A39-Ausbau bleibt Fall für Justiz

Braunschweig.  Zwei Privatpersonen klagen, darunter der Wolfsburger Ex-IHK-Präsident Hansmann.

Ein Protestplakat gegen den geplanten Weiterbau der Autobahn 39 ab Wolfsburg in Richtung Lüneburg steht an der Ortsgrenze von Jembke im Landkreis Gifhorn.

Ein Protestplakat gegen den geplanten Weiterbau der Autobahn 39 ab Wolfsburg in Richtung Lüneburg steht an der Ortsgrenze von Jembke im Landkreis Gifhorn.

Foto: Holger Hollemann/dpa

Entscheidung vertagt: Der 105 Kilometer lange A39-Ausbau zwischen Wolfsburg und Lüneburg bleibt ein Fall für das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Das Gericht verhandelte am Dienstag erneut Klagen gegen das 1,3-Milliarden-Euro-Projekt. Zwei Privatpersonen hatten Klagen eingereicht. Wann die Entscheidungen fallen, ist noch nicht absehbar.

Einer der beiden Kläger ist der Ex-Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg, Bernd Hansmann. Der Wolfsburger führte die IHK von 1999 bis 2007. Der Ex-Unternehmer leitete eine Spedition. Nun ist ausgerechnet Hansmann vom A39-Ausbau betroffen. Die Trasse soll mitten durch seinen 80 Hektar großen Jagdbezirk in Ehra-Lessien verlaufen. Hansmann verlangt Ersatz.

Der andere Kläger ist ein Landwirt aus Jembke im Kreis Gifhorn. Flurstücke des Landwirtes werden durch den A39-Ausbau durchschnitten. Somit werde das Bewässerungssystem zerstört, erklärte Anwalt Karl-Ludwig Grages vor Prozessbeginn. Die Klägerseite war am Dienstag nicht zu erreichen.

Eine Sprecherin des Landesverkehrsministeriums sagte: „Wir gehen davon aus, dass unsere Planungen solide sind und vor Gericht Bestand haben.“ Auch der Wolfsburger Bundestagsabgeordnete Falko Mohrs (SPD) äußerte sich. Er sagte zu den Klagen: „Das Gesamtgesellschaftliche überwiegt.“ Hansmann habe als Ex-Spediteur mal für den A39-Ausbau gekämpft. Mohrs zog Parallelen zu anderen stockenden Großprojekten in Deutschland. „Wir müssen auch mal den Vorteil anderer akzeptieren“, sagte er.

Bei den Klagen geht es um den ersten, 14,2 Kilometer langen A39-Bauabschnitt zwischen Wolfsburg und Ehra-Lessien. Im Juli hatte die Umweltschutzorganisation BUND einen Teilerfolg vor Gericht erzielt, der eine bis zu zwei Jahre lange Verzögerung des Projekts bedeutet.

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