Dann muss Friedrich Schiller auch verboten werden

Die Wolfsburger Leserbriefe befassen sich mit der Mohren-Apotheke und Corona.

Zu „Diskussion um den Namen der Mohren-Apotheke“ (8. Juli):

Sie schreiben, dass einige Bürger Mohren-Apotheke „rassistisch“ finden. Folgerichtig wäre dann auch Friedrich Schiller teilweise zu verbieten. Hier ein Schiller-Zitat: „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen“ (aus: „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“).

Lothar Ihle, Wolfsburg

Mein Mitgefühl gilt der Apothekerin

Auch zu dem Thema:

Nein, der Name ist für mich nicht rassistisch. Diejenigen Afrikaner, die ich ich als Mitstudenten kennengelernt habe, danach als Arbeitskollegen und jetzt als Geflüchtete, tun sich schwer, diese Diskussion zu verstehen, und haben genug Selbstachtung und Stolz, um sich durch diesen historisch entstandenen Namen nicht diskriminiert zu fühlen. Mein Mitgefühl gilt der Apothekerin.

Wolfram Gaden, Wolfsburg

Corona – Viele sind nicht rücksichtsvoller

Zum Leitartikel „Verändert durch Corona“ (11. Juli):

Frau Zinkler meint, dass die Regeln „selbstverständlich geworden sind“, dass sie „uns rücksichtsvoller gemacht haben“. Ich kann dem so nicht zustimmen.

Ich kaufe regelmäßig in einem großen Wolfsburger Supermarkt ein und stelle fest, dass immer mehr Kunden sich nicht an die Regeln halten: Sie tragen keine Maske beziehungsweise lassen die Nase frei, sie halten keinen Abstand an der Kasse.

Wenn ich als älterer Mann und damit als zu einer Risikogruppe gehörender Mensch die Leute auf den fehlenden Abstand und die fehlende beziehungsweise falsch getragene Maske anspreche, bekomme ich höchstens einen blöden Kommentar.

Zu Beginn der Pandemie stand noch Personal am Eingang und kontrollierte. Jetzt steht dort niemand mehr. Die Kunden müssen an einem großen Tresen vorbei, der permanent besetzt ist. Aber niemand achtet auf die Einhaltung der Maskenpflicht. Beim letzten Einkauf habe ich einen Mitarbeiter angesprochen. Ergebnis: Schulterzucken. Ich überlege nun ernsthaft, künftig in einem anderen Lebensmittelladen einzukaufen, was ich sehr bedauern würde, da ich bestimmte Dinge nur in diesem Geschäft kaufen kann.

Rolf Schnitger, Wolfsburg

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