„Auslandsfinanzierung verbieten!“

Christian Wulff überreichte der Moschee-Gründerin Seyran Ates im Dezember den Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung. Die liberale Muslima spricht sich für eine „Moschee-Steuer“ aus.

Christian Wulff überreichte der Moschee-Gründerin Seyran Ates im Dezember den Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung. Die liberale Muslima spricht sich für eine „Moschee-Steuer“ aus.

Foto: Georg Wendt / dpa

Die folgenden drei Leserbriefe beziehen sich auf den Kommentar zum Thema Moscheenfinanzierung „Der Islam und das Geld“ vom 29. Dezember:

Warum folgt man nicht dem Beispiel Österreichs und verbietet die Auslandsfinanzierung von religiösen Funktionsträgern, wobei bei Verstößen, zum Beispiel bei indirekten Zahlungen über Stiftungen, klare Sanktionen folgen müssten. Warum berücksichtigt man nicht den Vorschlag der liberalen Muslima Seyran Ates, eine „Moschee-Steuer“ einzuführen, damit künftig die islamischen Gemeinden alles, was sie brauchen, selbst finanzieren können? Das Fazit: Auslandsfinanzierung ohne Wenn und Aber verbieten und auf Vorschläge der Muslime warten!

Uwe Marquardt, Braunschweig

Zu lange hat unsere Regierung, ebenso wie ihre Vorgänger, die Finanzierungsfrage der Religionsausübung von Moslems zu wenig beachtet. Wir haben in unserem Land zwar Glaubensfreiheit, aber die Behörden sollten schon die Frage der Finanzierung der Moscheen und ihrer Prediger untersuchen und notfalls verbieten dürfen. Sonst kommt es zu solchen Zuständen, dass sich ausländische Regierungen anmaßen, in die Glaubensausübung ihrer Staatsangehörigen bei uns einzugreifen. Dieses staatliche Wegschauen hat vielfach eine Integration von Ausländern muslimischen Glaubens behindert. Damit muss endlich Schluss sein.

Horst Gerike, Hannover

Miguel Sanches fordert in seinem Kommentar, wie inzwischen auch manche Politiker: Beim Islam „sollte der Staat für einen vergleichbaren Rahmen sorgen wie bei anderen Religionsgemeinschaften“. Das hieße dann unter anderem Sonderstatus als Körperschaft des öffentlichen Rechts, eigene Gerichtsbarkeit, Mitbestimmung in den Rundfunkräten sowie weitgehender Zugriff auf unsere Steuergelder. Warum? Erdogan will mit seinem Geld den Islam in Europa weiter verbreiten, und aus ähnlichen Gründen unterstützen arabische Staaten heimlich die Islamisten bzw. Salafisten. Wenn wir ihnen dafür aus unseren Steuergeldern auch noch Kosten abnehmen und Sonderrechte einräumen, so werden diese Bestrebungen doch nicht enden. Im Gegenteil, die bekannten Unterstützer werden sich freuen. In keinem Land Westeuropas geht die Verflechtung des Staates mit den Religionen so weit wie bei uns. Es sollte endlich die im Grundgesetz verankerte Trennung von Kirche und Staat umgesetzt werden, anstatt diese Verflechtung auch noch auf den Islam auszudehnen.

Peter Koch, Vordorf

Zu „Dschihad im Kinderzimmer“ vom 31. Dezember:

Unserer Gesellschaft sind zwei große Versäumnisse anzulasten: Sie hat erstens Menschen, die aus anderen Ländern zu uns gekommen sind, um längere Zeit oder für immer bei uns zu bleiben, nicht unmissverständlich vermittelt, dass das Grundgesetz gegenüber anderen politischen und religiösen Überzeugungen unbedingten Vorrang hat. Man hätte die Zuwanderer unbedingt aufklären und verpflichten müssen, diesen Vorrang unserer demokratisch-rechtsstaatlichen Grundordnung zu respektieren. Zweitens: Im Hinblick auf alle religiösen Gemeinschaften müsste eine Klarstellung erfolgen, dass sie zu höchster Friedfertigkeit und Toleranz verpflichtet sind.

Hans Ochmann, Braunschweig

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