Corona kostet Osterode 8,3 Millionen Euro Einnahmeausfälle

Osterode.  Der Kämmerer berichtet über die finanzielle Situation der Stadt Osterode. Sorgenkind ist die Stadthalle.

Die Stadthalle Osterode ist wegen der Coronabeschränkungen derzeit das Sorgenkind der Wirtschaftsbetriebe.

Die Stadthalle Osterode ist wegen der Coronabeschränkungen derzeit das Sorgenkind der Wirtschaftsbetriebe.

Foto: Stadthalle / HK-Archiv

Einnahmeausfälle in Höhe von 8,3 Millionen Euro hat die Stadt Osterode infolge der Coronapandemie seit Juni zu verzeichnen, berichtete Kämmerer Andreas Dutsch in der Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Wirtschaft und städtische Beteiligungen. Statt der, im Nachtragshaushalt ohnehin bereits gesenkten, 14,5 Millionen Euro an erwarteten Einnahmen für dieses Jahr rechne er jetzt nur noch mit 6,2 Millionen Euro, und auch von dieser Summe seien bisher nur 4,2 Millionen Euro verbucht. Die Details im Folgenden.

Lichtblick

„Die Ausgleichszahlungen für fehlende Gewerbesteuereinnahmen werden das Ergebnis aber deutlich verbessern“, beschwichtigte Dutsch. Der Eingang der von Bund und Land zugesagten Ausgleichszahlungen sei für Anfang Dezember in Aussicht gestellt.

Deshalb will der Kämmerer den Haushaltsplanentwurf für die Jahre 2021/22 erst am 17. Dezember einbringen – „damit wir von stabilen Zahlen ausgehen.“ Verabschiedet werden soll der Haushalt im Februar kommenden Jahres. „Recht gut“ sieht es laut Dutsch noch bei den Liquiditätskrediten aus, die sich auf 10,8 Millionen Euro belaufen.

Stadthalle ist das Sorgenkind

Den zweiten Quartalsbericht für die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Osterode (Wibo) legte Geschäftsführer Henrique Woyke Pereira vor. Sorgenkind der städtischen Einrichtungen ist die Stadthalle. Nachdem coronabedingt seit Anfang des Jahres sämtliche Veranstaltungen entfallen waren, seien auch für die Monate bis März 2021 schon 80 Prozent der geplanten Veranstaltungen abgesagt oder verschoben worden, informierte Woyke Pereira, für April bis Juli sei es bereits ein Drittel.

Aufgrund der Coronabeschränkungen hielten die Veranstalter die Wirtschaftlichkeit für nicht gegeben. „Sollte sich dieser Trend fortsetzen, sieht die Geschäftsführung keine Chance, überhaupt noch eine Spielzeit durchzuführen“, bedauerte Woyke Pereira. Konkret werde sich das in den nächsten Wochen herausstellen.

Aloha wegen Corona geschlossen

Das Aloha sei ebenfalls wegen der Pandemie geschlossen, da eine Öffnung unter den gegebenen Auflagen Mehrkosten von monatlich 87.000 Euro verursachen würde, unterstrich der Wibo-Geschäftsführer. Die Schließung hingegen erbringe eine Ersparnis von 50.000 Euro pro Monat, die in die Sanierung des Schwimmbades fließen werde. „Nach dem Ende der Coronabeschränkungen wird das Aloha mit einer Woche Vorlauf wieder in Betrieb gehen“, kündigte er an.

Die Besucherzahlen im Museum sind im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Geöffnet ist es derzeit auch nicht, allerdings wegen einer defekten Brandschutzanlage, die in circa zwei Wochen repariert sein soll, erklärte Woyke Pereira im Ausschuss. Weniger Besucher, aber die gleiche Zahl an Ausleihen verzeichne die Stadtbibliothek in Zeiten von Corona.

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Die Planungen für das Aloha hätten keine Einschränkungen für die zukünftig notwendigen Investitionen in die übrigen Einrichtungen der Wibo zur Folge, betonte der Geschäftsführer. Lediglich der Kostenansatz für die Sanierung der Stadthalle für die Jahre 2023 bis 2025 müsse um 300.000 auf 1,7 Millionen Euro gesenkt werden. Er sei jedoch zuversichtlich, dieses Manko bis dahin wieder ausgleichen zu können, und erwarte, dass alle Einrichtungen in den nächsten Jahren auf einen guten Stand gebracht werden.

Einstimmig votierte der Ausschuss für die Ernennung von Henrique Woyke Pereira, dem neben Severine Pfützenreuter die Geschäftsführung obliegt, zum Sprecher der Geschäftsführung der Wirtschaftsbetriebe der Stadt Osterode.

Gebühren für Straßenreinigung sinken

Ebenfalls einstimmig erfolgte die Entgegennahme des Jahresabschlusses 2019 der Abwasserreinigungsbetriebe sowie der Betriebsabrechnungen 2019 der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Osterode und der Straßenreinigung.

Auch die Gebührenkalkulation und die Gebührensatzung für die Straßenreinigung in der Stadt wurde von den Ausschussmitgliedern einstimmig befürwortet. Ab Januar 2021 gelten folgende Gebühren je Meter Straßenfront: Für die Sommerreinigung zweimal pro Woche sinken sie von 4,42 auf 4,14 Euro, bei der wöchentlichen Reinigung von 2,21 auf 2,07 Euro. Beim Winterdienst nach Bedarf reduziert sich der Satz von 1,66 auf 1,10 Euro.

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