Kommentar

Neuanfang mit Iran

Die Hoffnungen des Westens auf eine Verhaltensänderung des iranischen Regimes wurden enttäuscht.

Friedemann Diederichs

Die derzeitige Iran-Reise von Bundesaußenminister Heiko Maas ähnelt einer „Mission Impossible“: zu versuchen, den von US-Präsident Donald Trump aufgekündigten Atomdeal doch noch zu retten. Denn das von Teheran so verzweifelt geforderte Festhalten an den Wirtschaftsbeziehungen und der Ruf der Mullahs nach einer Umgehung der rigiden US-Sanktionen lassen sich nicht realisieren. Trotz aller bisherigen Versuche der EU, die Strafmaßnahmen auszumanövrieren, . Zu groß ist die Furcht vor einer Rache Washingtons.

Was wäre also der politisch vernünftigste Kurs for Brüssel und Berlin? Da sich auch mit Trotzreaktionen die Realitäten nicht ändern lassen, sollte erwogen werden, künftig mit dem Weißen Haus an einem Strang zu ziehen, um mit Teheran über einen modifizierten Vertrag zu reden. Das macht um so mehr Sinn, als die nach der enttäuscht wurden. Teheran treibt sein Raketenprogramm weiter voran und hat auch die Unterstützung von radikalen Gruppen in der Region nicht aufgegeben. Zudem wird die Kernwaffenentwicklung nur zeitlich beschränkt. Es gibt also genug Gründe, einen diplomatischen Neubeginn zu versuchen – und nicht Zeit mit sinnlosen Reanimierungsversuchen zu verschwenden.

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