Mobile Impfteams

Personal gesucht: Mobile Impfteams bilden sich nur langsam

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Die Zahl der mobilen Impfteams in Niedersachsen wächst fast täglich, doch es könnte schneller gehen.

Die Zahl der mobilen Impfteams in Niedersachsen wächst fast täglich, doch es könnte schneller gehen.

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Braunschweig.  Die Zahl der mobilen Impfteams soll in Niedersachsen auf 200 massiv erhöht werden. Doch einige Kommunen kommen bei deren Aufbau nur schleppend voran.

Sie sollen nach dem Wegfall der Impfzentren nach den niedergelassenen Ärzten das zweite große Standbein in Niedersachsen beim Impfen bilden: die mobilen Impfteams. Doch einige Kommunen in Niedersachsen kommen beim Aufbau dieser Teams nicht so recht voran.

Der Chef des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Heiger Scholz, ermahnte die entsprechenden Landkreise und kreisfreien Städte in Niedersachsen in der vergangenen Woche bereits, mehr Tempo machen zu müssen. „Wir müssen feststellen, dass noch nicht mal alle Landkreise dazu übergegangen sind, alle Impfteams zu mobilisieren, die sie mobilisieren könnten“, erklärte Scholz.

Herausforderung Personalmangel

Welche Landkreise noch Luft nach oben haben, das wollte das Gesundheitsministerium trotz dieser Erkenntnis auf Anfrage dennoch nicht sagen. Man wolle nicht öffentlich mit dem Finger auf diese Landkreise zeigen, hieß es am Dienstag. Ministeriums-Sprecherin Anne Hage erklärte, dass die Kommunen derzeit dabei seien, weitere mobile Impfteams zusammenzustellen. „Das sind Prozesse, die oft nicht so einfach sind“, sagte sie.

Um das benötigte Personal zu finden, arbeiten die Landkreise und kreisfreien Städte meist mit Hilfsorganisationen zusammen, so die Sprecherin. Das sei eine Herausforderung angesichts des Personalmangels in Gesundheitsberufen.

Gut 130 Impfteams sind derzeit unterwegs

Etwa 10.000 Menschen werden von den mobilen Impfteams (MIT) in Niedersachsen derzeit täglich geimpft. Gut 130 dieser Teams sind in Niedersachsen unterwegs – in Turnhallen, vor Supermärkten oder in Altenheimen. Staatssekretär Scholz bemängelte allerdings, dass die MITs in einzelnen Landkreisen nur an einigen Tagen pro Woche unterwegs seien statt täglich. Scholz bezeichnete das als „verwunderlich“. Doch auch hier verweigerte das Ministerium eine Auskunft, welche Landkreise der Staatssekretär damit konkret meinte.

Laut Sprecherin Hage soll es bis Ende November 149 MITs in Niedersachsen geben. Die Zahl soll auf 200 steigen. Die Kosten teilen sich Bund und Land zu je 50 Prozent.

Ein MIT soll künftig auf 40.000 statt wie bisher auf 70.000 Einwohner kommen. Der Bedarf ist absolut vorhanden, egal, ob es sich um Erst-, Zweit- oder Booster-Impfungen handelt. In Lüneburg standen am Wochenende viele Menschen bis zu zweieinhalb Stunden vor einem MIT in der Innenstadt. Auch in Braunschweig oder in Wolfenbüttel bildeten sich in den vergangenen Tagen lange Schlangen.

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Braunschweig will die Zahl seiner MITs von vier auf sieben erhöhen. Auch Wolfsburg stockt auf: von zwei auf vier MITs bis Ende November. Die beiden großen Städte unserer Region liefern also.

Wolfsburg will drei der Teams in der City Galerie einsetzen. Das vierte Impfteam wird mobil eingesetzt: in Schulen, in Asylunterkünften und an ausgewählten Orten, an denen Personen erreicht werden, die bislang noch keinen Zugang zum Impfen hatten. Des Weiteren befindet sich die Stadt gerade in der Planung für ein fünftes und sechstes Impfteam, um den Bedarf noch besser abzudecken.

Wer will, kann sich überall impfen lassen

Braunschweig verfährt ähnlich. Die bisher vier mobilen Teams werden in den kommenden Wochen auf sieben Teams aufgestockt. Statt wie bisher in den Schloss-Arkaden impfen die mobilen Teams seit heute in der Stadthalle. Teile der mobilen Impfteams werden weiterhin auch in Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheimen tätig sein. Ein kleineres Angebot ausschließlich für Erstimpfungen soll dennoch weiterhin im Bereich Schloss bestehen bleiben.

Da unsere Zeitung in den vergangenen Tagen immer mal wieder Nachrichten erreicht haben, dass angeblich einzelne Impfwillige von den mobilen Impfteams abgewiesen sein worden, weil sie nicht in der jeweiligen Stadt wohnen würden, sagte Anne Hage aus dem Gesundheitsministerium, dass es sich hier nur um Missverständnisse handeln könne. Denn: „Eine Einschränkung hinsichtlich des Wohnortes der Impfwilligen wird seitens des Landes ausdrücklich nicht vorgegeben.“

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