„Pflege ist meist Sache der Frau“

Eine auf Demenzkranke spezialisierte Pflegerin (rechts) begleitet eine ältere Frau in Fürth.

Eine auf Demenzkranke spezialisierte Pflegerin (rechts) begleitet eine ältere Frau in Fürth.

Foto: Daniel Karmann / dpa

Zu „So könnte die Pflege der Zukunft aussehen“ vom 4. Dezember:

Nein: So sieht die Pflege schon heute aus, wenn man sich nur die beiden Fotos anschaut. Die Frauen pflegen: Die Ehefrau holt die Medikamente, und auch „die Pflegekraft“ ist in der Regel eine Frau. Die Männer verdienen das Geld, als Ärzte, Unternehmer, leitende Angestellte. Und das wird wohl auch so bleiben, denn kein Apparat ersetzt die menschliche Zuwendung, ermöglicht die gründliche Körperpflege, füttert die motorisch nicht mehr genügend Flexiblen (außer bei künstlicher Ernährung). Ein weiterer Kommentar erübrigt sich, sprechen die Bilder doch für ihn.

Roswitha Ristau, Braunschweig

Digitalisierung wird nicht genutzt

Auch dazu:

Die Überschrift lässt mich fragen, ob hier die Zukunft gepflegt werden soll. Das ist sicher nicht gemeint. Es geht um die Digitalisierung der Pflege, auf dem Gebiet ist ein großer Nachholbedarf. Dazu habe ich kürzlich bei der Aufnahme im Krankenhaus folgendes erlebt: Mein offizieller Medikationsplan beinhaltet 13 Medikamente. Dieser von der Bundesregierung vorgeschriebene Plan hat einen QR-Code, der einfach nur gescannt werden muss, damit die Informationen kopiert werden. Aber was erlebe ich? Eine Ärztin schreibt die Medikamentenliste ab, das dauert länger. Diesen Prozess konnte ich in letzter Zeit zweimal in Braunschweig beobachten, einmal im Klinikum Salzdahlumer Straße und letzte Woche im Marienstift. Beide Male war ich entsetzt über diese Zeitverschwendung ärztlicher Arbeitskraft. Soviel zum Ist-Zustand. Seltsam finde ich auch, dass auf dem Foto nur Männer zu sehen sind, auch der Artikel erwähnt keine an dieser wichtigen Diskussion beteiligten Frau. Wer eigentlich macht etwa 90 Prozent der Pflege? Sollten nicht die Beteiligten mitdiskutieren?

Ulrike Block-von Schwartz, Braunschweig

Zukunft der Kinder ist wohl doch nicht so wichtig

Zu „Milliarden für die digitale Schule“ vom 30. November:

Ja, Digitalisierung an den Schulen tut Not! Leider springt man mit den Summen mal wieder zu kurz und dass ein Finanzierungsstreit ausbricht, ist typisch deutsches Taktieren, bei dem dann immer wieder die Zukunft der Kinder doch nicht so wichtig ist. Es gibt Schulen im Ausland, die von Hard- und Software-Firmen gesponsort werden. Das muss ja nicht gleich Abhängigkeit bedeuten; es gibt sowieso kaum Alternativen… Man sollte auch nicht vergessen, dass es komisch aussieht, wenn Schüler mit neuesten Gerätschaften unter einem Regenschirm sitzen, weil das Dach undicht ist oder die einzige Wärmequelle in der Schule die Rechner sind.

Alexander Pachonick, Braunschweig

Kooperationsverbot ist für Berufsschulen hinderlich

Zu „Digitalpakt – auch Althusmann ist skeptisch“ vom 5. Dezember:

Der bauliche Zustand unserer Schulen und der Fortschritt bei der Nutzung der Digitalisierung sind je nach Leistungsfähigkeit der Kommunen unterschiedlich. Deshalb ist die Unterstützung durch den Bund unausweichlich. Bereits 2014 wurde eine Änderung des Artikels 91a des Grundgesetzes für die Zusammenarbeit mit den Hochschulen mit großer Mehrheit durch den Bundesrat gebilligt. Warum nun die Bedenken, trotz einer fraktionsübergreifenden Mehrheit im Bundestag? Besonders für Berufsbildende Schulen wäre die Lockerung des Verbots ein längst gehegter Wunsch. Erst dann können sie Projekte durchführen, die von dem Europäischen Strukturfonds (ESI), insbesondere durch den Europäischen Sozialfonds (ESF), gefördert werden. Bisher ist das nur für die überbetriebliche Ausbildung möglich und wird auch genutzt, zum Beispiel in Braunschweig.

Johannes Wolframm, Erkerode

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