Kommentar

Der Sport atmet auf

„Das Wichtigste ist, dass die Menschen ihren Sport und ihre Gemeinschaft leben können.“

Ute Berndt

Da brauchen Niedersachsens Sportler schon das große Diplom in Verordnungs-Interpretation, um herauszufinden, was sie ab kommenden Montag dürfen. Fußballspielen oder nur trainieren? Mittelstreckenlaufen oder nicht? Warum sind 500 Zuschauer erlaubt, aber keine Wettkämpfe, die sie sich ansehen könnten?

Es wäre hilfreich gewesen, wenn die Neuregelung des Landes zur Lockerung der Corona-Einschränkungen für den Sport eindeutiger ausgefallen wäre. Schon bei den vorherigen Schritten hatten viele Ehrenamtliche in den Vereinen geklagt, im Kleingedruckten das große Ganze aus den Augen zu verlieren. Und auch diesmal fehlt ein Rezept für jeden Einzelfall.

Aber soll man darüber lamentieren? In diesem Fall zählt doch vor allem die gute Absicht, und die Lockerungen sind eine tolle Nachricht. Das Wichtigste ist, dass die Mannschaften im Fußball, Handball, Basketball oder Volleyball wieder richtig trainieren und die Einzelkämpfer wieder ihre Sparringspartner anpacken dürfen. Dass die Menschen ihren Sport und ihre Gemeinschaft leben können mit all den positiven Auswirkungen auf die Psyche und das Vereinsleben.

Ein Wettkampfbetrieb der Amateure war für die nächsten Tage ohnehin noch nicht geplant, bald kommen die Sommerferien. Bis alles organisiert und der Sport in Wettkampfform ist, hat die Politik bestimmt schon die nächste Lockerung beschlossen. Eine konkrete Zeitschiene würde den Verbänden und Vereinen allerdings helfen.

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