Pistorius zu Moria: Niedersachsen kann 500 Flüchtlinge aufnehmen

Hannover.  Auch Stephan Weil betonte, dass Niedersachsen bereit sei, Flüchtlinge aus dem in der vergangenen Woche abgebrannten Flüchtlingslager aufzunehmen.

Migrantinnen und Migranten rufen bei einem Protest Parolen und halten ein Schild mit der Aufschrift "EU, save us, please" (EU, rette uns bitte) in der Nähe der Stadt Mytilene auf der nordöstlichen Seite der Insel Lesbos. Nach dem Brand des griechischen Flüchtlingslagers Moria könnte das Land Niedersachsen Innenminister Boris Pistorius zufolge „relativ kurzfristig“ bis zu 500 Menschen aufnehmen.

Migrantinnen und Migranten rufen bei einem Protest Parolen und halten ein Schild mit der Aufschrift "EU, save us, please" (EU, rette uns bitte) in der Nähe der Stadt Mytilene auf der nordöstlichen Seite der Insel Lesbos. Nach dem Brand des griechischen Flüchtlingslagers Moria könnte das Land Niedersachsen Innenminister Boris Pistorius zufolge „relativ kurzfristig“ bis zu 500 Menschen aufnehmen.

Foto: Petros Giannakouris / dpa

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat den Vorstoß von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) zur Aufnahme von rund 1500 weiteren Migranten von den griechischen Inseln in Deutschland begrüßt. „Das ist eine vernünftige, überfällige Entscheidung,

die in die richtige Richtung geht“, sagte Pistorius am Dienstag in Hannover. „In Anbetracht des katastrophalen Brandes sind 1500 Personen allerdings zu wenig.“ Niedersachsen stehe bereit, auch kurzfristig 500 Flüchtlinge aufzunehmen. „Jetzt müssen auch die anderen EU-Staaten schnell nachziehen.“ Solchen, die sich verweigerten, müssten Konsequenzen drohen.

Weil zu Brand in Moria: Kein eigenes Landesaufnahmeprogramm

Auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) betonte am Dienstag im Landtag, dass Niedersachsen bereit sei, Flüchtlinge aus dem in der vergangenen Woche abgebrannten Flüchtlingslager auf Lesbos aufzunehmen. Ein eigenes Landesaufnahmeprogramm sei dafür aber nicht in Planung, vorrangig sei dies Sache des Bundes.

Unterdessen traf am Dienstag am Flughafen Hannover ein weiteres Flugzeug aus Athen mit 109 hilfsbedürftigen Flüchtlingen von den griechischen Ägäis-Inseln ein. Sie werden zur Durchführung des Asylverfahrens auf verschiedene Bundesländer verteilt, bei diesem Flug waren keine Flüchtlinge mit Ziel Niedersachsen dabei, teilte das Innenministerium mit. Seit Ende Juli läuft in Absprache mit internationalen Hilfsorganisationen der Transfer von rund 930 behandlungsbedürftigen Flüchtlingskindern und ihren Angehörigen nach Deutschland.

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