Hannover: Austellung über die Kleine Raupe Nimmersatt

Hannover.  Das Museum Wilhelm Busch in Hannover von diesem Samstag an die Ausstellung „Eric Carles Bilderbücher: 50 Jahre ,Die kleine Raupe Nimmersatt’“.

Auch das gibt es inzwischen von der beliebten Figur: ein Raupe-Nimmersatt-Kuscheltier.

Auch das gibt es inzwischen von der beliebten Figur: ein Raupe-Nimmersatt-Kuscheltier.

Foto: Christophe Gateau / dpa

Ein grünes Insekt mit rotem Kopf gehört zu den weltweit bekanntesten Kinderbuchhelden: Seit 50 Jahren kriecht die kleine Raupe Nimmersatt durch deutsche Bilderbücher. Zum Jubiläum zeigt das Museum Wilhelm Busch in Hannover von diesem Samstag an die Ausstellung „Eric Carles Bilderbücher: 50 Jahre ,Die kleine Raupe Nimmersatt’“.

Es handele sich um die einzige Geburtstagsausstellung mit Originalarbeiten von Carle in Europa, teilte das Museum am Freitag mit. Die meisten der mit Seidenpapier gestalteten farbintensiven Collagen seien erstmals in Deutschland zu sehen.

Der US-amerikanische Zeichner mit deutschen Wurzeln feiert am 25. Juni seinen 90. Geburtstag. Seine Bildergeschichte von der gefräßigen Larve, die nach der Verpuppung als wunderschöner Schmetterling erwacht, wurde in über 60 Sprachen übersetzt und mehr als 60 Millionen Mal verkauft. „Es ist eine universelle Geschichte vom Großwerden, sich Entfalten und Verwandeln“, sagte die Leiterin des Hildesheimer Gerstenberg Verlags, Daniela Filthaut.

Mit Nimmersatt hat Carle ein interaktives Spielbuch erfunden. „Er war damit seiner Zeit weit voraus“, betonte die Verlegerin. Der Autor stanzte Löcher in die Seiten – auf diese Weise können Kinder mit dem Finger verfolgen, wie sich die knuddelige Raupe mit den großen Augen nicht nur durch Gesundes wie Erdbeeren oder Apfelsinen, sondern auch durch ein Schokotörtchen, einen Lolli und ein Würstchen frisst.

Inzwischen ist sogar ein Kochbuch für Raupenfans erschienen. Die Leser können sich mit Nimmersatt-Bettwäsche, -Pullis oder -Geschirr ausstatten. Die Einnahmen aus dem Merchandising fließen in Carles 2002 eröffnetes Bilderbuchmuseum in Amherst im US-Bundesstaat Massachusetts, in dem er auch anderen Künstlern ein Forum gibt.

Die bis zum 8. September laufende Ausstellung in Hannover umfasst rund 120 Arbeiten aus 23 Bilderbüchern sowie Videos, Kreativstationen und persönliche Gegenstände wie Carles Arbeitskittel. „Hier kommt seine hohe Kunst zur Geltung“, sagte Christa Bareis. Sie ist die 21 Jahre jüngere Schwester des Künstlers, ihr widmete Carle 1969 sein Raupenbuch.

Der im US-amerikanischen Syracuse geborene Grafiker verbrachte seine Schul- und Studienzeit in Stuttgart, bevor er 1952 in die USA zurückkehrte. Bareis lebt in Leonberg bei Stuttgart. Als Botschafterin ihres hochbetagten Bruders erzählte sie am Freitag von seiner Ausstrahlungskraft, seinen ausgefeilten Arbeitstechniken sowie seiner Liebe zu Kindern, Tieren und der Natur.

Auch Bären, Marienkäfer und Grillen bevölkern die Werke von Eric Carle. Zuletzt hat er mit dem Bilderbuch “Der Künstler und das blaue Pferd“ den expressionistischen Maler Franz Marc gewürdigt.

„Seine Botschaft lautet: ,Die Welt ist bunt und vielfältig’“, sagte Museumsdirektorin Gisela Vetter-Liebenow. Schon den Jüngsten vermittele er tiefen Respekt vor den Geschöpfen der Natur und Verantwortung für sie.

Neben dem Museum hat auch Carles deutscher Verlag ein umfangreiches Geburtstagsprogramm organisiert. Kindergärten, Schulen, Buchhandlungen und Bibliotheken können Materialien zum Basteln und Spielen für Raupenpartys bestellen. Am Verlagsort Hildesheim wird es am 22. Juni eine Raupenrallye in der Stadt geben.

Es ist eine universelle Geschichte vom Großwerden, sich Entfalten und Verwandeln.
Daniela Filthaut,

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