N-Bank-Server laufen wieder – Hilfsanträge jetzt möglich

Braunschweig.  Das Land verspricht schnelle, unbürokratische Hilfe für Selbständige, kleine Firmen und Künstler. Nach einer Panne sind die Anträge nun abrufbar.

Jazzmusiker Alexander Hartmann versuchte am Donnerstagmorgen bei der N-Bank in Braunschweig vergeblich, Anträge für die versprochene Soforthilfe des Landes für Selbständige zu bekommen.

Jazzmusiker Alexander Hartmann versuchte am Donnerstagmorgen bei der N-Bank in Braunschweig vergeblich, Anträge für die versprochene Soforthilfe des Landes für Selbständige zu bekommen.

Foto: ALEXANDER HARTMANN / Alexander Hartmann

Das Land Niedersachsen hat angekündigt, Kleinunternehmen und Soloselbständigen in der Corona-Krise schnell und unbürokratisch zu helfen. Auch freischaffende Künstlerinnen und Künstler könnten unkompliziert auf das Hilfspaket zugreifen, hatte Kulturminister Björn Thümler (CDU) gestern versprochen. Bis zu 3000 Euro finanzielle Soforthilfe sollen an Künstler und Kleinunternehmen mit bis zu fünf Angestellten ausgezahlt werden, bis zu 9000 Euro an solche mit bis zu zehn, bis zu 20.000 Euro an Firmen mit bis zu 20 Angestellten. Doch die Soforthilfe kam aufgrund technischer Probleme zunächst nicht in Gang.

Seit Mittwoch sollten Betroffene Anträge auf der Homepage der N-Bank, der Förderbank des Landes, herunterladen können. „Aber das funktioniert nicht. Da gibt es keine Formulare zum Herunterladen“, sagt der Braunschweiger Jazzmusiker Alexander Hartmann. Der 55-jährige Familienvater verdient sein Geld seit 30 Jahren mit Jazz- und Barmusik in Hotels und Restaurants wie dem Ritz-Carlton Wolfsburg und dem „Parlament“ in Braunschweig, aber auch auf Firmenfeiern, Messen und Vernissagen über die Region hinaus. Akquise, Zusammenstellung von Bands, Verträge und Abrechnungen erledigt er selbst. „Es ist ein Zehn-Stunden-Tag, aber ich mache den Job gerne“, sagt er. In normalen Zeiten könne er seine vierköpfige Familie davon gut ernähren, aufgrund der hohen Steuerlast allerdings kaum Rücklagen bilden. Die Corona-Krise beraube ihn nun aller Auftrittsmöglichkeiten und bringe ihn in eine akute finanzielle Notlage.

Umso mehr freute Hartmann sich über die Ankündigung des Landes, unbürokratisch und sofort zu helfen. Doch leider laufe da bisher nichts, ärgert sich der Musiker am Donnerstag. Tatsächlich hieß es auf der Homepage der N-Bank: „Wir haben akute Serverprobleme und arbeiten auf Hochtouren daran. Bitte haben Sie etwas Geduld.“

Hartmann machte sich daraufhin auf den Weg zur Braunschweiger N-Bank-Beratungsstelle in der Innenstadt. „Drinnen waren Mitarbeiter zugange, aber die Tür war verschlossen, und es machte auch niemand auf“, berichtet er. Es sei ihm dann gelungen, eine Mitarbeiterin der benachbarten IHK zu bewegen, in der NB-Bank-Beratungsstelle nach Formularen zu fragen. „Aber Fehlanzeige: Die gäbe es nur online, hieß es“, sagt Hartmann.

Donnerstagabend meldete sich dann N-Bank-Sprecher Bernd Pütz bei unserer Zeitung: „Die Serverprobleme sind behoben, Anträge sind jetzt über unsere Internetseite möglich.“ Allerdings müssten Interessenten aufgrund der erwartet hohen Nachfrage vorerst mit Einschränkungen rechnen und etwas Geduld mitbringen. „Aber wir setzen 150 Mitarbeiter für dieses außergewöhnliche Programm ein.“

Der Artikel wurde aktualisiert.

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