Volkswagen-Halle Tanz

„Let’s Dance“ in Braunschweig – so lief die erste Show

| Lesedauer: 4 Minuten
Zehn Punkte von Jorge Gonzáles, Motsi Mabuse und Joachim Llambi für das Tanzpaar Luca Hänni und Christina Luft – darunter macht’s die Jury selten, weiß auch Moderator Daniel Hartwich.

Zehn Punkte von Jorge Gonzáles, Motsi Mabuse und Joachim Llambi für das Tanzpaar Luca Hänni und Christina Luft – darunter macht’s die Jury selten, weiß auch Moderator Daniel Hartwich.

Foto: Rüdiger Knuth

Braunschweig.  5000 Fans haben bei einer temporeichen Show mit Motsi Mabuse und Co in der VW-Halle Auszeit vom Corona-Alltag genommen. Sieger gibt es auch.

Die vollmundige Ansager-Stimme vom Band verspricht „die besten Promis und Tanzprofis aller Zeiten.“ Das ist mal eine selbstbewusste Vorgabe. Lassen wir sie dahingestellt und konstatieren: Die populäre TV-TanzshowLet’s Dance“ spart bei ihrer Live-Version jedenfalls nicht mit Equipment, Mitwirkenden und Tempo.

Die ovale Tanzfläche ist in der Hallenmitte aufgebaut und läuft auf einen lichterglänzenden Show-Aufbau zu, auf dem die Jury thronen wird – namentlich die beiden Paradiesvögel Motsi Mabuse und Jorge Gonzáles sowie Joachim Llambi, der „Earl Grey“ des deutschen Tanzes (so der schlagfertige Moderator Daniel Hartwich).

Sechs Paare tanzen – zehn Punkte sind Standard

Aber zuerst mal gibt’s ein wenig Feuerzauber, eine Akrobatin produziert sich in einem über der Tanzfläche schwebenden Ring, darunter wirbelt ein halbes Dutzend Showpaare gemeinsam durcheinander – und das Publikum ist gleich voll da. Knapp 5000 sind am Montagabend gekommen, weitere 5000 werden am Dienstag bei der zweiten Auflage der Show erwartet.

Das Prinzip ist einfach: Sechs Paare, je ein Promi und eine Profitänzerin oder umgekehrt, führen einen knackigen oder auch mal romantischen, etwa 90-sekündigen Tanz vor, der Paradiesvogel-Teil der Jury lobt jede Vorführung über den grünen Klee, dann gießt Llambi ein wenig Wasser in den Wein, und am Ende geben alle die Maximalzahl von zehn Wertungspunkten, selten auch mal neun.

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Wie Jorge Gonzáles und Motsi Mabuse so urteilen

Beim Tango von Lili Paul-Roncalli und ihrem Profipartner Andrzej Cibis klingt das etwa so:

Jorge: „Techniek, gaaaanz toll, aber die Eleganz erst, Leidenschaft, meeega. Zehn Punkte.“

Motsi: „Das Lied ist seeehr sinnlich. Und es passt wie eine Eins, wie du dazu tanzt. Weltklasse. Zehn Punkte.“

Llambi: „Sehr toll, sehr feminin, erotisch, intim, auch wenn der Andrzej dabei ist. Auf den Punkt getanzt. Neun Punkte.“

Manchmal geht’s auch ins Detail. Motsi über die Samba des wirklich superprominenten Schauspielers Tijan Njie (man kann ihn googeln) und seine Tanzpartnerin Kathrin Menzinger: „In deiner Samba-Action war so viel Kontrolle, und auch in deiner Arm-Action. Brillant.“ (Zehn Punkte, Überraschung).

Allerdings setzt die Jury nur Orientierungspunkte – am Ende entscheidet das Publikum. Schauen wir mal.

Luca Hänni und Christina Luft tanzen Cha Cha Cha

Zunächst geht es Tanz auf Tanz weiter, strukturell etwas gleichförmig, aber choreografisch bieten die Tänze schon viel Abwechslung. Der Schweizer Popstar Luca Hänni und seine Partnerin Christina Luft etwa zeigen einen dynamischen Cha Cha Cha, Lili Paul-Roncalli und Andrzej Cibis einen intensiven Tango, Tijan Njie und Kathrin Menzinger eine fetzig-farbenfrohe Samba, der Sportkletterer Moritz Hans und Partnerin Malika Dzumaev einen Charleston, der Ex-Fußballer Rúrik Gíslason und Renata Lusin einen temperamentvollen Paso Doble.

Sieht schon alles sehr prima und professionell aus – aber Gíslason wirkt noch ein kleines bisschen hüftsteif. Finde ich. Finden Motsi und Jorge nicht, aber dem Experten Llambi ist es auch aufgefallen. Mal nur neun Punkte.

Höchstpunktzahl für das Männerpaar

Glatte 30 Jury-Gesamtpunkte in der ersten Runde bekommt das erste reine Männertanzpaar von „Let’s Dance“, der hyperprominente Reality-TV-Darsteller Nicolas Puschmann und sein Partner Vadim Garbuzov. Sie tanzen einen intensiven Tango, sieht schon stark aus.

Zur Abwechslung gibt’s zwischendurch ein paar Gruppenchoreografien, eine Walzer-Kitschdröhnung, etwas fetziges Buntes, aber auch einen mutigen, vorzeigbaren Cha Cha Cha eines Paares aus dem Publikum (Basti und Hannah aus Hildesheim). Ansonsten geht das Wetttanzen der Promipaare in die zweite Runde. Die Tänze und Stile wechseln, die Kommentare der Jury nicht sonderlich.

Und das Siegerpaar heißt: Rúrik Gíslason und Renata Lusin

Das Publikum genießt die farbenfrohe, sinnliche, rhythmische Abwechslung vom Corona-Alltag in vollen Zügen, feiert die Tanzpaare, die Plaudereien der Jury, die kleinen Spitzen Hartwichs – und kürt am Ende das Siegerpaar. Es werden Rúrik Gíslason und Renata Lusin – na herzlichen Glückwunsch.

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