Plastik gegen Polio – Schüler helfen Kindern

Königslutter  500 Plastik-Deckel ergeben eine Schutzimpfung gegen Kinderlähmung. Die Wichernschule ist jetzt erste offizielle Sammelstelle im Kreis.

Von links: Lilly Jung, Benjamin Hochhalter und Florian Kolodzyk, Initiatorin Ursula Bijeschke und Petra Oppe.

Von links: Lilly Jung, Benjamin Hochhalter und Florian Kolodzyk, Initiatorin Ursula Bijeschke und Petra Oppe.

Foto: Sebahat Arifi

Die Plastik-Verschlüsse von Flaschen sind zu wertvoll, als dass sie einfach entsorgt werden sollten. An der Wichernschule in Königslutter werden sie jetzt gesammelt, denn ihr Wertstoff Polyethylen hilft, Kinderleben zu retten. Davon werden Schutzimpfungen gegen Polio, auch als Kinderlähmung bekannt, finanziert.

Während eines Pressegesprächs am Dienstag stellten die Vorstandsmitglieder der Schülergenossenschaft „Genusswerkstatt“, Benjamin Hochhalter, Lilly Jung und Florian Kolodzyk, das Projekt vor. Die Krankheit gilt fast weltweit als ausgerottet, doch in Afghanistan, Pakistan und Nigeria sei Kinderlähmung immer noch ein Problem, erläuterte Standort-Koordinatorin Petra Oppe. Und Florian ergänzt: „Für 500 Deckel kann ein Kind geimpft werden.“

Während der vergangenen Generalversammlung hätten die Schüler dafür gestimmt, sich an der guten Sache des Vereins „Deckel drauf“ zu beteiligen. Die Idee dafür kam von Ursula Bijeschke, eine ehemalige Lehrerin der Schule, die einen Bericht über das Projekt gesehen hatte. Sie fand es so gut, dass sie es unbedingt unterstützen wollte. „Hier in der Gegend gab es noch gar nichts, und jetzt ist die Wichernschule offizielle Sammelstelle“, zeigte sich die Initiatorin erfreut.

Für die Plastikdeckel wurde eigens ein großer Sammelbehälter gefertigt, der im Flur der Schule steht. Zudem wurden einige Behälter angeschafft, die ziemlich genau jeweils 500 Flaschenverschlüsse fassen und an verschiedenen Stellen aufgestellt werden sollen. Wo, müsse noch abgeklärt werden, aber einen würden sie auf jeden Fall an ihrem Wochenmarktstand dabei haben, kündigte Oppe an. „Wir möchten, dass sich möglichst viele beteiligen. Es ist eine tolle Aktion, weil man auf einfache Art und Weise Gutes tut“, warb sie.

DIE KAMPAGNE

„Deckel drauf“ ist ein gemeinnütziger Verein, der 2014 gegründet wurde und das Rotary Projekt „End Polio Now“ unterstützt.

500 Deckel ergeben etwa ein Kilogramm Material, dessen Erlös für eine Impfdosis reicht.

Weitere Infos: www.deckel-gegen-polio.de.

Gesammelt werden also Plastikdeckel mit den Kennzeichen PE-HD oder PP, keine Flaschen, denn die bestehen aus minderwertigerem Kunststoff. Und auf keinen Fall Kronkorken. Die Schule verkauft sie an den Entsorger Alba in Braunschweig, und Ursula Bijeschke als juristische Person sorgt dafür, dass die Erlöse zum Verein kommen. Und wie lange wird gesammelt? Darauf hat Florian Kolodzyk nur eine Antwort: „Bis es allen Kindern gut geht.“

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