurf, die Zahlen zu schönen, weisen russische Behörden mit dem Verweis auf viele Virus-Tests zurück.

11.54 Uhr: Der Paketzusteller DPD hat seinen Standort in Hückelhoven im Kreis Heinsberg mit hunderten Mitarbeitern wegen eines Corona-Ausbruchs vorübergehend geschlossen. Bislang seien 42 Beschäftigte positiv auf das Virus getestet worden, erklärte ein Unternehmenssprecher am Samstag. Es seien aber noch nicht alle Proben ausgewertet worden. Alle 400 Mitarbeiter sind demnach in zweiwöchiger Quarantäne.

Die Zustellung von Paketen und Abholung von Sendungen bei Kunden werde von benachbarten Standorten übernommen und sei sichergestellt, sagte der Sprecher. Die ersten Fälle waren demnach in dieser Woche bekanntgeworden und dem Gesundheitsamt gemeldet worden. Die Behörde habe dann mobile Teststationen veranlasst, sagte der Sprecher. Das Depot soll nun gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Andere DPD-Standorte seien nicht betroffen.

11.12 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat anlässlich des Erscheinens der ersten freien Zeitungen nach dem Zweiten Weltkrieg die Bedeutung der Pressefreiheit gewürdigt und zugleich die jüngsten Angriffe auf Journalisten verurteilt. Wie es um die Pressefreiheit stehe, sei „Gradmesser, wie es um unsere Demokratie insgesamt steht“, sagte Merkel am Samstag. „Umso bedauerlicher ist es, wenn auch bei uns, in unserer demokratischen Gesellschaft, Reporter und Journalisten angegriffen werden.“

Es sei notwendig, sich gemeinsam über Gesetze und Werte zu verständigen. Die Demokratie brauche „eine Öffentlichkeit, in der gestritten werden kann und verschiedene Meinungen ausgetragen werden können“.

Daraus könnten gemeinschaftliche Lösungen entwickelt werden, sagte die Kanzlerin. „Das setzt Toleranz gegenüber der Meinung des anderen voraus. Das setzt aber auch voraus, gegenüber der eigenen Meinung Kritik einstecken zu können.“ Das zeige sich gerade angesichts der Corona-Pandemie.

Bei den Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen wurden wiederholt Reporter und ihre Teams massiv attackiert. Rechte Gruppierungen und Verschwörungstheoretiker sehen Journalisten als Feindbild. Auf den Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen ertönen regelmäßig „Lügenpresse“-Rufe.

10.42 Uhr: Der ESC 2020 ist in der Corona-Krise zwar abgesagt. Doch die Fernsehzuschauer haben an diesem Samstagabend die Wahl zwischen Ersatzprogrammen auf ARD und ProSieben. Bei Letzterem mischt auch Stefan Raab mit.

9.25 Uhr: Das von der Corona-Pandemie besonders betroffene Italien will die Einreise für Ausländer ab 3. Juni wieder erlauben. Zudem sollen dann Reisen zwischen den Regionen in Italien wieder erlaubt sein, beschloss die Regierung in Rom in der Nacht zu Samstag. Die Öffnung steht unter dem Vorbehalt, dass die Infektionsgeschehen in einzelnen Regionen oder Staaten es zulassen. In eine zwei Wochen lange Quarantäne müssen nach der Einreise nur diejenigen, die Kontakt mit Infizierten hatten oder selbst positiv getestet wurden.

Derzeit ist eine Einreise nur in Ausnahmefällen möglich, darunter zum Beispiel für Italiener, die sich im Ausland aufhalten und in ihre Heimat zurück wollen, oder Ausländer, die ihren Wohnsitz in Italien haben. Italien ist von der Covid-19-Lungenkrankheit so stark wie wenig andere Länder in der EU betroffen, bisher starben fast 32.000 Menschen. Insgesamt haben sich nach Angaben des Zivilschutzes mehr als 223.000 Menschen mit dem Virus angesteckt. Die Infektionszahlen gehen aber seit längerer Zeit zurück. Das Land hatte Anfang März einen der strengsten und längsten Lockdowns in der EU verhängt.

Eine Grenzöffnung zur Sommersaison ist vor allem für die Tourismusbranche wichtig, die einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Italiens ist. Schon ab diesem Montag sind weitere Lockerungen vorgesehen: So dürfen Friseure, Kosmetikstudios, Einzelhandel, Bars und Restaurants wieder öffnen. Allerdings nur mit strengen Abstandsregeln.

Auch dürfen sich die Menschen dann ohne eine Selbstauskunft bewegen, aber nur innerhalb ihrer Region. Museen und Bibliotheken können öffnen. Man darf auch wieder an den Strand oder Freunde treffen. Bisher durfte man sich nur mit Verwandten treffen. Auch Gottesdienste sind wieder erlaubt.

8.03 Uhr: In Niedersachsen ist damit begonnen worden, sämtliche Schlachthof-Mitarbeiter auf das Coronavirus zu testen. Angestrebt sei, in den nächsten Tagen alle am Schlachtbetrieb beteiligten Arbeiter zu kontrollieren, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums in Hannover. Bei ersten bereits durchgeführten Reihentests wurden zunächst keine infizierten Beschäftigten ausgemacht. Der Hintergrund sind massenhafte Infektionen von Beschäftigten in Schlachthöfen anderer Bundesländer.

Der Fokus der Corona-Tests liegt auf den im Schlachtbetrieb eingesetzten Arbeitern, wobei es sich vielfach um Werkvertragsarbeiter aus Osteuropa handelt. Bekannt geworden war, dass Subunternehmen die Werkvertragsarbeiter zwischen Standorten in verschiedenen Bundesländern hin- und herverlegt hatten. Niedersachsen hatte diese Praxis wegen der erhöhten Gefahr von Infektionen Anfang der Woche verboten.

In Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein war es unter den teils in Sammelunterkünften einquartierten Arbeitern verstärkt zu Infektionen gekommen. In Niedersachsen wurden erst nur drei Infektionen entdeckt.

5.03 Uhr: Bundesweit wollen am Samstag wieder mehrere Tausend Menschen gegen die Beschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie demonstrieren. Allein in Stuttgart sind 5000 Teilnehmer angekündigt. Auch in München, Berlin, Dortmund und vielen anderen Städten wollen Gegner der Maßnahmen auf die Straße gehen.

Schon am Wochenende zuvor hatten Tausende Menschen in vielen Städten Deutschlands gegen die Beschränkungen demonstriert. Die geltenden Abstandsregeln wurden oft missachtet, Schutzmasken nicht getragen. Wie in den Wochen zuvor waren darunter auch Verschwörungstheoretiker, Impfgegner und Rechtspopulisten. Es kam zu Angriffen auf Polizisten und in einem Fall auch auf Journalisten.

Unter anderem in Berlin und Stuttgart kündigten linke Initiativen und Anwohner Gegendemonstrationen an. Im Vergleich zu vergangenem Wochenende sollen vielerorts das Polizeiaufgebot erhöht und die Sicherheitsmaßnahmen verschärft werden.

In der baden- württembergischen Landeshauptstadt ist die Teilnehmerzahl auf 5000 begrenzt, Ordner müssen Schutzmasken tragen. Das entschied das Verwaltungsgericht Stuttgart am Freitagabend und lehnte einen Eilantrag gegen Auflagen der Stadt ab.

Der Berliner Bewegungsforscher Dieter Rucht, unter anderem Experte für politische Mobilisierung in Europa, sieht den Zenit der Corona-Proteste bereits überschritten. Rucht sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag): „Meine Prognose ist: Das mag mit den Corona-bedingten Protesten jetzt noch ein, zwei Wochen weitergehen. In dem Maße, in dem die Lockerungen greifen, verliert dieses Thema aber an Zugkraft.“ Das rechtspopulistische und rechtsradikale Potenzial aber bleibe: „Das wird sich zu neuen Anlässen versammeln.“

1.01 Uhr: Eine Impfpflicht gegen das Coronavirus wird es nach Aussage von Kanzleramtschef Helge Braun in Deutschland nicht geben. Wenn ein Impfstoff vorliege, sei es gut, wenn sich viele impfen lassen. Aber das entscheide jeder selbst, sagte der CDU-Politiker unserer Redaktion. „Wer das nicht will, muss das Risiko einer Infektion selbst tragen“, betonte Braun. Er hoffe auf einen Impfstoff für die breite Bevölkerung zwischen Anfang und Mitte nächsten Jahres. Dann könne man auch zum normalen Leben zurückkehren.

Den bisherigen Kampf gegen das Virus in Deutschland bezeichnete Braun als „sehr erfolgreich“. Ein großer Teil der Bevölkerung gehe diszipliniert mit den Kontaktbeschränkungen um. Braun, selbst Mediziner, fügte allerdings hinzu: „Aus medizinischer Sicht ist bei mir bei dem Punkt Reisen und Geselligkeit etwas mulmig – da dürfen wir nicht zu forsch sein. Die bisherige Erfahrung lehrt, dass dies für die Ausbreitung des Virus eine große Rolle spielt.“ Braun nannte die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Krise „sehr gravierend“.

Nach dem Hilfsprogramm als ersten Schritt müsse man darüber reden, wie man den Wirtschaftskreislauf wieder in Gang setzen könne. Braun lehnte in dem Zusammenhang als Helikoptergeld bezeichnete Barschecks für die Bürger ab. Es gehe jetzt weniger um kurzfristigen Konsum, sondern um nachhaltige Investitionen. „Da kann ich auch alle beruhigen, die sich Sorgen um das Klimathema machen. Aus meiner Sicht sollten Konjunkturanreize genau dort eingesetzt werden, wo es der Erreichung weiterer Ziele hilft“, sagte Braun.

Braun sagte gegenüber unserer Redaktion, er mache sich mit Blick auf die Verschwörungstheorien große Sorgen. Es gebe eine „bedenkliche Diskussion, die versucht, das Virus zu verharmlosen“. Das Virus sei ansteckender und verlaufe schwerer als die Grippe. „Wir haben bislang kein Medikament, keine Impfung und keine Immunität. Hätten wir die Infektionsdynamik von Anfang März in Deutschland einfach weitergerechnet und nichts unternommen, dann gäbe es heute vielleicht neun Millionen Kranke – das kann kein Land schultern. Die vielen Toten sind ja keine hypothetische Zahl“, betonte Braun.

0.30 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will einem Zeitungsbericht zufolge bis zum Jahresende einen Schutzschild von insgesamt fast 57 Milliarden Euro über die Kommunen in Deutschland spannen.

Die Last sollten sich der Bund und die jeweils verantwortlichen Länder teilen, berichtet die „Rheinische Post“ am Samstag unter Berufung auf ein Konzeptpapier des Bundesfinanzministeriums. „Dieser Schutzschild soll Städte und Gemeinden nicht nur durch die aktuell schwierige Situation bringen, sondern dauerhaft in die Lage versetzen, ihre Aufgaben noch besser erledigen zu können“, sagte Scholz der Zeitung.

Der Schutzschild soll dem Bericht zufolge aus zwei Komponenten bestehen: Einerseits solle es eine akute Nothilfe geben, die allen Kommunen offenstehen und die wegen der Corona-Krise wegbrechenden Gewerbesteuereinnahmen ausgleichen soll. Zudem sei eine Altschuldenhilfe für hochverschuldete Städte und Gemeinden vorgesehen.

Laut der Steuerschätzung entgehen den Kommunen im laufenden Jahr Gewerbesteuereinnahmen von 11,8 Milliarden Euro. Die Bundesregierung wolle die Städte mit diesem Problem nicht allein lassen, heißt es der „Rheinischen Post“ zufolge in dem Papier des Finanzministeriums. „Alle betroffenen Kommunen bekommen deshalb die Möglichkeit, einen pauschalierten Ausgleich für ihre geringeren Gewerbesteuer-Einnahmen zu erhalten.“

Der Bund und das jeweilige Land sollten jeweils die Hälfte der Kosten für diesen Ausgleich übernehmen. Der Bund soll den Plänen zufolge zudem die Hälfte der Altschulden von bundesweit 2000 besonders verschuldeten Kommunen übernehmen, die 2018 mit 45 Milliarden Euro beziffert wurden.

Freitag, 15. Mai 2020: Bahn-Durchsage an Corona-Verschwörungstheoretiker sorgt für Lacher

22.54 Uhr: Mit einem 57 Milliarden Euro schweren „Solidarpakt“ will Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) den Städten und Gemeinden in der Corona-Krise finanziell unter die Arme greifen. Lesen Sie mehr: Corona – Scholz stellt Städten 57 Milliarden Euro in Aussicht

22.20 Uhr: Die spanische Regierung hält die wegen der Corona-Krise verhängten strikten Ausgangssperren in Madrid und Barcelona aufrecht. Die beiden Städte werden laut einer am Freitag verkündeten Entscheidung von den Lockerungen ausgenommen, die ab Montag in zahlreichen anderen Städten des Landes in Kraft treten. Dann sind in Städten wie Toledo, Valencia, Granada und Malaga wieder Familientreffen und Verabredungen mit Freunden erlaubt. Auch die Außenbereiche von Cafés und Bars dürfen wieder öffnen.

Madrid und Barcelona müssen auf diese Lockerungen noch mindestens eine Woche warten, wie das Gesundheitsministerium in Madrid am Abend mitteilte. Grund sei, dass in diesen Großstädten das Infektionsrisiko höher sei als in anderen Regionen.

21.16 Uhr: Das Robert-Koch-Institut gibt den aktuellen R-Wert mit 0,80 an. Der 7-Tage-Wert, den das RKI seit einiger Zeit auch publiziert, liegt bei 0,90.

20.55 Uhr: Die größte Rückholaktion in der Geschichte der Europäischen Union ist nach Angaben von EU-Ratspräsident Charles Michel fast abgeschlossen. In den vergangenen zwei Monaten sei mehr als 580.000 wegen der Corona-Krise im Ausland gestrandeten EU-Bürgern eine sichere Rückkehr in ihre Heimat ermöglicht worden, teilte er am Freitagabend mit. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sagte, damit warteten nur noch rund 10.000 Menschen auf eine Rückkehrmöglichkeit. Nach Deutschland wurden nach Angaben der Bundesregierung rund 240.000 Menschen geflogen. Am deutschen Teil der Rückholaktion waren mehr als 2000 Mitarbeiter des Auswärtigen Amts beteiligt.

19.24 Uhr: Drei Corona-Tests bei Deutschlands größtem Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück sind nach einem Zwischenstand positiv ausgefallen. Von insgesamt 6204 getesteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unternehmens seien bislang 3252 Proben ausgewertet worden, teilte Tönnies am Freitag mit.

Das Land hatte angeordnet, alle Beschäftigten der Schlachthöfe in NRW auf das Coronavirus zu testen, nachdem in einem Westfleisch-Betrieb in Coesfeld eine hohe Zahl von Infektionen entdeckt worden war.

Deutsche Bahn macht sich über Corona-Verschwörungstheorien lustig

18.28 Uhr: Die Deutsche Bahn ist nicht gerade für ihren Humor bekannt. Dass sie trotzdem lustig sein kann, beweist ein Video, das derzeit tausendfach auf Twitter gelikt wird. Dabei ruft die Zugbegleiterin die Fahrgäste dazu auf, eine Maske zu tragen – und hat dann einen ganz besonderen Hinweis für sogenannte Verschwörungstheoretiker.

„Denken Sie bitte daran, dass die Bundesregierung heimlich Speichel von Ihnen sammelt, um Klone von Ihnen zu produzieren, die Sie dann ersetzen sollen.“ Und weiter: „Tragen Sie bitte deshalb dauerhaft Ihre Mund-Nasen-Bedeckung, um zu verhindern, dass die Regierung an Ihre DNS kommt“.

Zugeben, so dürfte man selbst den renitentesten Corona-Gegner von einer Maske überzeugen können. Die Durchsage wurde in einem ICE gemacht, der auf dem Weg von Berlin nach Bern war.

16.28 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey fordert eine Extrazahlung für Familien mit Kindern in der Corona-Krise. Dem „Spiegel“ sagte die SPD-Politikerin: „Ich will einen Familienbonus: 300 Euro einmalig zur freien Verfügung für jedes Kind.“ Giffey zufolge würde das nicht nur den Familien helfen, sondern auch einen „starken Konjunkturimpuls setzen“. Unklar bleibt, inwieweit es dazu möglicherweise schon konkrete Pläne innerhalb der Regierung gibt. Auf Nachfrage nannte das Familienministerium in Berlin keine weiteren Details.

Laut Statistischem Bundesamt gibt es in Deutschland rund acht Millionen Familien mit Kindern, davon vier Millionen Familien mit mindestens zwei Kindern und mehr. Eine Zahlung von 300 Euro pro Kind würde also mehr als dreieinhalb Milliarden Euro kosten.

Corona-Hilfskredite aus Rettungsschirm ESM können genutzt werden

15.38 Uhr: Die Euro-Länder können Corona-Hilfskredite im Umfang von 240 Milliarden Euro aus dem Rettungsschirm ESM nutzen. Der Gouverneursrat des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) in Luxemburg - das sind die Finanzminister der Eurozone - billigte am Freitag endgültig die Einrichtung der vorsorglichen Kreditlinien für alle Eurostaaten. Interessenten können die Hilfen somit nun beantragen.

Die ESM-Hilfen sind Teil eines 500-Milliarden-Euro-Pakets, die die EU-Staaten im April vereinbart hatten. Nach der Einigung der Eurogruppe auf letzte Details und der Zustimmung des Bundestages war das Startsignal aus Luxemburg der letzte Schritt.

Die Kredite stehen allen 19 Eurostaaten offen. Einzige Bedingung ist, dass das Geld in direkte und indirekte Gesundheitskosten im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie fließt. Der Umfang kann bis zu zwei Prozent des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts betragen.

14.15 Uhr: Wenn Eltern in der Corona-Krise nicht arbeiten können, weil sie Kinder betreuen, bekommen sie Geld vom Staat. Aber bleibt das auch so? Die Lohnfortzahlungen für Eltern sollen nun offenbar doch verlängert werden.

13.59 Uhr: US-Präsident Trump sorgt über Twitter regelmäßig für Unruhe. SPD-Chefin Saskia Esken hat das nun auch geschafft – mit einer Äußerung über die Bezüge von Bundestagsabgeordneten.

Sterbefallzahlen in Deutschland deutlich höher als in Vorjahren

13.38 Uhr: Wegen der Corona-Epidemie haben die Sterbefallzahlen in Deutschland in der dritten Aprilwoche deutlich höher als in den Vorjahren gelegen. Vom 13. bis zum 19. April starben mindestens 18.693 Menschen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das waren etwa acht Prozent mehr als der Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

Im Vergleich zur Vorwoche sanken die Sterbefälle allerdings um mehr als 1300. Vom 6. bis zum 12. April starben mindestens 20.036 Menschen. Das waren knapp 2150 beziehungsweise zwölf Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen vier Jahre. Bereits seit Ende März starben den Statistikern zufolge wegen der Corona-Epidemie in Deutschland im Vergleich zu den Vorjahren deutlich mehr Menschen.

Der Trend deutet demnach auf eine Übersterblichkeit im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie hin, weil die Sterbefallzahlen in dieser Jahreszeit aufgrund der ausklingenden Grippewelle normalerweise von Woche zu Woche abnehmen. Im europäischen Vergleich ist die Übersterblichkeit in Deutschland bislang aber gering.

Das nationale Statistische Amt Italiens berichtet beispielsweise von einer um 49 Prozent erhöhten Sterbefallzahl für den März 2020 im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019. Auch aus Belgien, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden werden erhöhte Sterbefallzahlen gemeldet.

Coronavirus: Massentest entlarvt Dutzende Fälle auf Schlachthof in Bayern

12.20 Uhr: Bei der großangelegten Corona-Testung in einem Schlachthof im Landkreis Straubing-Bogen ist das Virus bei 59 Menschen festgestellt worden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen der Gesundheitsbehörden. Zuvor war bei 18 Mitarbeitern das Coronavirus nachgewiesen worden. Daraufhin hatten die Behörden eine Reihenuntersuchung aller rund 1000 Mitarbeiter angeordnet.

Damit sind nach jetzigem Stand insgesamt 77 Beschäftigte infiziert. Rund 150 weitere Mitarbeiter sollen aber noch getestet werden, die bislang bei den Tests verhindert waren.

12.19 Uhr: Die EU-Kommission hat die Vorstellung des Corona-Wiederaufbauplans auf den 27. Mai verschoben. Dann will die Behörde ihre Vorschläge für ein billionenschweres Konjunkturprogramm und den EU-Mehrjahreshaushalt vorstellen, so ein Sprecher von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag.

Das EU-Parlament droht unterdessen mit einem Veto, wenn seine Forderungen nicht erfüllt werden. Es will am Freitag ein Volumen von zwei Billionen Euro verlangen. Die Mittel sollen vor allem als Zuschüsse in die EU-Staaten fließen.

Maas: „Sehen mit großer Sorge, wie die Krise das Autoritäre befördert“

12.11 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas hat Einschränkungen für die Menschenrechte im Zusammenhang mit der Corona-Krise kritisiert: „Wir sehen auch mit großer Sorge, wie die Krise das Autoritäre befördert“, so der SPD-Politiker am Freitag im Bundestag. Die Folgen seien „dramatisch“.

Als Beispiel nannte er Repressalien für Journalisten und Journalistinnen, aber auch Notstandsmaßnahmen, die unter dem Deckmantel der Krise genutzt werden und den Rechtsstaat beschneiden. Maas begrüßte, dass die EU-Kommission eine systematische Beobachtung dieser Maßnahmen begonnen habe. Dabei geht es vor allem um Ungarn, wo Ministerpräsident Viktor Orbán unbefristete Sondervollmächte nutzt.

11.50 Uhr: Nach dem Bundestag hat am Freitag auch der Bundesrat über Corona-bedingte Sonderregeln beim Elterngeld entschieden. Werdende Mütter und Väter sollen demnach keine Einbußen durch Verdienstausfälle haben und können Einkommensverluste bei der Berechnung des Elterngeldes ausklammern. Sie müssen allerdings zwischen dem 1. März und dem 31. Dezember 2020 stattgefunden haben.

Eltern in systemrelevanten Berufen können ihre Elterngeldmonate zudem verschieben, wenn sie durch die Krise keine Elternzeit nehmen konnten. Sie können auch nach dem 14. Lebensmonat des Kinders genommen werden, spätestens aber zum Juni 2021. Die Regeln sollen rückwirkend zum 1. März geltend gemacht werden.

Corona-Krise: Ticketkäufer müssen Gutscheine für Veranstaltungen akzeptieren

11.43 Uhr: Ticketkäufer müssen auch weiterhin Gutscheine akzeptieren, wenn Veranstaltungen durch die Corona-Krise ausgefallen sind. Eine entsprechende Lösung billigte am Freitag der Bundesrat, um die Kulturszene vor Liquiditätsengpässen zu schützen. Die Entscheidung betrifft unter anderem Konzert-, Festival-, Theater- oder Fußballtickets, die vor dem 8. März gekauft wurden. Lesen Sie hier: Keine Festivals: Kunden bekommen Geld nicht direkt

Auch Dauerkarten und Abos, etwa für Fitnessstudios, sollen über Gutscheine kompensiert werden, die entweder für Nachholveranstaltungen oder andere Angebote genutzt werden können.

11.37 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will sich dafür einsetzen, dass die Lohnfortzahlung für Eltern bei Corona-bedingten Schul- und Kitaschließungen verlängert wird. Das teilte das Ministerium am Freitag mit. Zuvor hatte ein Bericht eine Sprecherin zitiert, nach der die Lohnfortzahlung nicht verlängert werde.

„Auch in Zeiten, in denen Schulen und Kitas schrittweise geöffnet werden und die Notbetreuung ausgebaut wird, ist eine entsprechende Lösung notwendig“, dementierte nun das Ministerium. Eine Einigung von Bund und Ländern gebe es aber tatsächlich noch nicht.

Das Ministerium wies darauf hin, dass Familien mit zwei Elternteilen auch nach jetzigem Stand insgesamt 12 Wochen Lohnfortzahlung erhalten können – für jedes Elternteil seien sechs Wochen möglich.

10.25 Uhr: Der Bundesrat hat am Freitag die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes beschlossen und das Sozialpaket II bewilligt. Zuvor hatte der Bundestag entsprechende Maßnahmen entschieden. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt normalerweise 60 Prozent des letzten Nettolohns, bei Menschen mit Kindern sogar 67.

Nun soll es ab dem vierten Monat des Bezugs 70, beziehungsweise 77 Prozent geben. Ab dem siebten Monat in Kurzarbeit sollen daraus 80, beziehungsweise 87 Prozent werden. Diese Regelung soll längstens bis zum Ende des Jahres gelten. Seit April wurde laut Bundesagentur für Arbeit für rund zehn Millionen Menschen Kurzarbeit angemeldet.

Auch der Schutz der Arbeitslosenversicherung wird verbessert. Die Anspruchsdauer auf Arbeitslosengeld wird für Menschen verlängert, deren Anspruch sich zwischen dem 1. Mai und dem 31. Dezember 2020 erschöpfen würde.

Corona-Krise: Wirtschaftsleistung in Deutschland um 2,2 Prozent geschrumpft

10.04 Uhr: Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist infolge der Corona-Krise im ersten Quartal eingebrochen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Berlin mit. Das Bruttoinlandsprodukt sei demzufolge um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft. Es ist der stärkste Rückgang seit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009.

9.31 Uhr: Die Anrufe bei der Kinderschutzhotline des Bundesfamilienministeriums haben seit der Corona-Krise stark zugenommen. Das sagte der Teamleiter der Hotline, der Kinderarzt Oliver Berthold, gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. In den ersten beiden Mai-Wochen seien dem Arzt zufolge mehr als 50 Verdachtsfälle durch medizinisches Personal gemeldet worden – fast so viele wie im gesamten April.

„Wir werden teilweise wegen Verletzungen kontaktiert, die sonst nur bei Zusammenstößen mit Autos auftreten“, so Berthold. „Da geht es um Knochenbrüche oder Schütteltraumata.“ Vor allem Kleinkinder seien betroffen. Berthold erkläre sich die steigenden Anrufe dadurch, dass mit den Corona-Lockerungen die Folgen von familiärer Gewalt während der Krise sichtbar werden.

9.19 Uhr: Viele deutsche Schüler und Schülerinnen konnten in der Corona-Krise digital nicht erreicht werden. Das ergab eine Auswertung des „Schul-Barometers“, die am Freitag vom Institut für Bildungsmanagement und Bildungsökonomie der Pädagogischen Hochschule Zug in der Schweiz veröffentlicht wurde.

Dort gaben 14 Prozent der befragten Schulmitarbeiter an, dass zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen nicht über das Internet erreichbar gewesen seien. Für die Studie wurden über 7000 Personen aus dem Schulbetrieb in Österreich, Deutschland und der Schweiz befragt.

Im Vergleich zu den Nachbarländern schnitt Deutschland bei der technischen Ausstattung der Schulen am schlechtesten ab: Über die Hälfte der Befragten aus Deutschland glauben nicht, dass die technischen Kapazitäten an der Schule für webbasierte Lehr- und Lernformate ausreicht.

Umfrage: Mehrheit der Deutschen gegen Fortsetzung der Bundesliga im Mai

8.44 Uhr: Weltweit könnten infolge der Coronavirus-Pandemie rund 30 Millionen geplante Operationen verschoben oder abgesagt werden. Das geht aus Hochrechnungen einer Analyse der Universität Birmingham hervor. Die Werte gelten dabei nur unter bestimmten Voraussetzungen: etwa der, dass die Kliniken drei Monate unter höchster Belastung stehen.

Darunter seien vor allem orthopädische Eingriffe, aber auch rund zwei Millionen Krebsoperationen.

7.26 Uhr: Die Mehrheit der Deutschen ist gegen die Fortsetzung der Fußball-Bundesliga. Das geht aus der „Deutschlandtrend“-Umfrage hervor. Demnach kritisieren 56 Prozent der Befragten den Neustart der Saison am kommenden Wochenende. Etwa ein Drittel (31 Prozent) ist dafür, zwölf Prozent gaben an, sich nicht für Fußball zu interessieren.

Dennoch gaben 40 Prozent der Befragten an, sich generell weitere Lockerungen der Maßnahmen von der Politik zu wünschen.

6.56 Uhr: Wer zahlt die Corona-Lasten? SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich erklärt im Interview mit unserer Redaktion: So will die SPD die Reichen in der Corona-Krise heranziehen.

Bundesregierung will Lohnfortzahlungen für Eltern nicht weiter übernehmen

6.48 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) will am Montag mit europäischen Kollegen und Kolleginnen aus beliebten Urlaubsländern darüber beraten, wie die Reisebeschränkungen aus der Corona-Pandemie schrittweise gelockert werden können. Zu der Videokonferenz sollen unter anderem Griechenland, Kroatien, Spanien und Italien kommen.

In Deutschland gilt vorerst bis zum 14. Juni eine weltweite Reisewarnung. Maas will sie demnach zuerst für europäische Länder lockern, sofern es das Infektionsgeschehen zulässt.

6.43 Uhr: In Deutschland sind bisher insgesamt über 3,1 Millionen Tests zur Feststellung des Coronavirus durchgeführt worden. Dabei waren rund 197.100 positiv. Das teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) in einem Bericht mit. Dort hieß es auch, die Testkapazitäten seien noch nicht vollständig ausgeschöpft worden.

6.34 Uhr: Die Bundesregierung will die Lohnfortzahlungen für Eltern, die wegen der Betreuung ihrer Kinder nicht zur Arbeit gehen können, offenbar nicht weiter übernehmen. Eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums erklärte gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, dass es „nach heutigem Stand keine Verlängerung der Regelung“ geben werde und Kindergärten und Schulen wieder verstärkt geöffnet hätten.

Eltern können in der Pandemie bis zu 67 Prozent ihres Lohns vom Staat ausgezahlt bekommen, wenn sie in der Pandemie ihre Kinder unter zwölf Jahren wegen geschlossener Einrichtungen selbst betreuen müssen. Die Regelung läuft aber nun nach sechs Wochen aus.

Donnerstag, 14. Mai 2020: Drosten warnt vor „Hetzkampagnen“ – EU will von China Antworten über Ursprung der Pandemie

21.45 Uhr: Einige Corona-Patienten leiden unter schweren Komplikationen. Um diese früh zu erkennen, haben Ärzte nun ein Verfahren entwickelt. Eine besondere Rolle spielt dabei ein Urintest.

21.28 Uhr: Die Quarantäne-Regelungen für die Einreise nach Deutschland werden abgeschwächt. Wer aus EU- und Schengen-Staaten sowie Großbritannien nach Deutschland einreist oder zurückkehrt, muss sich künftig nicht mehr in eine 14-tägige häusliche Quarantäne begeben, wie die nordrhein-westfälische Landesregierung am Donnerstag mitteilte. Darauf hätten sich Bund und Länder verständigt. Die neue Regelung werde in den kommenden Tagen umgesetzt.

Nordrhein-Westfalen setzt die Änderungen nach eigenen Angaben bereits ab Freitag um. Wegen der Corona-Pandemie gilt seit dem 9. April eine Quarantäne-Pflicht für Bundesbürger und Ausländer, die nach Deutschland einreisen. Sie müssen nach Grenzübertritt direkt zu ihrer Unterkunft fahren und dort 14 Tage in häuslicher Isolation bleiben, um abzuklären, ob sie mit dem Corona-Virus infiziert sind. Ausnahmen von der Quarantäne-Pflicht gelten unter anderem für Berufspendler, Saisonarbeiter und Mitarbeiter von Polizei und Gesundheitsbehörden.

20.40 Uhr: Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie sind nach Angaben von US-Forschern weltweit bereits mehr als 300.000 Menschen infolge einer Infektion gestorben. Die Universität Johns Hopkins in Baltimore verzeichnete bis Donnerstagnachmittag (Ortszeit) gut 4,4 Millionen bekannte Infektionen und 300.074 Todesfälle.

Die von der Universität veröffentlichten Infektions- und Todeszahlen sind in der Regel höher als jene der Weltgesundheitsorganisation (WHO), weil sie regelmäßiger aktualisiert werden. In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Die WHO hatte bis Mittwoch rund 4,2 Millionen nachgewiesene Infektionen und knapp 290.000 Todesfälle gemeldet.

Die meisten Todesfälle infolge der Coronavirus-Pandemie gab es der Universität Johns Hopkins zufolge in den USA (rund 85 000), wo die Zahl der nachgewiesenen Infektionen ebenfalls am höchsten war (1,4 Millionen).

19.42 Uhr: Noch immer können in Deutschland Millionen Kinder nicht wie gewohnt morgens in die Schule oder in die Kita – trotz eingeschränktem Regelbetrieb oder erweiterter Notbetreuung. Hier erfahren Sie, welche Kinder bereits wieder in die Kita dürfen.

Drosten warnt vor Hetzkampagnen

18.58 Uhr: Der Virologe Christian Drosten vergleicht die aktuelle Phase in der Corona-Epidemie in Deutschland mit dem Tanz mit einem Tiger. Es gelte jetzt Stückchen für Stückchen herauszufinden, wo man dem Tier die Leine lösen kann, ohne dass es gleich über einen herfällt, sagte der Charité-Wissenschaftler am Donnerstag im NDR-Podcast.

Übertragen auf die Lockerungen heiße das zum Beispiel, dass man beobachten müsse, wie sich die Rückkehr erster Jahrgangsstufen zur Schule nach einem Monat auswirken. Sehe man zum Beispiel, dass schlimme Zustände ausblieben, könne man vielleicht weiter nachregulieren, beispielsweise die Klassengröße erhöhen.

Drosten bezog sich auf das sogenannte „Hammer und Tanz“-Konzept aus der Pandemieforschung: Nach drastischen Maßnahmen wie Kontaktsperren zu Beginn - dem Hammer - folge eine Phase mit einer schrittweisen Rückkehr zu normalen Verhaltensweisen. Bei der Abwägung zwischen Gesundheitsschutz und wirtschaftlichen Interessen gebe es einen „goldenen Mittelweg“, sagte Drosten und bezog sich auf eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung. Demnach könne ein umsichtiger, schrittweiser Öffnungsprozess die wirtschaftlichen Kosten minimieren, ohne die medizinischen Ziele zu gefährden.

Generell sei er momentan „sehr beeindruckt“ vom guten Verlauf in Deutschland, sagte Drosten. Besorgt zeigte er sich über ein nach seinem Empfinden zunehmendes Auftreten von „Hetzkampagnen“ in Deutschland, was großen Schaden anrichte.

18.26 Uhr: Die Politik muss Deutschland nach der Coronavirus-Krise modernisieren – gern auf Pump. Denn: Das Land darf nicht kaputtgespart werden. Tim Braune kommentiert den Zustand Deutschlands in der Corona-Krise, die Versäumnisse der Politik und ihre Aufgaben für die Zukunft.

17.10 Uhr: Auch weiterhin gilt: Wer im Ausland war und nach Deutschland in diesen Tagen zurückkehrt, muss in Quarantäne – und damit für 14 Tage zuhause bleiben. Doch nun hat ein Bundesland diese Vorgabe gekippt.

16.09 Uhr: Wer vermeiden will, Oberflächen zu berühren, der findet bei Aldi nun endlich die Lösung: den Hygienehaken. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie in diesem Artikel.

15.35 Uhr: Auch die Fußballbundesliga passt sich in der Coronavirus-Krise an: Für den Rest der Saison sind fünf statt drei Auswechslungen erlaubt. Damit übernahm die Deutsche Fußball Liga (DFL) die vom Weltverband FIFA eingeführte Änderung wegen der größeren Belastung der Spieler.

Damit sollen die Spieler angesichts des dicht gedrängten Kalenders im Zuge der Corona-Krise und möglicher Spiele bei großer Hitze im Sommer entlastet werden.

Corona-Symptome: Virus befällt auch andere Organe

14.08 Uhr: Das neuartige Coronavirus befällt laut einer Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) neben der Lunge auch zahlreiche andere Organe: „Sars-CoV-2, das neuartige Coronavirus, ist nicht nur ein Lungenvirus, sondern ein Multiorganvirus“, sagte der Leiter der Studie, Tobias Huber, in Hamburg. Das hätten Untersuchungen von 27 an Covid-19 gestorbenen Patienten gezeigt.

Das am zweithäufigsten betroffene Organ seien die Nieren, „nicht selten bis hin zum totalen Organausfall“. Außerdem habe man den Erreger in Herz, Leber, Gehirn und Blut nachweisen können. Die höchsten Konzentrationen hätten sich aber in den Zellen der Atemwege gefunden. Der Befall der Organe sei vermutlich die Ursache dafür, dass Covid-19-Erkrankte häufig Auffälligkeiten im Urin aufwiesen, sagte Huber.

„Zudem könnte dies die extrem hohe Rate von bis zu 50 Prozent an akuten Nierenversagen bei Covid-19-Patienten erklären.“Der mögliche Befall weiterer Organe müsse bei der Behandlung von Corona-Patienten berücksichtigt werden. In weiteren Studien solle geklärt werden, ob Urinveränderungen als Frühwarnsystem für schwere Covid-19-Verläufe dienen könnten, sagte Huber.

13.09 Uhr: Das Tragen von Masken soll helfen, das Coronavirus einzudämmen. In allen Bundesländern gilt eine Maskenpflicht. Das sollten Sie jetzt wissen.

Urlaub: Tourismusbranche hofft, dass Sommersaison trotz Corona noch gerettet wird

12.07 Uhr: Die Aussicht auf Lockerungen von Reisebeschränkungen beschert den Reiseanbietern deutlich gestiegene Buchungszahlen für den Sommer. Deutsche Kunden buchten in den vergangenen Tagen mehr als doppelt so viele Urlaubstage wie zur Vorjahreszeit, wie eine Auswertung des touristischen Vertriebsdienstleisters DS Destination Solutions für die „Wirtschaftswoche“ zeigte.

Demnach lag die Zahl im April noch bis zu 90 Prozent unter dem Vorjahreswert. Den „größten Run“ verzeichnete das Tochterunternehmen des Kölner Touristikunternehmens HRS, das auch die Angebote anderer Reiseanbieter bündelt, demnach bei Ferienwohnungen an der deutschen Küste. Urlauber wollten dort im Schnitt außerdem länger bleiben als früher.

Auch Kreuzfahrtreedereien erlebten einen Aufschwung. Hotels dagegen seien derzeit insgesamt etwas weniger gefragt, mit Ausnahme von Häusern großer Hotelketten, die mit strengen Hygienekonzepten werben. „Doch wir gehen davon aus, dass bald auch viele Hotels in touristischen Regionen einen Buchungsanstieg merken“, sagte HRS-Chef Tobias Ragge der „Wirtschaftswoche“.

10.49 Uhr: Optimistische Töne aus dem bundeseigenen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI): Dessen Präsident Klaus Cichutek hält konkrete Fortschritte bei der Impfstoffentwicklung gegen das neue Coronavirus bis zum Jahreswechsel für möglich. Falls klinische Prüfungen positiv ausfielen, „unterhalten wir uns gegen Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres darüber, wie man in Richtung einer Zulassung kommt“, sagte Cichutek dem „Mannheimer Morgen“.

Im Fall von Corona sei der gefährliche Erregerbestandteil, mit dem das Virus in die Zellen eindringe, bekannt, erläuterte Cichutek. In Tiermodellstudien sei außerdem bereits gezeigt worden, dass ein Schutz gegen den neuartigen Erreger grundsätzlich möglich sei.

Weltweit forschen zahlreiche Pharmaunternehmen und Institutionen an einem Impfstoff. Das PEI ist in Deutschland für die Genehmigung und Unterstützung der Tests neuer Medikamente zuständig. Es genehmigte bereits erste klinische Tests mit Impfstoffkandidaten des deutschen Biotechnologieunternehmens BioNtech. Diese befinden sich aber noch in einer frühen Phase. Cichutek sagte, er rechne zudem mit drei weiteren klinischen Tests von Impfstoffkandidaten.

Coronavirus in Schlachthöfen – harte Kritik an Fleischindustrie

10.42 Uhr: Angesichts hunderter Corona-Fälle in mehreren deutschen Schlachthöfen reißt die Kritik an den Bedingungen für ausländische Arbeiter in der Fleischindustrie nicht ab. „Die Schlachtkonzerne waschen ihre Hände in Unschuld, wenn etwas schiefgeht, denn sie schieben die Verantwortung auf die Subunternehmen“, sagte Guido Zeitler, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG), der „Rhein-Neckar-Zeitung“.

„Die Infektionen der Mitarbeiter finden aus unserer Sicht nicht am Arbeitsplatz, sondern in den beengten Unterkünften oder beim Transport in die Fabrik statt“, führte Zeitler aus. „Die Unterbringung wird in der Regel von Subunternehmen der Schlachthöfe gestellt. Die Unterkünfte verfügen häufig nicht über hygienische Bedingungen. So war es leider nur eine Frage der Zeit, bis es dort zu einem Coronavirus-Ausbruch kommt.“

Zeitler sieht aber auch die Verbraucher in der Verantwortung. „Die Supermärkte machen Druck, wenn die Preise erhöht werden. Die Konsumenten sollten sich bewusst sein, was die Niedrigpreise für Folgen, auch für die Beschäftigten haben“, sagte er. Die Häufung von Corona-Fällen unter Schlachthofmitarbeitern hatte eine neue Diskussion über die seit langem kritisierten Arbeitsbedingungen und Gemeinschaftsunterkünfte der oft aus Osteuropa stammenden Werkvertragsarbeiter entfacht.

Nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen will nun auch Bayern die Tests in der Branche massiv ausweiten. Nachdem sich mindesten 16 Mitarbeiter eines Geflügelschlachtbetriebs im niederbayerischen Bogen mit dem Coronavirus infiziert hatten, kündigte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) an, in den kommenden Tagen sämtliche Mitarbeiter aller Schlachtbetriebe auf das Virus zu testen.

Coronavirus-Nachverfolgung: Gesundheitsämter haben zu wenige Mitarbeiter

9.59 Uhr: Viele Gesundheitsämter haben in der Corona-Krise zu wenige Mitarbeiter, um die Kontakte Infizierter ausreichend nachzuverfolgen. Das geht aus einer Umfrage von NDR und WDR von dieser Woche hervor. Demnach gaben 119 aller gut 380 befragten Ämter in Deutschland an, nicht über die von Bund und Ländern geforderten fünf Mitarbeiter pro 20.000 Einwohner zu verfügen.

Allerdings antwortete nicht einmal die Hälfte der befragten Behörden auf die Anfrage. In Bayern habe kein einziges Gesundheitsamt reagiert, teilten die Sender mit. Von der bayerischen Landesregierung war eine entsprechende Aufforderung ergangen, da die Umfragen nicht mit ihr abgestimmt seien. Insgesamt wurden 178 schriftliche Antworten ausgewertet, in 25 Fällen erklärten die Gesundheitsämter demnach, generell überlastet zu sein und darum ihren Aufgaben nicht vollständig nachkommen zu können.

9.03 Uhr: Der Anstieg der Verbraucherpreise hat sich wegen der Corona-Krise erneut stark verlangsamt. Die Inflationsrate in Deutschland lag im April im Vorjahresvergleich bei 0,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte und damit den vorläufigen Wert um 0,1 Punkte nach oben korrigierte. Im März hatte die Inflationsrate 1,4 Prozent und im Februar 1,7 Prozent betragen.

Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise im April im Vergleich zum Vormonat März 2020 um 0,4 Prozent. Durch die Eindämmungsmaßnahmen in der Corona-Krise waren weite Teile der Wirtschaft in der Währungsunion zum Erliegen gekommen. Viele Geschäfte bis auf den Lebensmittelhandel mussten vorübergehend schließen.

Coronavirus-Übertragung: Virus kann zehn Minuten in der Luft bleiben

8.18 Uhr: Das Coronavirus könnte einer neuen Studie zufolge vor allem beim Sprechen übertragen werden. Wie die im Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America“ (PNAS) veröffentlichte Untersuchung zeigt, können beim Sprechen ausgestoßene Mikrotröpfchen in einem geschlossenen Raum mehr als zehn Minuten lang in der Luft bleiben.

Die Forscher des National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK) ließen für die Studie eine Testperson in einem umschlossenen Raum 25 Sekunden lang laut den Satz „Stay healthy“ (bleib gesund) wiederholen. Ein in den Raum projizierter Laser beleuchtete die Tröpfchen, wodurch sie sichtbar gemacht und gezählt werden konnten. Im Durchschnitt blieben die Tröpfchen zwölf Minuten lang in der Luft.

Angesichts der bekannten Konzentration des Coronavirus im Speichel gehen die Wissenschaftler davon aus, dass jede Minute lauten Sprechens mehr als tausend virusbelastete Tröpfchen produzieren kann, die acht Minuten lang oder länger in einem geschlossenen Raum in der Luft hängen bleiben.

6.38 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) stellt am Donnerstag die Ergebnisse der Steuerschätzung vor. Klar ist bereits: Die Bundesrepublik erlebt den schwersten Wirtschaftseinbruch seit Kriegsende. Wirtschaft und Gewerkschaften verlangen nach Konjunkturpaketen. Alles dazu lesen Sie hier.

6.01 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat an alle Bundesländer appelliert, die von der Bundesregierung geplante Bonuszahlung für Pflegekräfte aufzustocken. Bayern, Schleswig-Holstein und Hamburg hätten schon erklärt, dass sie bei dem wegen der besonderen Belastung in der Corona-Krise geplanten Bonus drauflegen wollten, sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er baue darauf, dass sich andere Länder anschlössen.

Der Pflegebonus soll am Donnerstag vom Bundestag beschlossen werden. Eine Pflegekraft soll einen Bonus von bis zu 1000 Euro von der Pflegeversicherung erhalten, wofür die Pflegekassen einen Zuschuss vom Bund bekommen. Die Länder und die Arbeitgeber können die steuerfreie Prämie um bis zu 500 Euro aufstocken.

5.50 Uhr: TUI streicht 8000 Stellen, Reisebüros steht das Wasser in der Krise bis zum Hals. Können Kunden überhaupt noch sicher Urlaub buchen? Das bedeutet die Corona-Krise der Tourismusbranche für den Urlaub.

WHO: Das Coronavirus geht womöglich niemals weg

5.39 Uhr: Der Nothilfekoordinator der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist skeptisch, dass das neue Coronavirus nach der rasanten Ausbreitung rund um den Globus noch eliminiert werden kann. „Dieses Virus kann in der Bevölkerung heimisch werden, es kann sein, dass es nie mehr verschwindet“, sagte Michael Ryan in Genf.

Auch HIV, das Virus, das die Immunschwächekrankheit Aids auslöst, sei nie wieder verschwunden. Im Fall von HIV sei es der Welt gelungen, Medikamente und Präventionsmaßnahmen zu schaffen, so dass das Virus seinen Schrecken verloren habe.

Es gebe eine kleine Chance, das neue Virus Sars-CoV-2 auszurotten. Dafür müsse aber ein hocheffektiver Impfstoff gefunden werden, er müsse im ausreichenden Maß hergestellt und in aller Welt verteilt werden und die Menschen müssten einverstanden sein, sich impfen zu lassen.

5.02 Uhr: Der Deutsche Philologenverband fordert, die Klassen im nächsten Schuljahr spürbar zu verkleinern. „Damit die Schüler im nächsten Schuljahr zumindest kontinuierlich jede zweite Woche oder jeden zweiten Tag beschult werden können, dürfen die Klassengrößen nicht größer als 25 sein“, sagte die Vorsitzende des Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Nur dann seien die Klassen so teilbar, dass genügend Abstand eingehalten werden könne. Für das neue Schuljahr müsse man sich voraussichtlich auf ein Nebeneinander von Präsenz- und Fernunterricht einstellen.

Die Kurse in der Oberstufe sollten nach Ansicht von Lin-Klitzing auf maximal 15 Schüler beschränkt werden. „Lehrermangel ist da keine Ausrede, denn die großen Gruppengrößen gibt es im Wesentlichen in den weiterführenden Schulen.“

Mittwoch, 13. Mai 2020: Weltwirtschaft könnte um 3,2 Prozent schrumpfen

21.09 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) will sich für eine teilweise Aufhebung von Quarantänebestimmungen in der Europäischen Union einsetzen. Selbst wenn Grenzen geöffnet werden, müsse man sich nach dem Überschreiten der Grenze in vielen Ländern in Quarantäne begeben, sagte Maas am Mittwoch im ARD-„Extra“. Er sei zusammen mit Frankreich der Auffassung, dass solche Quarantänebestimmungen innerhalb der EU gegenüber Ländern mit einer positiven Pandemientwicklung aufgehoben werden sollten. „Es gibt ein ganzes Paket von Fragen, die entschieden werden müssen“, sagte Maas. Die Zurückführung von Grenzkontrollen sei nur der erste Schritt. Alle anderen Schritte müssten mit den europäischen Partnern besprochen werden.

Derzeit gelten in vielen Ländern Bestimmungen, wonach Menschen nach der Einreise für 14 Tage in Quarantäne müssen. In Deutschland könnte diese Regelung zumindest für Einreisende aus einem europäischen Nachbarland in einigen Tagen aufgehoben werden. Für Deutsche und Ausländer, die aus Drittstaaten einreisen, soll die Quarantäne-Regel aber weiterhin gelten.

RKI: Reproduktionszahl auf 0,84 gesunken

20.51 Uhr: Mit einem neuen Hilfspaket in Höhe von rund 55 Milliarden Euro will Italiens Regierung der notleidenden Wirtschaft und den Bürgern aus der Corona-Krise helfen. Das entsprechende Programm stellte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Mittwoch in Rom vor. „Wir haben Tag und Nacht daran gearbeitet“, sagte er. Geplant sind Stützungsmaßnahmen für Wirtschaftszweige wie Tourismus, Landwirtschaft, Bau und Kultur. Dazu kommt Geld für Arbeitslose und Familien. So soll es Zuschüsse für Babysitter gebe, da Schulen und Kitas weiter geschlossen sind.

Auch das Gesundheitssystem und die Schulen sollen mit Milliardenspritzen gestärkt werden. Außerdem will die Regierung Programme für mittlere und kleine Unternehmen auflegen.

20.46 Uhr: Die neue Reproduktionszahl liegt laut RKI bei 0,81. Sie ist damit gesunken, am Dienstag lag sie laut dem Institut noch bei 0,94.

20.11 Uhr: Angesichts der Lockerungen der Grenzkontrollen mahnt der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zu Besonnenheit. „Besonnenheit und Vorsicht ist sozusagen die oberste Stellschraube“, sagte Söder im ZDF-„Spezial“.

Trotzdem sei es gut, dass es nun schrittweise Erleichterungen gebe, vor allem im unmittelbaren Grenzverkehr. Er warnte jedoch auch: Sollten sich die Infektionszahlen bis Mitte Juni deutlich erhöhen, könnten die Maßnahmen zur Beschränkung noch einmal verlängert werden. Es brauche einen Mix aus Beschlüssen der Länder und der Regionen.

WHO: Lockerungen der Corona-Maßnahmen signalisieren nicht Ende der Krise

19.54 Uhr: Die Vereinten Nationen dämpfen ihre Wirtschaftsprognose wegen der Corona-Pandemie deutlich. Die Weltwirtschaft könnte in diesem Jahr um 3,2 Prozent schrumpfen, hieß es in einer Mitteilung zum UN-Halbjahresbericht zur wirtschaftlichen Situation weltweit. Schlimmstenfalls sei sogar ein Rückgang von 4,9 Prozent denkbar. Mit einer schrittweisen Erholung werde erst von 2021 an gerechnet, hieß es in dem Ausblick. Vor der Krise waren die UN noch von einem Wachstum um 2,5 Prozent ausgegangen. Bereits Anfang April trübte sich die Einschätzung deutlich ein, damals ging die Organisation von minus 0,9 Prozent aus.

19.33 Uhr: Die Lockerung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus signalisieren in keiner Weise das Ende der Krise. Das betonte die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Rückkehr in eine Art Normalität sei ein langer Weg, sagte Nothilfekoordinator Michael Ryan. Nur mit einem umfangreichen Programm zur Überwachung der Neuansteckungen seien die Lockerungen sinnvoll.

Die Maßnahmen zu lockern, bevor die Ansteckungen deutlich gesunken seien, berge das Risiko vieler neuer Ansteckungen, sagte Ryan. Die Maßnahmen zu lockern, ohne anschließend umfangreich zu testen und mögliche Infektionsketten zu überwachen, sei gefährlich. Zu warten, bis die Zahl der Infizierten in Krankenhäusern steige, sei ebenfalls gefährlich. Das könne Wochen dauern, und dann sei es zu spät, die Infektion unter Kontrolle zu halten. Dann könnten neue Einschränkungen nötig werden, sagte Ryan.

Scheuer will Busbranche mit 170 Millionen Euro unterstützen

19.15 Uhr: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will die in der Corona-Krise schwer gebeutelte Busbranche mit Hilfen von rund 170 Millionen Euro unterstützen. Scheuer sagte , er habe ein entsprechendes Konzept an Finanzminister Olaf Scholz (SPD) übermittelt. Die Busbranche sei vom Lockdown besonders betroffen. Es gehe auch darum, nun die Schülerbeförderung hochzufahren.

18.42 Uhr: Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat Vorwürfe entschieden zurückgewiesen, er habe seine Studie zum Corona-Infektionsgeschehen im Kreis Heinsberg vermarkten lassen. „Das war keine Vermarktung“, sagte Streeck im Gesundheitsausschuss des Landtags. „Ich bin persönlich ganz schön davon getroffen, dass man das so darstellt.“Die Öffentlichkeitsarbeit für die Heinsberg-Studie durch die Berliner Agentur Storymachine in sozialen Medien hatte für Kritik gesorgt.

Streeck räumte nun auch Fehler ein bei der Öffentlichkeitsarbeit für die Studie. Heute wisse er: „Es ist doof gelaufen.“ Er sei mit seinem Team aber in einer Situation gewesen, in der „unheimlich viele Menschen“ an der Studie und der Ausbreitung des Corona-Virus interessiert gewesen seien. Auf seinem Email-Account sei vom „Traumdeuter“ bis zum Vorschlag eines „Virenstaubsaugers“ sehr viel los gewesen. Er sei deshalb dankbar für den Vorschlag gewesen, dass ihm jemand „über die Schulter geschaut“ habe und die Informationen zur Studie in die sozialen Medien gestellt habe, so dass er sich darum nicht mehr habe kümmern müssen. Er habe „nichts Verwerfliches“ daran gefunden, für die Öffentlichkeitsarbeit Hilfe in Anspruch zu nehmen, sagte Streeck. „Was mir aber schlaflose Nächte bereitet, ist die Frage, dass da etwas anrüchig ist in der eigenen Arbeit.“

Autoindustrie: Ohne Kaufanreize Entlassungen

18.05 Uhr: In Deutschland gibt es nach Angaben des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann (CDU) derzeit 600 nachgewiesene Corona-Infektionen in der Fleischindustrie. Der CDU-Politiker wies dort Vorwürfe zurück, er sei nicht konsequent genug gegen Missstände in Schlachthöfen vorgegangen. Den Schuh, alles zu spät kontrolliert und geregelt zu haben, ziehe er sich nicht an. NRW hatte angeordnet, alle rund 20.000 Beschäftigten der Schlachthöfe in NRW auf das Corona-Virus zu testen, nachdem in einem Westfleisch-Betrieb in Coesfeld eine hohe Zahl von Infektionen entdeckt worden war.

17.42 Uhr: Bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) für einen zukunftsorientierten Ansat z geworben. Ein geplanter Wiederaufbauplan dürfe Gelder „nicht in die Wirtschaft von gestern stecken“, sagte von der Leyen im EU-Parlament. Das billionenschwere Vorhaben müsse vielmehr in den kommenden Jahren Zukunftsaufgaben wie den Klimawandel oder die Digitalisierung Europas angehen.

„Früher oder später werden Wissenschaftler und Forscherinnen einen Impfstoff gegen das Coronavirus finden“, sagte von der Leyen. „Aber gegen den Klimawandel gibt es keinen Impfstoff. Und deswegen muss Europa jetzt in eine saubere Zukunft investieren.“ Dies sei auch eine Frage der Generationengerechtigkeit. Denn für die nun für den Wiederaufbau gemachten Schulden, müssten „unsere Kinder in Zukunft aufkommen“.

Corona in Schlachthöfen: „Wir werden aufräumen.“

16.50 Uhr: In Berlin hat die nach offiziellen Angaben deutschlandweit erste Corona-Quarantänestation für infizierte Obdachlose eröffnet. Bis zu 16 Infizierte, die sonst auf der Straße leben, können dort versorgt werden, wie die Berliner Stadtmission mitteilte. Wer keine schweren Krankheitssymptome aufweise, könne sich „zu häuslichen Bedingungen in Ruhe“ auskurieren.

16.43 Uhr: Nach der Häufung von Corona-Infektionen in mehreren Schlachtbetrieben hat Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) gesetzliche Konsequenzen in Aussicht gestellt. „Wir werden aufräumen mit diesen Verhältnissen“, versicherte Heil bei einer Aktuellen Stunde im Bundestag. Das Corona-Kabinett werde am kommenden Montag Maßnahmen beschließen, die über die bisherigen Vorschriften hinausgingen, sagte er und beklagte die oft prekären Arbeits- und Wohnbedingungen von ausländischen Leiharbeitern in der Fleischwirtschaft. „Wir dürfen als Gesellschaft nicht weiter zugucken, wie Menschen aus Mittel- und Osteuropa in dieser Gesellschaft ausgebeutet werden.“

16.12 Uhr: Jeder dritte Beschäftigte ist laut einer Umfrage in der Corona-Krise ins Homeoffice gewechselt. 35 Prozent gaben in der ersten Aprilhälfte an, teilweise oder vollständig von zu Hause aus zu arbeiten, wie das Deutsche Institut der Wirtschaftsforschung auf Basis des Sozio-ökonomischen Panels ermittelte. Vor der Corona-Krise haben nur 12 Prozent gelegentlich oder immer den heimischen Schreibtisch genutzt. Vor allem Beschäftigte mit höheren Einkommen und höherer Bildung konnten demnach ins Homeoffice wechseln.

Aber sind sie dort auch produktiv? Jeder Zehnte meint, dass er zu Hause sogar mehr Arbeit erledigen kann als im Büro. 40 Prozent der Betroffenen machen die gegenteilige Erfahrung: Sie schaffen weniger. Die Forscher des DIW vermuten, dass dies daran liegt, dass Schulen und Kitas geschlossen wurden und Kinder zu Hause betreut werden mussten.

15.55 Uhr: Die Grenzkontrollen zu den deutschen Nachbarländern werden gelockert.

Seehofer: Freier Reiseverkehr in Europa ab 15. Juni
Seehofer- Freier Reiseverkehr in Europa ab 15. Juni

Wintersportort Ischgl in Österreich coronafrei

15.40 Uhr: Der in den vergangenen Wochen als Corona-Hotspot kritisierte Wintersportort Ischgl in Österreich ist wieder coronafrei. Wie aus einer Informationssammlung des Landes Tirol hervorgeht, gibt es in der kleinen Gemeinde derzeit keinen aktiven Fall Auch in den weiteren Gemeinden im Paznauntal gibt es kaum noch Erkrankte. Der Tiroler Landtag hat eine Kommission eingesetzt, um das Corona-Krisenmanagement der Landesregierung zu untersuchen. Auch Ischgl wird dabei im Fokus stehen. Von hier aus dürfte sich das Virus durch die vielen internationalen Gäste weit verbreitet haben. Lesen Sie auch: Massen-Infektion in Ischgl – Prozesslawine gegen Ski-Paradies

15.22 Uhr: Italiens Regierung will in der Corona-Krise die Beschäftigung von Tausenden Migranten legalisieren, die aktuell schwarz im Land arbeiten. Die Vereinbarung sei „ein Sieg für die Würde und den Respekt vieler Menschen“, die in sehr schwierigen Umständen lebten, sagte Agrarministerin Teresa Bellanova dem staatlichen Rundfunksender RAI. Die Vereinbarung solle für Erntehelfer, Hausangestellte und Pflegekräfte gelten und diese vor Ausbeutung schützen. Sie sei außerdem notwendig, weil dem Land wegen der Corona-Krise viele Saisonarbeiter etwa aus Rumänien oder Bulgarien fehlten.

Merkel im Bundestag: „Lassen Sie uns mutig und wachsam sein.“

14.12 Uhr: Auch wenn der große Urlaub in der Ferne warten muss – für das Pfingstwochenende können die Deutschen inländische Kurzreisen mit dem Zug planen. „Alle wichtigen touristischen Gebiete“ an Nord- und Ostsee sowie beispielsweise in Bayern und im Schwarzwald seien ab dem 29. Mai wieder wie gewohnt erreichbar, teilte die Deutsche Bahn mit. Dafür werde insbesondere der Fernverkehr „flexibel und schnell“ weiter ausgebaut.

13.55 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht weiterhin eine Gefahr durch die Corona-Pandemie, aber auch erhebliche Erfolge im Kampf gegen das Virus. Man werde noch länger mit der Pandemie leben müssen. Es gebe noch kein Medikament dagegen und auch keinen Impfstoff. Es sei aber schon einiges geschehen, was Mut mache, sagte Merkel am Mittwoch in einer Regierungsbefragung, der sechsten mit der Kanzlerin insgesamt und der ersten in der Corona-Krise. Daher: „Lassen Sie uns mutig und wachsam sein.“

Merkel im Bundestag: So ist die aktuelle Corona-Lage
Merkel im Bundestag- So ist die aktuelle Corona-Lage

13.39 Uhr: Die EU-Mitgliedstaaten haben sich auf ein koordiniertes Vorgehen bei der Entwicklung von Handy-Apps zur Kontaktverfolgung bei Corona-Infektionen verständigt. Wie die EU-Kommission am Mittwoch mitteilte, soll erreicht werden, dass die verschiedenen nationalen Apps miteinander kompatibel sind. Ziel ist es demnach, dass „Bürger vor einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus gewarnt werden können, auch wenn sie innerhalb der EU reisen“.

Eine europaweit einheitliche App soll es nicht geben, Brüssel pocht aber auf enge Absprachen. Unter Leitung der Kommission einigten sich die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten nun auf gemeinsame Richtlinien für die App-Entwickler. „Benutzer sollten sich auf eine einzige App verlassen können, unabhängig davon, in welcher Region oder in welchem Mitgliedstaat sie sich zu einem bestimmten Zeitpunkt befinden“, heißt es darin.

EU-Kommission legt Konzept für Sommerurlaub vor

12.17 Uhr: Die EU-Kommission hat ein Konzept für sichere Sommerurlaube in Zeiten von Corona vorgelegt. Der in Brüssel präsentierte Plan plädiert dafür, die derzeit stark eingeschränkte Reisefreiheit innerhalb der EU zumindest schrittweise wiederherzustellen. Gleichzeitig sollen Hotels und Ferienparks neue strenge Hygiene- und Sicherheitsanforderungen erfüllen müssen.

Vorgeschlagen wird zum Beispiel eine Begrenzung der Gästezahl, damit Abstandsregeln eingehalten werden können. Urlaube sollten nach Vorstellung der EU-Kommission zudem nur in Regionen ermöglicht werden, die gegebenenfalls auch für die medizinische Versorgung von Gästen ausreichend Kapazitäten haben.

Hier können Sie im Sommer Urlaub machen
Hier können Sie im Sommer Urlaub machen

10.17 Uhr: Nach fast zwei Monaten strikter Ausgangsbeschränkungen sind in England zahlreiche Menschen zu ihren Arbeitsstätten zurückgekehrt. Wer nicht von zu Hause aus seiner Beschäftigung nachgehen kann, soll der Regierung zufolge wieder in den Unternehmen arbeiten. Dies gilt vor allem für Angestellte in Industriebetrieben.

Auch mehr Freizeitaktivitäten sind erlaubt:

  • Sonnenbad im Park
  • Besuch im Gartencenter
  • Sportarten wie Golf oder Tennis
  • Tagesausflug mit dem Auto

Die Lockerung der Maßnahmen war auf starke Kritik in Großbritannien gestoßen. Das Vorgehen sei verfrüht und vieles unklar, hieß es. Die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland gehen einen strikteren Weg.

Nach offiziellen Angaben hat Großbritannien die meisten Corona-Toten in Europa. Die Angaben in den unterschiedlich erhobenen Statistiken schwanken zwischen etwa 33.000 und mehr als 50.000 Toten.

Corona-Warn-App – erstes Konzept veröffentlicht

9.11 Uhr: Die Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen sind eingebrochen. Da viele Verkehrsunternehmen Verbindungen einschränkten und Menschen aus Furcht vor Infektionen fern blieben, gingen die Zahlen im ersten Quartal um elf Prozent zurück, schätzte das Statistische Bundesamt am Mittwoch. Die Wiesbadener Behörde hat dafür die Daten einiger großer Verkehrsfirmen ausgewertet.

Im Straßenbahnverkehr, zu dem Stadtbahnen, Hoch- und U-Bahnen sowie Schwebebahnen zählen, sowie im Busverkehr sanken die Fahrgastzahlen um 9 Prozent.

Im gesamten Eisenbahnverkehr, wo die Behörde detaillierte Daten hat, ist der Corona-Einbruch deutlich sichtbar: Während die Fahrgastzahlen im Nah- und Fernzügen im Januar und Februar noch das übliche Niveau erreichten, brachen sie im März um rund 40 Prozent ein.

8.52 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Mittwoch mit 171.306 angegeben – ein Plus von 798 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 173.171 Infizierte.

Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 7634 Todesfälle, die JHU 7738 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 148.700.

Tui baut in der Corona-Krise Tausende Stellen ab

8.30 Uhr: Der Reisekonzern Tui hat den Abbau von mehreren Tausend Jobs angekündigt. „Weltweit wird das Auswirkungen auf rund 8000 Stellen haben, die wir nicht besetzen oder abbauen“, sagte Vorstandschef Fritz Joussen. Mehr dazu lesen Sie hier.

7.15 Uhr: Die geschlossene Grenze zwischen Deutschland und Österreich soll nach Informationen der österreichischen Nachrichtenagentur APA am 15. Juni wieder vollständig geöffnet werden. Schon ab diesem Freitag werde es an den Grenzen nur noch stichprobenartige Kontrollen geben, bestätigte das Kanzleramt in Wien am Mittwoch der APA.

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte am Dienstag mit Merkel telefoniert. Die Bundesregierung will bei ihrer Sitzung an diesem Mittwoch über weitere Schritte beraten.

Österreichs Kanzler Kurz hatte bereits am Dienstagabend in der Sendung „10vor10“ des Schweizer Fernsehens gesagt, dass er eine Grenzöffnung im Juni erwarte. Wie das Bundeskanzleramt in Wien weiter mitteilte, strebe Österreich auch eine Liberalisierung des Grenzregimes mit seinen anderen Nachbarländern an. Wann sind Reisen wieder möglich? In welche Bundesländer kann ich reisen in Deutschland?

6.20 Uhr: Für eine halbe Million Schulabgänger beginnt im August die Berufsausbildung. Doch in der Corona-Krise stellen viele Ausbildungsbetriebe wegen der extrem schwierigen wirtschaftlichen Situation alle Ausgaben infrage. Das bedroht auch Lehrstellen. Was Auszubildende jetzt wissen müssen.

Coronavirus-Infektion – Liste der Symptome immer länger

6.04 Uhr: Je länger die Coronavirus-Pandemie andauert, desto mehr Symptome werden der Krankheit zugeschrieben. Schien eine Infektion mit dem neuartigen Erreger sich zunächst ähnlich wie eine gewöhnliche Grippe auszuwirken, wird der Katalog der Krankheitszeichen nun immer länger.

„Am Anfang wurde uns gesagt, wir sollten auf Kopfschmerzen, Fieber und leichten Husten achten“, erinnert sich Sylvie Monnoye, Pariser Hausärztin. „Dann kamen Schnupfen und Halskratzen hinzu, danach Verdauungsprobleme, Magenschmerzen und schwerer Durchfall.“ Die Liste wurde aber noch länger: Wunden in der Haut, neurologische Probleme, blaue Zehen, Brustschmerzen, der Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn.

Mediziner vermuten, dass auch das ungewöhnliche Entzündungssyndrom, wegen dem über hundert Kinder in New York, London und Paris im Krankenhaus behandelt werden mussten, in Zusammenhang mit Covid-19 steht. Die Fälle ähneln dem Kawasaki-Syndrom, einer Gefäßerkrankung bei Kindern, die in selten Fällen bis zum Organversagen führen kann.

Bei Erwachsenen kann Covid-19 laut mehrerer Studien diese Symptome auslösen:

  • Schlaganfälle
  • Gehirnschwellungen
  • Herzschädigungen
  • schwere urologische Komplikationen
  • Nierenschäden
  • Auswirkungen auf die männlichen Sexualhormone

So will die EU den Sommerurlaub retten

3.10 Uhr: Die Bauwirtschaft hatte ihre eigentlich für den März geplante Tarifverhandlung verschoben, eine Verhandlung über einen Pandemievertrag platzte. Am kommenden Dienstag werden die Arbeitsbedingungen von rund 850.000 Beschäftigten neu verhandelt – und für viele Bauarbeiter könnte am Ende ein deutliches Plus auf dem Lohnzettel stehen, zumindest wenn sich die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) durchsetzt. Darum könnten Bauarbeiter trotz Corona-Krise mehr Lohn erhalten.

3.02 Uhr: Bei der Wiederaufnahme des Unterrichts in den niedersächsischen Schulen stehen deutlich weniger Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung als vor der Corona-Pandemie. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, rechnet Kultusminister Grant Hendrik Tonne damit, dass etwa jede fünfte Lehrkraft trotz der Hygieneregeln nicht in die Schulen kommen kann.

Diese Pädagogen gehörten selbst einer Risikogruppe an oder hätten Familienmitglieder in ihrem Haushalt, die zu einer Risikogruppe zählen. Coronavirus-Risikogruppen: Wer besonders gefährdet ist.

0.05 Uhr: Die EU will den Sommerurlaub retten. Am Mittwoch sollen Leitlinien beschlossen werden, wie Grenzkontrollen gelockert und Urlaubsreisen koordiniert in allen EU-Ländern ermöglicht werden können: „Europa braucht eine Pause“, heißt es im Entwurf, der unserer Redaktion vorliegt. Alle weiteren Informationen bekommen Sie hier.

„Wir werden definitiv im Sommer eine Touristensaison haben, allerdings mit Sicherheitsmaßnahmen und Einschränkungen“, sagte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni der „Süddeutschen Zeitung“.

Dienstag, 12. Mai 2020: Drosten warnt vor Verschwörungstheorien – Wuhan will ganze Bevölkerung testen

21.23 Uhr: Die Lage auf dem Markt medizinischer Masken hat sich nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) entspannt. Die Beschaffung habe mühsam angefangen, sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend im Interview mit der „Zeit“. „Mittlerweile gelingt es uns aber, so viel zu beschaffen, dass mir die ersten kassenärztlichen Vereinigungen und Länder sagen „der Hof ist voll, stell die Lieferungen ein“. Vor vier Wochen sei das noch schwieriger gewesen, sagte Spahn.

Kliniken, Praxen und Pflegeeinrichtungen hatten zu Beginn der Corona-Krise kritisiert, dass nicht ausreichend Schutzausrüstung für die Beschäftigten zur Verfügung stehe. Die Bundesregierung hatte daraufhin beschlossen, unter anderem Masken zentral zu beschaffen. In dem Interview warb Spahn um Verständnis: „Hätten wir früher Masken kaufen sollen? Ja! Hab ich mich aktiv dagegen entschieden, Masken zu kaufen, nein!“, erklärte er. Zu dem Zeitpunkt, wo man es hätte tun sollen, sei das Thema nicht im Bewusstsein gewesen. „Im Nachhinein ist man schlauer.“

Reproduktionszahl sinkt wieder auf 0,94

20.02 Uhr: Wegen des Verkaufseinbruchs in der Corona-Krise muss Volkswagen die Arbeit nach dem jüngsten Wiederanlauf stellenweise schon wieder herunterfahren. Im Stammwerk Wolfsburg soll die Produktion des kleinen SUV Tiguan sowie des Touran und des Seat Tarraco demnächst an vier Tagen komplett ruhen. Dies gelte an diesem Freitag (15.05.) sowie für den 20., 25. und 29. Mai, hieß es am Dienstagabend aus Unternehmenskreisen. Auch der neue Golf 8 ist betroffen, hier entfallen an den genannten Tagen aber vorerst nur einzelne Schichten. Zudem soll die Möglichkeit von Kurzarbeit mindestens auf den Zeitraum vom 18. bis 31. Mai erweitert werden. Angemeldet habe man die Option bei der Arbeitsagentur bis Ende Juni.

19.44 Uhr: Laut RKI ist die sogenannte Reproduktionszahl wieder unter den kritischen Wert von 1 gesunken. Mit Stand Dienstag liegt sie bei 0,94 wie das Institut mitteilte. „Die geschätzte Reproduktionszahl lag in den letzten Tagen leicht über 1. Dies zeigt, dass der Rückgangder Anzahl von Neuerkrankungen, den wir in den letzten Wochen beobachtet haben, sich abgeflacht hat und möglicherweise ein Plateau erreicht.“

Von einem erneut ansteigenden Trend gehen die Fachleute bisher nicht aus. Die Abschwächung des Rückgangs der Neuerkrankungen hänge auch mit lokalen Häufungen, beispielsweise im Umfeld von Schlachtbetrieben zusammen.

Bundeskabinett berät am Mittwoch über Grenzöffnungen

19.18 Uhr: Das Bundeskabinett berät am Mittwoch darüber, wie es nach dem 15. Mai mit den Kontrollen an den Grenzen zu den Nachbarländern weitergehen soll. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Dienstag in einer Konferenz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Hoffnung auf eine schrittweise Öffnung der Grenzen gemacht. Dabei werde es häufig einen zweistufigen Prozess geben, sagte sie nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Ihr sei wichtig, dass die Kontrollen nicht „bis ultimo“ fortgesetzt würden.

Die Kontrollen an den Grenzen zu den Nachbarländern Österreich, Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark sind bis zum 15. Mai befristet. Einreisen darf nur, wer einen wichtigen Grund vorweisen kann. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will vor Freitag verkünden, wie es ab dem Wochenende weitergeht.

Die EU-Kommission will am Mittwoch ebenfalls einen Plan für eine vorsichtige Öffnung der Binnengrenzen in Europa vorlegen. Nach einem der dpa vorliegenden Entwurf sollen die Kontrollen nach und nach aufgehoben werden. Die Kommission betont in dem Papier den Stellenwert des freien Reisens - für die schwer von der Pandemie getroffene Reisebranche, aber auch für Bürgerinnen und Bürger. Wenn man es koordiniert und sicher angehe, könnten die kommenden Monate den Europäern dringend benötigte Erholung verschaffen.

16.44 Uhr: Bei mit dem Coronavirus infizierten Kindern wurde in mehreren europäischen Ländern Symptome beobachtet, die denen des Kawasaki-Syndroms ähneln. Auch in Deutschland wurden Fälle gemeldet. Lesen Sie hier, wie es sich das Kawasaki-Syndrom äußert, in welchen Ländern Fälle beobachtet wurden und ob es auch für Erwachsene gefährlich ist.

Anstieg der Coronavirus-Infektionen in Wuhan – Bevölkerung wird getestet

16.12 Uhr: Angesichts neuer Corona-Fälle in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan haben die dortigen Behörden die Testung der gesamten Bevölkerung angeordnet. Wie chinesische Medien am Dienstag berichteten, hat jeder der 13 Stadtbezirke nun zehn Tage Zeit, um die Testung der insgesamt elf Millionen Einwohner in die Wege zu leiten. In welcher Zeitspanne alle elf Millionen Bewohner getestet sein sollen, blieb zunächst offen.

Am Sonntag und Montag waren in Wuhan erstmals seit einem Monat insgesamt sechs neue Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus registriert worden. Bei den Infizierten handelt es sich um ältere Bewohner eines Wohnkomplexes im Bezirk Dongxihu.

15.34 Uhr: Der Chef der Virologie an der Berliner Charitè, Christian Drosten, hat eindringlich vor verschwörungstheoretischen Videos im Internet gewarnt. Die zum Teil sogar von Professoren anderer Fachgebiete verbreiteten Inhalte zum Coronavirus seien oftmals „voller Unsinn und falscher Behauptungen“. Das Echo der Verschwörungstheorien bekäme er selbst inzwischen zu spüren, sagte Drosten im am Dienstag veröffentlichten NDR-Podcast.

Wichtig sei, sich zu informieren, ob der vermeintliche Experte auch tatsächlich einer ist. Wenn dieser aus einem anderen Fachbereich kommt, zuletzt keine wissenschaftlichen Arbeiten zu Viren veröffentlicht hat oder die Fachgemeinschaft an Experten in Deutschland und international ihn nicht anerkennt, „dann sollte man davon die Finger lassen“, mahnt Drosten. Vieles davon sei zudem schlichtweg Meinung. Mehr zum Podcast von Christian Drosten erfahren Sie hier.

15.30 Uhr: Jetzt starten wir unseren neuen Blog zur Coronavirus-Krise. Mehr zu den Entwicklungen der vergangenen Tage erfahren Sie hier in unserem letzten Newsticker zur Corona-Lage.

Hier erfahren Sie weitere Informationen zur Coronavirus-Pandemie in Deutschland und der Welt:

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