Ein Braunschweiger spielte mit den „Rockin’1000“

Braunschweig.  Andreas Altwein spielte mit einer tausendköpfigen Band im Frankfurter Stadion. Die Idee stammt von italienischen Fans der Gruppe Foo Fighters.

Andreas Altwein (rechts) mit dem Mitinitiator des Projekts „Rockin'1000", Claudio Cavallaro, in Frankfurt.

Andreas Altwein (rechts) mit dem Mitinitiator des Projekts „Rockin'1000", Claudio Cavallaro, in Frankfurt.

Foto: Andreas Altwein

Für den Gitarristen Andreas Altwein ist am Sonntag im Frankfurter Stadion ein Traum in Erfüllung gegangen: Er stand mit den „Rockin’1000“ in der Arena, einer Band die aus je rund 200 Schlagzeugern und Bassisten, ungefähr 350 E-Gitarristen und 200 Sängern bestand. Gemeinsam spielten sie vor rund 15.000 Zuschauern Hits wie „Uptown Funk“, „Bitter Sweet Symphony“ und „Highway to Hell“.

Was erstmal nach den besten Voraussetzungen für chaotischen Lärm klingt, war ursprünglich eine originelle Idee von Rockfans aus der Emilia-Romagna, um die populäre US-Band Foo Fighters zu einem Konzert in ihrer Heimatstadt Cesena zu bewegen: 2015 trafen sich 1000 Musiker aus ganz Italien am Stadtrand, um gemeinsam den Foo-Fighters-Hit „Learn to Fly“ zu spielen – und die Band gab daraufhin tatsächlich ein Konzert in Cesena.

Die Initiatoren hatten so viel Spaß an dem Projekt „Rockin’1000“, dass sie beschlossen, nach einem späteren abendfüllenden Massen-Konzert im Stadion von Cesena auch Konzerte in Paris und Frankfurt zu organisieren. Hobbymusiker aus aller Welt konnten sich dafür bewerben. Altwein, der beruflich als Informatiker tätig ist, war einer von ihnen. Im vergangenen Jahres war er aus seiner Braunschweiger Band ausgestiegen. „Ich suchte nach neuen Herausforderungen“, erzählt er. „Eigentlich mehr aus Spaß habe ich das Bewerbungsformular ausgefüllt und mit einem Demovideo an die Italiener geschickt. Umso euphorischer war ich, als ich tatsächlich in die Band aufgenommen wurde.“

Von da an übte der 47-jährige intensiv mit Noten- und Probematerialien, die ihm aus Italien zugeschickt wurden. Denn die Songs müssen perfekt sitzen, wenn 1000 Rockmuusiker gemeinsam auftreten. Nach zwei Monaten, in denen er jeden Abend übte, stand das Konzert vor der Tür. Die gemeinsamen Abschlussproben in Frankfurt mussten jedoch spontan auf eine Wiese vor der Arena verlegt werden, da diese an den Vorabenden besetzt war.

Um größtmögliche Synchronizität zu erreichen, hätten alle Musiker mit Kopfhörern gespielt, in denen Klicklaute das richtige Tempo vorgaben, erzählt Altwein. Es habe zwar auch einen Dirigenten gegeben, der aber schlecht sichtbar gewesen sei. „Diese vier Tage waren das Anstrengendste, was ich je gemacht habe, und ich habe früher Leistungssport betrieben“, erzählt der ehemalige Turniertänzer.

Dennoch erinnert er sich gern an die Zeit in Frankfurt zurück. „Als ich ankam, hatte ich die Einstellung: So, ich werde jetzt diese Songs spielen. Aber als wir dann nach vier Tagen gemeinsam auf der Bühne im Stadioninnenraum standen, hieß es: Wir werden jetzt diese Songs spielen.“ Für das Publikum sei es reizvoll gewesen, dass keine Rockstars auf der Bühne standen, sondern ganz normale Leute mit Spaß an der Musik, meint Altwein.

Er selbst habe besonders die Gemeinschaft genossen, die dadurch entstanden sei, dass Menschen ein gemeinsames Ziel hatten. Menschen, die verschiedener nicht hätten sein können: „Der Jüngste war vielleicht acht oder zehn, die Ältesten waren schon Rentner. Es gab typische Rockmucker, aber auch Banker, eben Leute, mit denen ich sonst nicht viel zu tun hätte. Aber das war nicht wichtig: Wir sind alle Musiker, und nur das zählt.“

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