Paketboten: Maske auf? Das sagen DHL, Hermes, dpd und UPS

Braunschweig.  Müssen Paketboten beim Austragen eine Maske tragen? Das fragt uns Leserin Birgit P. Bei den Paketdienstleistern umgehört hat sich Tanja Reeve.

Verpflichten Paketdienstleister wie DHL und Hermes ihre Mitarbeiter beim Ausliefern von Paketen eine Maske zu tragen? Das will Leserin Birgit P. wissen.

Verpflichten Paketdienstleister wie DHL und Hermes ihre Mitarbeiter beim Ausliefern von Paketen eine Maske zu tragen? Das will Leserin Birgit P. wissen.

Foto: (Symbol/Archiv) Sina Schuldt / dpa

Während des ersten Lockdowns blieben in Niedersachsen viele Läden geschlossen. Jeff Bezos, Gründer des Internetwarenhauses Amazon, hat laut bloomberg.com während der Corona-Krise zeitweise 13 Milliarden Dollar verdient – pro Tag. Internethändler wie Amazon, Otto, Ebay und Co sind die Gewinner der Corona-Pandemie. Schon 2019 offenbarte eine McKinsey-Studie, dass Deutsche im Schnitt 24 Pakete pro Jahr empfangen. Doch wie sieht es beim Empfang mit dem Infektionsschutz aus? Leserin Birgit P. hat unsere Zeitung gefragt, ob Paketboten beim Austragen eine Maske tragen müssen. Was DHL, Hermes, dpd und UPS zu sagen haben, lesen Sie hier.

Die Deutsche Post in Braunschweig sieht es entspannt

„Seit April werben wir für das kontaktlose Paketablegen“, erläutert ein Mitarbeiter der Deutschen Post in Braunschweig. Das heißt, es kann ein Ablageort bestimmt werden. Wenn kein Ablagewunsch bestimmt wurde, klingeln die Postboten. „Da rufen unsere Mitarbeiter nach dem Klingeln, dass das Paket da ist.“ DHL verzichtet auf Unterschriften.

Wenn Kundinnen oder Kunden die Tür aufmachen und dem Paketboten direkt begegnen, sei das kein Problem: „Da ist genügend Abstand möglich“, sagt der Post-Mitarbeiter. Daher seien die Postboten und Briefträger nicht grundsätzlich angehalten, eine Maske zu tragen. „Wenn sie allerdings am Bohlweg, wo ja eben Maskenpflicht herrscht, austragen, dann müssen auch sie selbstverständlich eine Maske tragen. Es gelten die allgemeinen Regeln“, führt er weiter aus. Soll heißen: Wenn 1,5 Meter Abstand nicht möglich sind, müssen Post- und Paketboten wie jeder andere auch einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Wenn mehrere Kollegen in einem Auto seien, werden Masken getragen, so der Post-Mitarbeiter.

Hermes verzichtet nicht auf Unterschriften

Paketdienstleister Hermes teilt auf Nachfrage unserer Zeitung mit, dass die Paketboten eine Unterschrift der Kunden brauchen. Dabei soll der Abstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden, indem die Boten das Paket für eine Unterschrift hinlegen. Der oder die Kundin unterschreibt dann auf dem Paket selbst. Die Unterschrift wird vom Hermes-Mitarbeiter fotografiert. Diese Dokumentation sei im Reklamationsfall wichtig, so Hermes.

Der Dienstleister kauft sich die Zusteller bei selbstständigen Firmen ein. Jeder Paketbote habe Masken und Handlungsempfehlungen in verschiedenen Sprachen erhalten. Hermes teilt unserer Zeitung mit: „Da es sich bei unseren Partnern um zu einhundert Prozent selbstständige, eigenverantwortlich wirtschaftende Logistikunternehmen handelt, obliegt diesen die Umsetzung der Empfehlungen.“

Der Deutsche Paketdienst wirbt für das „Abstell-Okay“

Was bei DHL ein Ablageort ist – oder bei Hermes der „Wunschablageort“ – ist beim Deutschen Paketdienst (dpd) das „Abstell-Okay“. „Sämtliche DPD Zusteller sind mit Masken ausgestattet und müssen sie tragen, wenn ein Mindestabstand nicht gewährleistet werden kann – etwa, weil kein Abstell-Okay vorliegt oder aber eine kontaktlose Zustellung nicht unter Beachtung der Abstandsregeln möglich ist“, teilt ein Sprecher auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Auch UPS verzichtet auf Unterschriften

Der amerikanische Paket-Dienstleister UPS verzichtet wie die DHL auf Unterschriften der Empfänger. „Bei der Zustellung sind unsere Fahrer selbstverständlich dazu verpflichtet, sich an alle geltenden Vorschriften und Regeln zu halten, etwa beim Betreten eines Gebäudes oder Geschäfts oder beim Betreten von Außenbereichen, wo eine Maskenpflicht besteht. Zudem haben wir die kontaktlose Zustellung eingeführt.“

Alle Dienstleister berufen sich auf die AHA-Regeln

In den Anfragen haben die Dienstleister angegeben, den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu folgen. Das RKI empfiehlt das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, wenn ein Abstand von mindestens 1,5 Metern nicht möglich ist.

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