Christopher-Street-Day-Parade: Jubel über die Ehe für alle

Berlin  Mit CSD-Paraden fordert die queere Community Akzeptanz und Gleichberechtigung. In diesem Jahr gibt es gleich mehrere Gründe zum Feiern.

Viel nackte Haut und überall Regenbogenfarben: Mit einem bunten Freuden- und Protestzug haben Hunderttausende den Berliner Christopher Street Day gefeiert und dabei besonders die Öffnung der Ehe für alle bejubelt. Viele säumten die Straßen.

Erst am Vortag hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Gesetz zur Ehe auch für Homosexuelle unterzeichnet. Voraussichtlich Anfang Oktober soll es soweit sein: Auch Lesben und Schwulen dürfen dann in Deutschland heiraten und damit ebenfalls Kinder adoptieren.

Beck: Epoche der Akzeptanz kann beginnen

Bei allem Grund zum Feiern wurden auf den rund 60 Wagen des Umzugs immer wieder sehr ernste Themen aufgerufen. So forderte etwa die Aids-Hilfe kostenfreie Gesundheitschecks. Der CSD erinnert traditionell an Vorfälle um den 28. Juni 1969 in New York: Nach einer Polizeirazzia in der Bar „Stonewall Inn“ kam es zum Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen mit Straßenschlachten in der Christopher Street.

Auch Politiker liefen bei der Parade mit. „Die Phase der Toleranz ist vorbei. Jetzt kann die Epoche der Akzeptanz beginnen“, erklärte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck mit Blick auf die Ehe für alle. Aber es müsse weitergekämpft werden.

Es gab für die queere Community am Samstag neben der Ehe für alle aber gleich noch einen Grund zu feiern. Auch das Gesetz zur Rehabilitierung von Menschen, die nach 1945 noch für ihre Homosexualität juristisch verurteilt wurden, trat an dem Tag in Kraft. Die Parade endete am Brandenburger Tor, wo noch weiter gefeiert wird. (dpa)

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