Silent Radio glänzen im Braunschweiger Westand

Braunschweig.  Silent Radio, die Institution mit dem Elektro-Geiger, startet mit zwei ausverkauften Konzerten im Westand in Braunschweig ins 20. Jahr.

Silent Radio - Live im Westand in Braunschweig am 13. Dezember 2019.

Silent Radio - Live im Westand in Braunschweig am 13. Dezember 2019.

Foto: Rüdiger Knut

Die Leute lieben diese Band. Silent Radio haben es geschafft, als eigenständige Gruppe wahrgenommen zu werden, obwohl sie fast ausschließlich Coverversionen spielen. Jedoch mit ganz eigenem Konzept. Sie vergeigen die Stücke. Yo. Mit einem starken Front-Duo: Sänger und Akustikgitarrist Louie Bottmer und Geiger Rainer Tacke.

Elektro-Violine prägt das Klangbild von „Silent Radio“

Hochaufgeschossen und stets schweigend spielt der bärtige Mann seine Elektro-Violine, prägt das individuelle Klangbild der Band, ohne aufdringlich zu wirken. Sänger Louie bleibt im Zentrum mit seinem kraftvollen, dunklem Bariton. Und seinem klassisch makulinen Charme. Zwei Abende nacheinander spielen Silent Radio im Westand, weitgehend ausverkauft vor jeweils mehr als 700 Fans.

20 Jahre wird die Band nächstes Jahr. Sie ist größer und elektrischer geworden mit der Zeit, mit Claus Hartisch an der E-Gitarre, Jens Müller am Bass und Lars Plogschties am Schlagzeug. Die Fünf interpretieren Hits, die real oder atmosphärisch meist in den 80ern wurzeln. Mit melancholischem, dunklem Pathos und der effektreichen Alchemie von Rainer Tackes Violine.

Eigene Songs so gut wie Coverversionen

Sie wagen auch herausfordernde Cover wie „Running Up That Hill“ von Kate Bush. Und eigene Songs wie „On The Outside“, die weder abfallen noch herausragen. Am stärksten gefeiert werden vom euphorischen Publikum jedoch die Silent-Radio-Versionen von Titeln, die man sonst nur noch in Ü-40-Sendern hört: „Send Me An Angel“ vom australischen One-Hit-Wonder Real Life oder „Here Comes The Rain Again“ von den Eurythmics.

Apropos: Ihr 20-jähriges Jubiläum feiern Silent Radio am 27. Juni 2020 open air auf dem Wolters-Hof. Bei dem Eurythmics-Hit hat’s bei ihren vergangenen Auftritten dort tatsächlich stets zu schütten angefangen. Erzählt Louie im Westand.

Erklärt: Deshalb heißt die Band „Silent Radio“

Später beleuchtet er nochmal den Bandnamen. Das kenne doch jeder: Es geht dir gerade nicht gut, und dann spielt ein leises Radio im Hintergrund den perfekten Song, der allen Schmerz in sich aufnimmt. „Quiet Radio“, sagt Louie. „Aber leider klingt das blöd. Deshalb: Silent Radio“.

Zwei Stunden samt diversen Zugaben hält das Quintett Freitagabend das Westand in Atem. Das Konzert am Samstag ist ausverkauft.

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