Klimaserie – Was bisher geschah und was demnächst erscheint

Region.  Wir zeigen in unserer Klimaserien-Halbzeitbilanz, welche Themen wir bisher behandelt haben und geben einen Ausblick, wie es weitergeht.

Der Offshore-Windpark "EnBW Baltic 1". Wir ziehen eine Zwischenbilanz unserer großen Klimaserie.

Der Offshore-Windpark "EnBW Baltic 1". Wir ziehen eine Zwischenbilanz unserer großen Klimaserie.

Foto: Stefan Sauer / dpa

In unserer Klimabilanz beleuchten wir alles rund um C02-Ausstoß, Energieverbrauch und Umweltschutz. Dabei haben wir bisher diverse Themen abgehandelt.

Abenteurer Arved Fuchs über das schmelzende Eis

Innerhalb eines Jahres erreichte Arved Fuchs 1989 sowohl den Nord- als auch den Südpol. Dabei legte der Abenteurer mehrere tausend Kilometer auf einer dicken Eisschicht zurück – mittlerweile unmöglich, wie der 66-Jährige im Interview mit Andreas Eberhard berichtete.

Das wärmer werdende Klima sorge jedoch nicht nur für eine Eisschmelze – es kämen auch Insekten in Regionen, in denen es bis dato keine gab.

Zugenommen habe laut Fuchs, der weltweit bereits an zahlreichen Expeditionen teilgenommen hat, auch die Verschmutzung der Ozeane durch Plastikmüll. Egal ob am Kap Hoorn, auf unbewohnten Atlantikinseln oder auf Grönland – überall fände sich angespülter Kunststoff, von abgerissenen Fischereinetzen bis zur Flipflop-Sandale. Die Menschen müssten sich vor Augen führen, welche Konsequenzen das eigene Handeln hat .

Klimakiller Onlinehandel?

Ganze 3,52 Milliarden Pakete wurden im vergangenen Jahr in Deutschland verschickt – knapp 5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zusteller arbeiten unter schlechten Bedingungen, Fahrzeuge versperren Wege, Pappkartons verstopfen Mülltonnen und zurückgesendete Ware wird oft einfach vernichtet. Trotzdem kann es klimafreundlicher sein, im Internet einzukaufen , anstatt im Geschäft vor Ort – das sagte Moritz Mottschall, Experte für Ressourcen und Mobilität im Öko-Institut, im Gespräch mit Hannah Schmitz. Lokale Händler, wie „Jojeco“ oder der „Heystore“ in Braunschweig, zeigten gegenüber unserer Zeitung ihre Bemühungen für einen möglichst nachhaltigen Versand.

Streitgespräch zur Energiewende

Reichlich Zündstoff bot das Streitgespräch zwischen Timon Dzienus, Sprecher der Grünen Jugend Niedersachsen, und Volker Eyssen , Technikberater und ehemals stellvertretender Leiter des geplanten Atommüll-Endlagers Schacht Konrad.

Beide sprachen sich in Sachen Klimaschutz zwar für neue Technologien aus – während Dzienus damit jedoch vor allem die Wind- und Solarkraft meinte, schlug Eyssen eine neue Form der Kernernergie zur Stromgewinnung vor. Redakteur Andre Dolle moderierte.

Weniger Müll gleich weniger CO2-Ausstoß

In Deutschland wandern pro Jahr rund 12,7 Millionen Tonnen Essen in den Müll . Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, diese Zahl bis 2030 zu halbieren.

Dadurch könnten laut dem Braunschweiger Thünen-Institut die Treibhausgasemissionen um fast zehn Prozent verringert werden, wie Andreas Eberhard von den Forschern erfahren hat.

Klimawandel als Chance für die Harzer Wälder

Abgestorbene Fichten reihen sich im Harz zu Hunderten aneinander. Schuld daran ist laut Gustel Bock der Klimawandel. Der Chef-Ranger des Nationalparks Harz war mit Redakteur Andre Dolle im Wald unterwegs. Ausbleibender Schnee, Trockenheit, Stürme und nicht zuletzt der immer zahlreicher werdende Borkenkäfer seien Schuld am Baumsterben, so Bock. Von einem „Waldsterben“ wolle er allerdings nicht sprechen, sondern vielmehr von einem „Wandel“.

Denn inmitten der toten Fichten würde auch wieder neues Grün heranwachsen. Unterhalb von 800 Höhenmetern kämen Fichten auf natürliche Weise nicht vor. Um dem Klimawandel erfolgreich zu begegnen, sei deshalb eine Wiederaufforstung mit Mischwald nötig. Gleichzeitig müsse aber auch der CO2-Ausstoß gestoppt werden, damit es wieder verlässliche Jahreszeiten und Niederschläge gebe.

Bald Sand statt Kunstrasen?

Bis zu 11.000 Tonnen Mikroplastik sollen über Kunstrasenplätze in die Umwelt gelangen. Eine umstrittene Zahl – und doch könnte der Kunststoff künftig auf EU-Geheiß durch Sand oder Kork ersetzt werden. Ute Berndt sprach darüber mit Greenkeeper Jerome Sittler, einem Naturrasen-Befürworter.

Milch-Nebenprodukt Methan

Mehr als 20 mal treibhauswirksamer als CO 2 ist das klimaschädliche Methan , produziert beim Verdauungsprozess, hauptsächlich bei Rindern. Welchen Einfluss die Tierhaltung und die Verarbeitung von tierischen Produkten auf das Klima hat, fasste Redakteur Andreas Eberhard zusammen.

Regel für schonendes Heizen

Wie lässt sich am klimaschonendsten heizen? Professor Lars Kühl, Leiter des Instituts für energieoptimierte Systeme an der Ostfalia , nannte Redakteur Andreas Schweiger eine Faustregel: Je höher die Investition in eine regenerativ betriebene Anlage, desto geringer seien die späteren Betriebskosten.

Und das waren nur einige der thematischen Schwerpunkte. Viele andere Themen, wie die Ökobilanz des Internets , eine Reportage aus dem Unverpackt-Laden oder wieviel Strom in unserer Region aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, finden Sie auf unserer Seite zur Klimaserie . Ach, übrigens: Ihre Haustiere sind schonmal nicht schuld am Klimawandel .

Diese Themen lesen Sie demnächst in unserer Serie

Das ökologische Gewissen macht Urlaub: So viel Klima-Gas verfliegt unsere Region

Umweltfreundlicher durch ein neues Auto? Die ehrliche Öko-Bilanz, die auch den Fahrzeugbau und nicht nur die Abgase betrachtet

Fair-Fashion: Nachhaltige und fair produzierte Mode

Wie erkenne ich Stromfresser im Haushalt? Wann ist ein neues Gerät sinnvoll?

Flugtomaten aus dem Supermarkt oder Gemüse vom Bauern nebenan? Was Verbraucher beim Einkauf tun können

Klima und Literatur: Wie spiegelt sich der Umweltgedanke in Literatur und Philosophie wider?

Öko-Bilanz: Welchen Einfluss hat die Wahl meines Verkehrsmittels auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule?

Erderwärmung und Politik: Gespräch mit einem Politologen zur „Öko-Diktatur“

Wie Wissenschaft die Energieeffizienz verbessert und wie Technologie die Umwelt schont

Wie kann ich meinen Heizenergieverbrauch durch kluges Verhalten senken?

Haben Sie Fragen, allgemein zum Klima oder zu den genannten Themen? Schreiben Sie uns an
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