Rechtsradikaler Youtuber provoziert in Gedenkstätte Bergen-Belsen

Bergen-Belsen.  Der Ex-Grundschullehrer präsentiert sich auf der Video-Plattform als „Volkslehrer“ – in der Gedenkstätte leugnete er jetzt den Holocaust.

Der aus dem Berliner Schuldienst entlassene Lehrer hat in der NS-Gedenkstätte Bergen-Belsen Mitarbeiter mit der Leugnung des Holocausts provoziert. (Symbolfoto)

Der aus dem Berliner Schuldienst entlassene Lehrer hat in der NS-Gedenkstätte Bergen-Belsen Mitarbeiter mit der Leugnung des Holocausts provoziert. (Symbolfoto)

Foto: Julian Stratenschulte / picture alliance / Julian Stratenschulte/dpa

Ein kürzlich wegen volksverhetzender Videos aus dem Berliner Schuldienst entlassener Lehrer hat in der NS-Gedenkstätte Bergen-Belsen Mitarbeiter mit der Leugnung des Holocausts provoziert. Die Tageszeitung „Die Welt“ zitierte am Dienstag in ihrer Online-Ausgabe einen Bericht der Berliner Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias), wonach der Ex-Grundschullehrer am 28. Januar Mitarbeiter der Gedenkstätte angesprochen habe.

Mann äußert Zweifel an NS-Verbrechen

Auf die Schilderung eines Mitarbeiters, wie 1944 männliche Häftlinge durch Phenolinjektionen ermordet wurden, habe der Mann seinen Zweifel an den NS-Verbrechen erkennen lassen. Den Text eines Gedenksteines soll er als Fälschung bezeichnet und bestritten haben, dass in Bergen-Belsen Juden ermordet worden seien. Nachdem ein Mitarbeiter die Thesen des Youtubers, der sich auf seinem Youtube-Kanal „Volkslehrer“ nennt, zurückgewiesen habe, soll dieser gesagt haben: Es werde ein Gericht kommen und über Leute, die wie der Mitarbeiter das deutsche Volk schmähten, richten.

Ex-Lehrer verunglimpft den Rechtsstaat in seinen Videos

Ein Sprecher der Informationsstelle sagte, diese Passage sei der Rias gemeldet worden. Am 4. Februar soll der rechte Aktivist in der KZ-Gedenkstätte Dachau provoziert haben. Der „Welt“ sagte er, dass er die Darstellung der Historiker nicht anzweifele.

Der Youtuber war am 16. Januar im Streit mit dem Land Berlin vor dem Arbeitsgericht unterlegen. Er hatte im Internet den Rechtsstaat verunglimpft und wegen Volksverhetzung verurteilte Straftäter zu Wort kommen lassen. Demnach war die fristlose Kündigung des 38 Jahre alten Grundschullehrers im Mai 2018 rechtens. dpa

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