Coronavirus: 4026 Fälle in Niedersachsen – 18 Tote in Wolfsburg

Hannover.  33 Menschen aus Niedersachsen sind am Coronavirus verstorben, 18 davon in Wolfsburg sowie eine Person in Salzgitter.

Eine Mitarbeiterin mit einem Mundschutz der Firma 3M arbeitet in einer neuen Teststation vor dem Tropeninstitut für Menschen mit Covid-19-Verdacht und hält dabei ein Probenröhrchen mit einem Nasenabstrich in den Händen.

Eine Mitarbeiterin mit einem Mundschutz der Firma 3M arbeitet in einer neuen Teststation vor dem Tropeninstitut für Menschen mit Covid-19-Verdacht und hält dabei ein Probenröhrchen mit einem Nasenabstrich in den Händen.

Foto: Sven Hoppe / dpa

Die Zahl der Infizierten in Niedersachsen ist am Sonntag (Stand: 30. März) auf 4026 bestätigte Fälle angestiegen. Das sind gut 300 mehr als noch am Vortag. Es gibt landesweit 33 Tote, davon allein 18 in Wolfsburg. Sie alle wohnten in einem Pflegeheim für demenzkranke Senioren.

Ministerpräsident Stephan Weil macht den Niedersachsen angesichts der Corona-Krise wenig Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr ins normale Leben. Paare sollten beispielsweise damit rechnen, große Hochzeitsfeiern zu verschieben, eventuell sogar auf das kommende Jahr, sagte der SPD-Politiker am Donnerstagmorgen (26. März) im Interview dem Radiosender Antenne Niedersachsen.

Auch wenn sich die Situation in Deutschland und Niedersachsen bald beruhige, bedeute das ja nicht automatisch, dass das überall auf der Welt so sein werde. Nach Ostern werde die Lage erneut analysiert. Erst dann könne über mögliche Lockerungen der Einschränkungen nachgedacht werden, sagte Weil dem Radiosender.

Positiv hingegen: In Niedersachsen sind inzwischen (Stand: Donnerstag, 26. März) 201 Corona-Erkrankte wieder genesen. „Das ist eine Zahl, die uns Hoffnung geben soll“, sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am 26. März in Hannover. Sie rief die genesenen Patienten auf, sich bei der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) für die Entwicklung einer antikörperbasierten Therapie zu melden. Dort wird an einer solchen gearbeitet. Am Sonntag, 29. März, waren bereits 525 Corona-Patienten in Niedersachsen wieder gesund.

Für alle Bürgerfragen zur Corona-Pandemie hat die Landesregierung am Donnerstag, 26. März, eine zentrale Hotline geschaltet. Unter (0511) 120 6000 gebe es allgemeine Informationen zum Coronavirus und seinen Folgen, teilte das Innenministerium in Hannover mit. Bei Detailfragen werde der Kontakt zu entsprechenden Ansprechpartnern vermittelt.

Bereits seit Februar gibt es Telefonauskünfte des Landes zu Gesundheit unter (0511) 4505 555, Land- und Ernährungswirtschaft unter (0511) 120 2000 sowie Wirtschaft und Arbeit unter (0511) 120 5757. Informationen im Internet: www.niedersachsen.de/Coronavirus.

Die Kultusminister der Länder haben am Mittwoch beschlossen, dass die Abschlussprüfungen in den Schulen stattfinden sollen.

In Niedersachsen sind 33 Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus gemeldet worden (Stand: 30. März). 18 davon in Wolfsburg, einer davon in Salzgitter. Am Dienstag (24. März) meldete das niedersächsische Gesundheitsministerium, dass eine über 80 Jahre alte Frau im Klinikum Wolfsburg verstorben sei. Am Montag war bereits der Tod einer 70 Jahre alten Frau aus Wolfsburg bekannt geworden. Am Freitag (27. März) erhöhte sich die Zahl der Sterbefälle in Wolfsburg um acht neue Opfer auf insgesamt 10. Es handelt sich um sechs Frauen und zwei Männer im Alter zwischen 76 und 100 Jahren. Die Zahl der Corona-Toten in Wolfsburg stiegt am 30. März auf 18 an. Am Freitag, 27. März, bestätigte die Stadt Salzgitter den Tod einer etwa 80-jährigen Frau.

Am Donnerstag, 26. März, wurde vermeldet, dass zwei Personen im Alter von 86 und 89 Jahren aus der Region Hannover am Vortag in Krankenhäusern gestorben waren. Ob sie – so wie viele andere Opfer – Vorerkrankungen hatten, blieb zunächst offen.

Ein weiterer Todesfall war am vorangegangenen Dienstag gemeldet worden: ein 57 Jahre alter Mann mit Vorerkrankungen ist im Kreis Emsland verstorben.

Am Samstag, 21. März, wurde bekannt, dass zwei Männer im Alter von 70 und 84 Jahren in der Region Hannover am Freitag gestorben seien.

Die beiden Männer seien in Krankenhäusern der Region Hannover gestorben. Ob bei den Männern auch andere Krankheitssymptome vorlagen und wie lange sie im Krankenhaus behandelt worden waren, ließ die Sprecherin offen.

Im Landkreis Harburg starb in der Nacht zum Samstag außerdem ein 87-Jähriger, der nach Angaben des Landkreises eine Vorerkrankung hatte und seit einigen Tagen in einem Krankenhaus behandelt wurde.

Ein 66-jähriger Mann aus dem Kreisgebiet Leer starb ebenfalls am Samstag im Krankenhaus, wie ein Kreissprecher mitteilte. Der Mann habe eine schwere Vorerkrankung gehabt.

Am Montag, 23. März, wurde dann der Tod eines 77-jährigen Mannes Im Landkreis Vechta gemeldet.

„Unsere Anteilnahme gilt den Angehörigen und den Freunden der beiden Verstorbenen“, sagte Regionspräsident Hauke Jagau laut einer Mitteilung. .

Schwerpunkte sind die Region Hannover und der Landkreis Hildesheim. Der erste bekannte Fall aus Niedersachsen stammt von Anfang März – genauer aus Uetze.

Land: Anstieg an Corona-Infektionen etwas gebremster

Seit vergangenem Freitag gebe es aber Steigerungsraten zwischen 10 und 16 Prozent, hatte der Leiter des Krisenstabs des Landes, Heiger Scholz, am Dienstag (24. März) erklärt. In der Vorwoche seien es noch um 30 Prozent oder mehr gewesen. Man könne aber noch nicht sagen, dass die Maßnahmen gegen die Verbreitung griffen, sagte Scholz. Trotzdem sei es besser, wenn die Zahlen weniger stark stiegen. In Krankenhäusern lagen in Niedersachsen laut Scholz am Dienstag auf Normalstation 234 Patienten, 62 auf Intensivstationen. Dies sei kaum eine Veränderung. Ein Kind sei auf einer Normalstation erkrankt, sagte Scholz.

Scholz räumte drohende Engpässe bei Schutzkleidun g ein. Teilweise kämen Lieferungen nicht an, sei es, dass sie beschlagnahmt würden oder möglicherweise auch gestohlen. „Wir sind intensiv dabei, zu bestellen“, so Scholz. es gebe aber auch lange Lieferfristen. Die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs, Claudia Schröder, warnte erneut vor privaten Feiern. Diese seien außerhalb der Kernfamilie untersagt.

Das sind die Infektionszahlen für Niedersachsen

Am Montag, 30. März, berichtete das niedersächsische Gesundheitsministerium von 4026 bestätigten Corona-Fällen. Betroffen sind nahezu alle Städte und Landkreise in Niedersachsen. Zweistellige Krankheitsfälle gibt es laut Gesundheitsministerium (Stand Montag 30. März) in den Kreisen Ammerland (77), Aurich (44) Celle (73), Cloppenburg (27), Cuxhaven (49), Diepholz (114), Emsland (135), Friesland (10), Gifhorn (60), Goslar (51), Göttingen (158), Grafschaft Bentheim (80), Hameln-Pyrmont (48), Harburg (155), Heidekreis (25) Helmstedt (56), Hildesheim (150), Holzminden (47), Leer (23), Lüneburg (82), Nienburg (Weser) (28), Northeim (33), Osterholz (39), Peine (61), Rotenburg (Wümme) (49), Schaumburg (52), Stade (115), Uelzen (20), Vechta (145), Verden (57), Wesermarsch (39), Wittmund (14), Wolfenbüttel (35) sowie in Braunschweig (144), Salzgitter (50), Wolfsburg (163), der Region Hannover (786), in Oldenburg (81), in Delmenhorst (19) und in Osnabrück (211).

Das Coronavirus in der Region um Braunschweig und Wolfsburg

In unserer Region sind bislang 16 Menschen an dem Coronavirus gestorben. Wie Stadtsprecher Thomas Helmke am 23. März mitteilt, erlag zunächst am Montag ein Mensch in Wolfsburg der Krankheit. Ein zweiter Todesfall wurde am Dienstag (24. März) bekanntgegeben.

Am Freitag, den 27. März, bestätigte auch die Stadt Salzgitter den ersten Todesfall im Stadtkreis. Eine etwa 80-Jährige verstarb.

Der erste Fall in Braunschweig datiert von Donnerstag, 5. März: Eine Frau positiv auf das Virus getestet. Sie wurde in häusliche Quarantäne geschickt.

Corona in Braunschweig- Alle Fakten auf einen Blick

Am Mittwoch (11. März) bestätigte der Landkreis die ersten zwei Corona-Fälle in Gifhorn. Eine Person hatte sich offenbar bei einem Italien-Urlaub infiziert.

Corona in Gifhorn- Alle Fakten auf einen Blick

Am Donnerstag (12. März) teilte das Gesundheitsamt der Stadt Salzgitter mit, dass es den ersten Corona-Fall in der Stahlstadt gibt: Eine Frau hatte nach der Rückkehr aus dem Österreich-Urlaub Symptome gezeigt. Ihre Mitfahrerin infizierte sich ebenfalls mit dem Coronavirus.

Corona in Salzgitter und Umland – Was Sie jetzt wissen müssen

Auch am Donnerstag, 12. März, wurde bekannt, dass es einen ersten bestätigten Corona-Fall im Kreis Helmstedt gibt.

Corona im Landkreis Helmstedt- Alle Fakten auf einen Blick

Das Gesundheitsamt der Stadt Wolfsburg teilt mit, dass am Freitag, 13. März, erstmals bei einem Wolfsburger Einwohner das Coronavirus positiv getestet wurde.

Corona in Wolfsburg- Die Fakten auf einen Blick

Im Kreis Peine sind am Freitag, 13. März, ebenfalls die beiden ersten bestätigten Corona-Fälle bekannt geworden.

Wolfenbüttel vermeldete als letzter Landkreis unserer Region den ersten bestätigten Corona-Fall. Am Dienstag, 17. März, teilte Landkreis-Sprecherin Lisa Burfeind mit, die Betroffene sei eine Reiserückkehrerin aus dem Skiurlaub in Tirol und befinde sich seit mehreren Tagen in häuslicher Quarantäne.

Corona im Landkreis Wolfenbüttel- Die Fakten auf einen Blick

Auch nahe Osterode gab es am Samstag, 14. März, den ersten bestätigten Corona-Fall .

Corona in Osterode- Ein Überblick über die Situation vor Ort

Ministerpräsident Weil: Die Lage ist ernst

Am Sonntag (22. März) kündigten Bund und Länder ein Kontaktverbot an. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hält das von Bund und Ländern beschlossene Kontaktverbot zur Eindämmung der Corona-Krise für unerlässlich. „Ich bin mir bewusst, dass diese weiteren Verschärfungen die Freiheit der Menschen in Niedersachsen stark einschränken“, sagte er am Sonntag nach den Beratungen mit seinen Länderkollegen und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

„Sie sind aber notwendig, die Lage ist sehr ernst. Wir müssen alle miteinander alles dafür tun, dass möglichst wenige Menschen infolge des Coronavirus sterben.“Es gehe angesichts der rasanten Ausbreitung des Covid-19-Erregers in Deutschland um eine dringend nötige Reduktion der Infektionsfälle: „Wir müssen alles in unserer Macht stehende dafür tun, dass unser Gesundheitssystem allen Betroffenen wirksam helfen kann“, sagte Weil.

Bundesweit werden Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten. Ausgenommen sind Angehörige, die im eigenen Haushalt leben. Schließen müssen zudem alle Restaurants sowie Dienstleistungsbetriebe mit enger körperlicher Nähe wie Friseure, Massagepraxen oder Kosmetikstudios. Die verschärften Regeln sollen für mindestens zwei Wochen gelten.

Am Freitag, 20. März, kündigte der Ministerpräsident eine Schließung der Gastronomie ab Samstag an: Coronavirus- Niedersachsen macht die Gastronomie dicht

„Wir können es nicht hinnehmen, dass weiter Corona-Partys gefeiert werden und Menschen dicht an dicht in Straßencafés sitzen.“ Die Polizei in Niedersachsen wird laut dem Ministerpräsidenten dafür sorgen, dass Sicherheitsabstände in Gaststätten eingehalten werden. „Wer das Virus auf die leichte Schulter nimmt und die gut begründeten Vorgaben nicht umsetzt, muss damit rechnen, dass seine Gastronomie vorübergehend geschlossen wird.“

Die Zusammenarbeit von Bundesregierung und Ländern in der Corona-Krise funktioniert Weils Ansicht nach gut. „Der Föderalismus ist dieser historisch einmaligen Bedrohung durchaus gewachsen.“

Pistorius: Kontrollen werden unvermindert fortgesetzt

Im Kampf gegen die Corona-Krise sollen Polizeipräsenz und Kontrollen in Niedersachsen „unvermindert fortgesetzt“ werden. Das teilte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Sonntagabend (29. März) mit.

„Das letzte Wochenende hat gezeigt, dass die breite Präsenz und die Kontrollen der Polizei wichtig und erforderlich sind, damit sich die Menschen an die aktuell geltenden Regeln halten“, so der Innenminister.

Pistorius- Corona-Kontrollen werden „unvermindert fortgesetzt“

Althusmann: Niemand muss Lebensmittel-Engpässe befürchten

Ob Nudeln oder Klopapier: Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hat die Bürger dazu aufgerufen, trotz der Corona-Krise keine Hamsterkäufe zu tätigen. „Ich kann die Sorge vieler Menschen verstehen, ich bitte sie allerdings dringlich, mit Augenmaß einzukaufen. Das Bevorraten mit Lebensmitteln ist nicht notwendig. Selbst wenn die Regale mal leer sind, werden sie wieder aufgefüllt werden“, sagte der Minister der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag, 18. März). Und: „Es hat auch etwas mit der Solidarität untereinander zu tun, sich jetzt nicht mit 100 Rollen Toilettenpapier und kiloweise Nudeln einzudecken.“

VW schließt Werke wegen der Corona-Krise

VW wird nach Angaben des Betriebsrats ab Freitag die Produktion in seinen Werken wegen des Corona-Ausbruchs stoppen. Das teilten die Arbeitnehmervertreter am Dienstagmorgen (17. März) mit.

VW-Vorstandschef Herbert Diess sagte, dass ein Herunterfahren der Werke erforderlich sei, um das Ausbreiten des Coronavirus einzudämmen. Es gehe nun vorrangig darum, die VW-Mitarbeiter und ihre Mitarbeiter zu schützen. Bei den Schließungen gehe es zunächst um Zeiträume von ein bis drei Wochen.

Niedersachsen schnürt Milliardenpaket gegen Corona-Folgen

Dass so schnell eine Ausnahme vom Neuverschuldungsverbot in der Landesverfassung nötig sein würde, das hätten sich wohl weder Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) noch Vize-Ministerpräsident Bernd Althusmann (CDU) träumen lassen. Am Dienstag (17. März) verkündeten beide Regierungsmitglieder Seite an Seite, dass Niedersachsen 4,4 Milliarden Euro zur Bekämpfung der Corona-Folgen bereitstellen will. Dabei geht es im Wesentlichen darum, die weitreichenden Folgen für die Wirtschaft des Landes zu mildern - und Geld für notwendige Ausrüstung im Gesundheitssystem zur Verfügung zu stellen.

Touristen müssen Braunschweiger Hotels bis zum 25. März verlassen

Zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus hat das Land Niedersachsen weitere Vorgaben erlassen. Diese setzt die Stadt Braunschweig laut Mitteilung (18. März) mit einer Allgemeinverfügung um. Betreibern von Hotels und vergleichbaren Einrichtungen ist es ab sofort untersagt, Personen zu touristischen Zwecken zu beherbergen. Werkstätten für behinderte Menschen und vergleichbare Einrichtungen müssen ihren Betrieb grundsätzlich einstellen. Im dringenden öffentlichen Interesse dürfen Verkaufsstellen für den täglichen und gesundheitlichen Versorgungsbedarf im Stadtgebiet auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet werden. Dies sind die folgenden Verkaufsstellen: der Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkäufer, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte, der Großhandel.

Die ersten Corona-Fälle in Niedersachsen

Die erste Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in Niedersachsen war am 1. März 2020 bekanntgeworden. Ein 68 Jahre alter Mann aus Eltze in der Gemeinde Uetze (Region Hannover) hatte sich offensichtlich während einer Busreise nach Südtirol angesteckt. Behördenangaben zufolge bestätigte sich auch eine Infektion bei einer Kontaktperson des 68-Jährigen, die aber keine Symptome aufweise.

In Stade hatte sich ein Lehrer eines Gymnasiums mit dem Coronavirus infiziert (5. März). Ein Unterrichtsausfall am Vincent-Lübeck-Gymnasium hielt das Gesundheitsamt des Landkreises allerdings zu dieser Zeit noch nicht für nötig. Der Mann hatte demnach grippeähnliche Symptome aufgewiesen.

In der Grafschaft Bentheim kam am 4. März ein 30-Jähriger aus Schüttorf in häusliche Quarantäne, teilte der Landkreis Grafschaft Bentheim mit. Die häusliche Isolation betreffe auch die in dem Haushalt lebenden Familienangehörigen. Der Mann arbeitet laut Behörden in einem grenzüberschreitenden Gewerbegebiet und habe sich nach bisherigen Erkenntnissen bei einem Infizierten im niederländischen Coevorden angesteckt, sagte ein Landkreissprecher.

In Ostfriesland war laut Gesundheitsministerium eine 32-Jährige aus Westoverledingen im Landkreis Leer infiziert (4. März). Sie wurde isoliert in einem Krankenhaus untergebracht, ihr Zustand galt zunächst als stabil. Der Lebensgefährte der Frau kam in häusliche Quarantäne.

Im Landkreis Rotenburg/Wümme erkrankten zwei Urlaubsrückkehrer aus Südtirol (4. März).

Corona: Abitur-Notfallpläne in Niedersachsen - früher Osterferien

Niedersachsen hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus alle Schulen geschlossen. Die Schulsperrung gilt ab Montag, 16. März. Nach zwei Wochen außerplanmäßiger Schließung würden am 30. März nahtlos zwei Wochen Osterferien beginnen.

Neben den Schulen wurden auch die Kindertagesstätten in Niedersachsen wegen der Coronakrise geschlossen. Das sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Freitag, 13. März, in Hannover.

Corona- Wegen Kinderbetreuung krankschreiben lassen, ist verboten

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) kämpft noch ums Abitur und weitere Abschlüsse für Schüler in Niedersachsen. „Ich möchte, dass alle Schüler die Chance haben, ihre Prüfungen abzulegen“, versicherte der Minister am Freitag (27. März). Abitur und weitere Prüfungen in der Sekundarstufe I sollen laut Tonne durch einen neuen „Fahrplan“ trotz der Corona-Krise gerettet werden. Doch ob das geht, entscheidet sich erst nach Ostern.

Coronavirus- Schule geschlossen – das müssen Eltern wissen

Auch in den Osterferien (30. März – 14. April) wird die Notbetreuung in niedersächsischen Kindertageseinrichtungen und Schulen vorgehalten, wie Kultusminister Grant Hendrik Tonne am Freitag (20. März) mitgeteilt hat. Diese Notbetreuung sichert ab, das aufgrund der Corona-Krise besonders benötigten Berufsgruppen trotz geschlossener Einrichtungen die Wahrnehmung unverzichtbarer zentraler beruflicher Aufgaben ermöglicht wird. Weitere Informationen finden Sie hier.

Coronavirus-Testzentren und mobile Teams in Niedersachsen im Einsatz

Im Kampf gegen die Coronavirus-Ausbreitung haben inzwischen in zahlreichen Landkreisen spezielle Testzentren ihre Arbeit aufgenommen. Dort, wo es noch keine solche Zentren gibt, seien mobile Testteams unterwegs, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) mit. Sie nehmen in begründeten Corona-Verdachtsfällen Abstriche von Patienten. Testzentren gibt es unter anderem in Braunschweig, Wilhelmshaven, Oldenburg, Vechta, Hannover, Aurich und Lüneburg, aber auch in Peine. Außerdem wurde ein Verteilzentrum für Schutzkleidung für Ärzte und medizinisches Fachpersonal eingerichtet. Wolfenbüttels Landrätin Christiana Steinbrügge gab am Donnerstag, 12. März, bekannt, dass der Landkreis Wolfenbüttel ein eigenes Corona-Testzentrum vorhält.

„Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass wir mit Hilfe der Testzentren und der mobilen Teams das Infektionsrisiko für das medizinische Personal in der niedersächsischen Arztpraxen vermindern und die weitere Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen“, sagte KVN-Vorstandschef Mark Barjenbruch. Abstriche werden nach KVN-Angaben nur auf ärztliche Anforderung vorgenommen. Patienten müssten also von einem Arzt angemeldet werden – sie sollten keinesfalls selbstständig in die Corona-Testzentren kommen, um sich überprüfen zu lassen.

Krankenhäuser bereiten sich auf mehr Covid-19-Patienten vor

Der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG) war zunächst kein erhöhtes Patientenaufkommen in den Kliniken im Land bekannt, obwohl sich immer mehr Menschen mit dem neuen Coronavirus infizieren. „Die Vorbereitungen für einen größeren Ausbruch in Niedersachsen laufen auf Hochtouren“, sagte NKG-Geschäftsführer Marten Bielefeld am Freitag, 13. März. Die Häuser tauschten sich untereinander aus und seien in den regionalen und kommunalen „Krisenstäben“ vertreten.

Ein landesweites Besuchsverbot für die Krankenhäuser gab es bis Freitagmorgen (13. März) noch nicht. Erste Krankenhäuser hätten aber bereits Besuchsverbote ausgesprochen, sagte der Verbandsgeschäftsführer. So lassen zum Beispiel alle Kliniken in der Region Hannover überhaupt keine Besucher mehr in ihren Krankenhäusern zu. Am Samstag, 14. März, erließ das Helios Klinikum in Gifhorn ebenfalls ein sofortiges Besucherverbot.

Das Klinikum Wolfsburg erlaubt seit dem 29. März keine Besuche mehr(auch nicht die bisherigen Ausnahmen). Es werden auch keine neuen Patienten aufgenommen. Sie werden auf umliegende Krankenhäuser verteilt.

Rückkehrer aus Risikogebieten dürfen auf Anweisung des Sozialministeriums landesweit keine Krankenhäuser betreten.

Außerdem rief das Land Niedersachsen am 30. März einen Aufnahmestopp für Pflegeheime aus. Ausschlaggebend dafür war auch der Tod mehrerer mit dem Coronavirus infizierter Pflegebedürftiger in Wolfsburg.

Braunschweig verfügt Besuchsverbote für Kliniken und Pflegeheime

Auch Niedersachsen verschiebt alle planbaren Operationen

Entsprechend einer Vereinbarung von Bund und Ländern werden auch in Niedersachsen alle planbaren Operationen verschoben, um die Krankenhäuser für Patienten mit dem Coronavirus freizuhalten. Das teilte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Freitag, 13. März, in Hannover mit. Die Regelung greift ab Montag (16. März). „Es wird sehr auf die nächsten Wochen ankommen“, meinte Reimann. Um die weitere Ausbreitung der Krankheit zu bremsen, seien auch drastische Maßnahmen nötig.

Der Beschluss zum Aufschub planbarer Operationen, Eingriffe und Krankenhausaufnahmen für die Fälle, wo dies medizinisch vertretbar ist, soll für unbestimmte Zeit gelten, heißt es in einem Beschluss von Bundesregierung und den Ministerpräsidenten der Länder vom Donnerstagabend (12. März). Der Beschluss legt fest, dass die entstehenden wirtschaftlichen Folgen für die Krankenhäuser seitens der gesetzlichen Krankenkassen ausgeglichen werden.

Coronavirus: Weil kündigt Krisenstab im Innenministerium an

Im Kampf gegen eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Niedersachsen wird die bisher tätige Koordinierungsgruppe in einen Krisenstab umgewandelt. „Wir werden einen Krisenstab unter der Leitung des Sozialministeriums und mit Unterstützung des Innenministeriums bilden“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil dem Politikjournal „Rundblick“ am Mittwoch, 11. März. „Wenn die Zahlen steigen – und das werden sie – brauchen wir eine stabsmäßige Organisation, um effektiv handeln zu können“, erklärte der SPD-Politiker.

Die Koordinierungsgruppe ist ressortübergreifend, in ihr sitzen auch Experten aus dem Gesundheitswesen. Sie bewertet die Lage täglich neu.

Quarantäne für Kontaktpersonen

Für Menschen, die mit Corona-Patienten Kontakt hatten, gilt: Kontaktpersonen von Patienten oder Reiserückkehrer aus Risikogebieten mit entsprechenden Symptomen sollten isoliert und so schnell wie möglich auf das Virus getestet werden, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann. Im Falle einer Ansteckung würden die entsprechenden Kontaktpersonen ermittelt.

„Diese werden dann ebenfalls unter Quarantäne gestellt und bei auftretenden Symptomen getestet“, erklärte Reimann.

In allen Bundesländern gibt es inzwischen nachgewiesene Infektionen mit dem neuen Coronavirus. Vor allem in Nordrhein-Westfalen gibt es viele registrierte Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2 genannten Erreger.

Nicht jeder Infizierte wird auch krank

Doch nicht jeder Infizierte erkrankt. Die Mehrheit der Betroffenen hat Erkältungssymptome oder gar keine Beschwerden. Schwerere Krankheitsverläufe entwickeln nach den bisherigen weltweiten Erkenntnissen bis zu 15 Prozent der Betroffenen. Häufig sind darunter alte Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen. Die Isolation der Betroffenen und die Suche nach Kontaktpersonen erfolgt, damit sich die Ausbreitung des Virus verlangsamt. Ziel ist, möglichst viel Kapazität im Gesundheitssystem zu erhalten.

Für die allermeisten Kinder ist das neue Virus nach Angaben des niedersächsischen Landesverbandes der Kinder- und Jugendärzte keine große Gefahr. „Es betrifft in seinem komplizierten Verlauf vor allem ältere Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen. Dies sollten sich die Eltern immer wieder bewusst machen“, sagte Verbandssprecherin Tanja Brunnert aus Göttingen.

Für Schulen, bei denen die beabsichtigte Verschiebung einer Klassenfahrt beim Reiseveranstalter nicht möglich ist, prüft das Kultusministerium die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung. „Für Sonderfälle prüfen wir die Möglichkeit zu helfen, wo eine Verschiebung nicht möglich ist“, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Die Frage sei, um wie viele Reisen es am Ende geht und welche Summen möglicherweise ersetzt werden müssten. „Ich halte es in der jetzigen Situation für sinnvoll, Planungen für Fahrten aufzuschieben.“

Niedersachsen beschließt Nachtragshaushalt wegen Coronakrise

Wegen Corona setzt das Land das Neuverschuldungsverbot („Schuldenbremse“) außer Kraft. Das ist für Notlagen vorgesehen. „Wir werden mit aller Macht für unsere Wirtschaft kämpfen“, sagte Landesfinanzminister Reinhold Hilbers (CDU) am 25. März. Bei der NBank, die Hilfsprogramme abwickeln soll, fielen aber laut Berichten erst einmal die Server aus.

Zu neuen 1,4 Milliarden Euro kommt ein erhöhter Bürgschaftsrahmen von 3 Milliarden Euro.

Wirtschaftlich angespannte Lage durch Coronavirus-Ausbreitung

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) versuchte, die auch wirtschaftlich angespannte Lage wegen der anhaltenden Ausbreitung des neuen Coronavirus zu beruhigen. „Wir stehen in einer schwierigen Situation, und die bleibt uns auch noch eine Weile erhalten“, sagte er am Dienstag (10. März) am Rande einer Betriebsräte-Konferenz des Tui-Konzerns in Hannover.

Im Rückblick auf die Weltwirtschaftskrise 2008/2009 meinte er: „Aber wir wissen: Wenn wir vernünftig, mit kühlem Kopf, aber auch entschlossen agieren, dann kriegen wir das gemeinsam auch in Deutschland gut hin.“ Der niedersächsische Regierungschef sagte, die von der Koalition in Berlin auf den Weg gebrachten Hilfen seien ein erster Baustein. Er finde es „gut, dass mit der Flexibilisierung der Kurzarbeit eine ganz wichtige Voraussetzung“ geschaffen worden sei, „dass Unternehmen sich nicht Hals über Kopf von ihren Mitarbeitern trennen müssen“.

Weil sprach sich dafür aus, auch die angedachten Liquiditätshilfen umzusetzen: „Wenn viele Menschen zu Hause bleiben und ihr Geld nicht in Geschäften lassen, fehlt es dort in den Kassen. Das sorgt dafür, dass man eine solche Durststrecke überwinden muss.“ Daher sei es „richtig, wenn man dann auch zu entsprechenden Maßnahmen gelangt.“

„Wir müssen gemeinsam mögliche Insolvenzen verhindern und den Unternehmen, die durch erwartbare oder bereits existierende Einschränkungen in Schwierigkeiten geraten, schnell und unbürokratisch helfen“, sagte auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Althusmann nannte neben „einem besseren Zugang zur Kurzarbeit“, der bereits angekündigt wurde, auch „kurzfristige Kredite oder Sonderabschreibungen“ als denkbare Maßnahmen. „Die Länder könnten zudem bei Steuervorauszahlungen womöglich ebenso kurzfristige Entlastung schaffen“, schlug er vor. „Die rasche Ausbreitung des Coronavirus ist für unsere Wirtschaft von Tag zu Tag spürbarer. Es steht zu befürchten, dass bedeutsame Lieferketten unterbrochen werden und selbst nach Nutzung von Lagerbeständen manche Bänder stillstehen.“

Laut VW sanken zudem die weltweiten Auslieferungen während des Februars wegen der Corona-Krise im Vorjahresvergleich um 24,6 Prozent. Im wichtigsten Einzelmarkt China stürzten sie um 74,0 Prozent.

Niedersachsen hat derweil das Sonntagsfahrverbot für Lastwagen für den Transport von haltbaren Lebensmitteln und Hygieneartikeln bis zum 30. Mai aufgehoben. Wegen der zunehmenden Verbreitung des Coronavirus kaufen die Menschen laut Althusmann mehr haltbare Lebensmittel als gewöhnlich: „Damit die Regale jederzeit voll sind, müssen die Lieferketten entsprechend angepasst werden.“ dpa/red

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