Ex-Präsident der IHK Wolfsburg klagt gegen Ausbau der A39

Braunschweig.  Die geplante Trasse durchschneidet Hansmanns Jagdbezirk. Er ist trotzdem Befürworter des Projekts. Ein Bundesgericht verhandelt am 29. Oktober.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt am 29. Oktober über Klagen gegen die Planungen für die Heideautobahn A39 im Abschnitt zwischen Ehra und Wolfsburg.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt am 29. Oktober über Klagen gegen die Planungen für die Heideautobahn A39 im Abschnitt zwischen Ehra und Wolfsburg.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Jahrelang kämpfte er für den Ausbau der A39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg. Nun klagt der Ex-Präsident der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, Bernd Hansmann, vor dem Bundesverwaltungsgericht Leipzig gegen den Weiterbau.

Das erfuhr unsere Zeitung aus sicherer Quelle. Das Gericht verhandelt Hansmanns Klage am 29. Oktober. Der Wolfsburger führte die IHK von 1999 bis 2007. Der Ex-Unternehmer leitete eine Spedition. Nun ist ausgerechnet Hansmann vom Ausbau der A39 betroffen. Die Trasse soll mitten durch seinen mehr als 80 Hektar großen Jagdbezirk in Ehra-Lessien verlaufen. Hansmann verlangt Ersatz.

Rechtsanwalt Karl-Ludwig Grages aus Hildesheim vertritt Hansmann, wie unsere Zeitung erfuhr. Er wollte nicht bestätigen, dass es sich beim Kläger um Hansmann handelt. Hansmann selbst war nicht zu erreichen. Sein Mandant sei kein Gegner des A39-Ausbaus, sagte Grages. Im Gegenteil. Er wolle sich auch nicht bereichern. Nur habe sein Mandant bis jetzt kein konkretes Angebot an Land oder Geld von der Straßenbaubehörde erhalten. „Wenn sein Eigenjagdbezirk durchschnitten wird, muss es an anderer Stelle wiederhergestellt werden“, sagte der Anwalt. Aus dem Landesverkehrsministerium hieß es auf Anfrage hingegen, dass „jedem Kläger ein angemessenes Kompensationsangebot gemacht“ wurde.

Neben der Klage Hansmanns verhandelt das Gericht am 29. Oktober eine weitere Klage eines Landwirtes aus Jembke im Kreis Gifhorn. Auch hier ist Grages der Anwalt. Flurstücke des Landwirtes werden durch den A39-Ausbau durchschnitten. Somit werde das Bewässerungssystem zerstört, erklärte der Anwalt.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte im Juli bereits über zwei weitere Klagen gegen den ersten, 14 Kilometer langen Abschnitt zwischen Wolfsburg und Ehra-Lessien zu entscheiden. Die Umweltschutzorganisation BUND und die Gemeinde Jembke hatten geklagt. Die Klage der Gemeinde wies das Gericht zurück, dem BUND gab es in Teilen Recht. Die Umweltschützer hatten unter anderem das Wasserrecht moniert. Die Straßenbaubehörde muss nachbessern. Statt 2019 wird der Bau der 105 Kilometer langen Trasse erst 2021 beginnen.

Bei vier weiteren Klagen steht die Straßenbaubehörde hingegen kurz vor einer Einigung. Es handelt sich um drei private Kläger und die Gemeinde Tappenbeck. Es geht jeweils um Kompensationszahlungen. In Tappenbeck muss der Sportplatz samt Vereinsheim der A39 weichen.

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