In Stade ausgesetzt – Baby kommt in eine Pflegefamilie

Stade.  Das Findelkind Luisa wurde vor einer Woche verlassen auf einer Wiese gefunden. Pflegefamilien aus Deutschland und dem Ausland wollten sie aufnehmen.

Handtuch, Hemdchen und Schnuller - dies hatte das Kind beim Auffinden bei sich.

Handtuch, Hemdchen und Schnuller - dies hatte das Kind beim Auffinden bei sich.

Foto: Polizei Stade

Das Findelkind Luisa aus Stade darf das Krankenhaus in den kommenden Tagen verlassen und kommt in eine Pflegefamilie. „Für Luisa ist gut gesorgt“, sagte der Sprecher des Landkreises Christian Schmidt. Erfahrene Pflegeeltern nehmen das Mädchen auf.

Ihm zufolge gab es aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland Angebote, für das Baby zu sorgen. Zahlreiche Menschen wollten dem Jugendamt Geld- oder Sachspenden geben. „Der Landkreis Stade übernimmt alle Kosten für die Obhut des Kindes, darf jedoch keine Spenden entgegennehmen“, sagte Schmidt. Wer Kindern in Not helfen wolle, könne sich an Hilfsorganisationen wie etwa den Kinderschutzbund wenden. Das Jugendamt suche zudem immer wieder Familien, die bereit sind, Pflegekinder aufzunehmen.

Paar findet Baby auf einer Wiese

Das Neugeborene wurde vor rund einer Woche auf einer Grünfläche in der Nähe des Veranstaltungszentrums Stadeum ausgesetzt. Ein Paar hatte Babygeschrei gehört und das Kind entdeckt. Nach der Erstversorgung durch einen Notarzt und die Besatzung eines Rettungswagens wurde das Baby in die Kinderintensivstation des Elbeklinikums gebracht. Wäre das Kind nicht gefunden worden, hätte es die Nacht im Freien nach Angaben der Ärzte vermutlich nicht überlebt. Kinderkrankenschwestern gaben dem Mädchen den Namen Luisa. Die Mutter des Babys ist unbekannt. Es gebe bislang keine Hinweise, wer das Kind ausgesetzt hat, sagte ein Polizeisprecher. Die Beamten ermitteln wegen Aussetzung.

Familiengericht entscheidet über mögliche Zukunft

Sollte sich die Mutter des Kindes melden, wird genau geprüft, ob sie das das Kind zurückbekommen kann. Im Zweifel entscheide ein Familiengericht, sagte der Landkreissprecher Schmidt. „Das Kindeswohl hat höchste Priorität.“

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