Kommentar

Schwacher Trump

„Trumps Fähigkeiten werden nun auch offen von Teilen der eigenen Partei in Frage gestellt.“

Friedemann Diederichs

Wenn eine der prominentesten konservativen Kommentatorinnen in den USA Donald Trump als „größten Schlappschwanz, der jemals als Präsident gedient hat“ bezeichnet, dann wird klar, was für den Mann im Weißen Haus nach dem Ende des „Shutdown“ übrig bleibt: ein Scherbenhaufen. Aus der bisher längsten Haushaltskrise der US-Geschichte geht Trump politisch geschwächt hervor. Seine Fähigkeiten werden nun auch offen von Teilen der eigenen Partei in Frage gestellt, und an der Basis rumort es kräftig. Bleibt doch eines der wichtigsten Wahlkampfversprechen Trumps, der Bau einer Mauer entlang der Grenze zu Mexiko, weiter unerfüllt.

Der Präsident knickte am Freitag ein, nachdem unter anderem an mehreren US-Flughäfen Chaos ausgebrochen war, weil eine sichere Abwicklung in der Luft und am Boden angesichts des Mangels an Fachpersonal nicht mehr sichergestellt werden konnte – und weil die Öffentlichkeit mehrheitlich Trump die Schuld an der Misere an vielen Fronten gab.

Nun hat der Präsident einen Kompromiss akzeptiert, den er schon vor fünf Wochen hätte haben können. Auf Warnungen von Beratern, er werde im Duell mit den Demokraten im Kongress und der machtvollen Gegnerin Nancy Pelosi den Kürzeren ziehen, hatte er nicht hören wollen. Deshalb musste Trump, mit bröckelnder Unterstützung in den eigenen Reihen, eine der bittersten Niederlagen seiner Amtszeit einstecken.

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