Kommentar

Maximale Transparenz

„30 von bundesweit 50 Salzstöcken befinden sich in Niedersachsen. Auch beim Tongestein liegen wir vorn.“

Ziemlich geräuschlos sucht die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) seit 2017 nach dem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll. Die Zeiträume sind lang: Der Standort soll 2031 stehen, der erste Müll 2050 eingelagert werden.

Proteste sind aber bereits vorprogrammiert. Im Herbst 2020 wird die Gesellschaft mit ihren etwa 2000 Mitarbeitern und Sitz in Peine ihren Zwischenbericht veröffentlichen. Es wird Widerstände in allen Regionen geben, die bei der weiteren Standortsuche im Rennen bleiben.

Ein Härtefall wird Niedersachsen sein. Das alte Erkundungsbergwerk in Gorleben liegt hier, die Asse und Schacht Konrad, das genehmigte Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Müll, ebenso. Das müsste eigentlich mehr als genug sein. Eigentlich. Doch die BGE sucht den am besten geeigneten Standort. Es soll keine politische Entscheidung sein. Wie bei der Asse in Remlingen. Oder Konrad in Salzgitter.

Mehr als 30 von bundesweit rund 50 Salzstöcken befinden sich in Niedersachsen. Auch beim Tongestein liegt Niedersachsen vorn. Ein massiver unterirdischer Tongürtel reicht vom Westen des Bundeslandes über die Mittelweser-Region bis in unsere Region. Au weia! Das Endlager wäre in Niedersachsen nicht vermittelbar. In Ostdeutschland zum Beispiel stößt die BGE aber ebenso auf Ablehnung. Schließlich fiel der Atommüll im Westen an. Es wird spannend: Die BGE muss schon ihre Vorauswahl im Herbst sehr gut begründen.

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