Prostituiertenmord: Angeklagter bestreitet die Tat

Hildesheim  Vor gut einem Jahr soll der Angeklagte die Frau in ihrem Wohnwagen nahe Hohenhameln erstickt und die Tageseinnahmen gestohlen haben.

Nach dem Freispruch eines zu Unrecht verdächtigten Mannes muss sich seit Donnerstag ein 30-Jähriger wegen des Mordes an einer Prostituierten nahe Hohenhameln verantworten. Der Angeklagte habe die Frau ermordet, um an Bargeld zu gelangen, sagte Staatsanwalt Wolfgang Scholz. Laut Anklage soll der kräftige Mann die 40-Jährige im November 2016 in ihrem an einer Bundesstraße abgestellten Wohnwagen getötet haben, indem er sie erst ins Gesicht schlug und sich dann mit dem Fuß auf ihren Hals stellte. Anschließend soll er aus dem „Lovemobil“ die Tageseinnahmen in Höhe von etwa 1000 Euro, einen Fernseher und ein Handy gestohlen haben.

Der Angeklagte bestritt zum Prozessauftrag den Mordvorwurf. „Damit habe ich nichts zu tun“, sagte der 30-jährige Deutsche, der in Stendal (Sachsen-Anhalt) geboren wurde und zuletzt in Salzgitter wohnte. Die Anklage basiert unter anderem auf der Aussage eines Freundes des Angeklagten, der während der Tat nach eigener Aussage auf dem Parkplatz wartete. Außerdem wurde DNA des 30-Jährigen unter den Fingernägeln der Getöteten gefunden.

Zunächst hatten die Ermittler einen anderen Kunden der Frau verhaftet. Der 45-Jährige saß mehrere Monate in Untersuchungshaft. Erst während des Prozesses gegen den Ingenieur kam die Wende. Der Bekannte gab den Hinweis auf den 30-Jährigen und der ursprünglich Verdächtigte wurde freigesprochen. dpa

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