Neue Corona-Verordnung: Masken im Freien und Sperrstunde

Hannover.  In Niedersachsen gilt ab Freitag eine neue Corona-Verordnung. Salzgitter reißt die erste Warnstufe. Dort gelten die neuen Corona-Regeln.

Wenn Menschen draußen zusammenkommen und keinen Abstand halten können, soll es laut der neuen Corona-Verordnung auch unter freiem Himmel in Hotspots eine Maskenpflicht geben.

Wenn Menschen draußen zusammenkommen und keinen Abstand halten können, soll es laut der neuen Corona-Verordnung auch unter freiem Himmel in Hotspots eine Maskenpflicht geben.

Foto: Marijan Murat / dpa

Für niedersächsische Städte und Landkreise mit besonders hohen Infektionszahlen hat die Landesregierung am Donnerstag die Corona-Verordnung verschärft. Am Freitag tritt sie in Kraft. Wenn die Inzidenz (die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche) über 35 steigt, gilt für die Gastronomie eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr. Außerdem müssen auch unter freiem Himmel Masken getragen werden, wenn Menschen auf engem Raum nicht nur vorübergehend zusammenkommen. Wo das sein soll, müssen die Landkreise und kreisfreien Städte vor Ort entscheiden. Steigt die Inzidenz über 50, dürfen Gastronomen auch keine alkoholischen Getränke außer Haus verkaufen.

Zahl der Neuinfektionen erreichte neuen Rekord: 11.287 an einem Tag

Seit Tagen schon überschreiten immer mehr Landkreise in Deutschland kritische Corona-Warnstufen. Jetzt überspringen bundesweit die Neuinfektionen erstmals die Marke von 10.000. Die Gesundheitsämter meldeten laut Robert Koch-Institut vom Donnerstagmorgen 11.287 neue Fälle. Der bisherige Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie war am Samstag mit 7830 Neuinfektionen erreicht worden.

Auch in Niedersachsen lassen die Fallzahlen aufhorchen. Bei uns gab es laut Landesgesundheitsamt am Donnerstagmorgen erstmals mehr als 700 neue Fälle. Es waren 754. Bisher waren die 682 Neuinfektionen vom Vortag der Top-Wert.

Salzgitter erreichte den ersten kritischen Wert

In Niedersachsen zählen bereits 10 der 45 Landkreise und kreisfreien Städte zu den Hotspots – Tendenz steigend. In unserer Region gibt es bisher noch keinen Hotspot mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Allerdings hat die Stadt Salzgitter den ersten kritischen Wert von 35 überschritten, bei dem die ersten Einschränkungen greifen. Braunschweig und Wolfsburg sowie die Landkreise Peine und Gifhorn kommen dem auch schon gefährlich nahe.

Gesundheitsministerium: Private Feiern tragen zur Verbreitung des Virus bei

Oliver Grimm, Sprecher des Landesgesundheitsministeriums, sagte per Mitteilung zu den Corona-Regeln: „Grund für die teilweise drastischen Einschränkungen ist, dass leider gerade Feierlichkeiten im Familien- oder Freundeskreis zu einer Weiterverbreitung des Corona-Virus geführt haben. Alle Bürgerinnen und Bürger werden deshalb gebeten, die neuen Regelungen konsequent einzuhalten oder – noch besser – in jedem Einzelfall sehr kritisch abzuwägen, ob und wie und in welchem Umfang private Feierlichkeiten überhaupt notwendig sind.“

Die FDP in Niedersachsen kritisierte die neuen Corona-Regeln. Stefan Birkner, Fraktions-Chef im Landtag, sagte unserer Zeitung: „Auf mich wirkt einiges in dieser Verordnung mehr wie Aktionismus als wie eine durchdachte Strategie. Ob Masken unter freiem Himmel und Sperrstunden wirklich das Infektionsgeschehen mindern, halte ich für fraglich.“ Der FDP-Landeschef forderte hingegen: „Ich würde es begrüßen, wenn die Landesregierung stattdessen konkret gegen die Pandemie vorgeht – beispielsweise mit Luftreinigungsanlagen in Schulen oder ausreichend Personal in den Gesundheitsämtern.“

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