Interkulturelle Wochen

Job-Café in Helmstedt wird kurz zum „World Café“

| Lesedauer: 3 Minuten
Anlässlich der „Interkulturellen Wochen" gibt es im "job@ctiv"-Café bis einschließlich Donnerstag Spiele, bei denen es sich um Heimat und Kultur dreht.

Anlässlich der „Interkulturellen Wochen" gibt es im "job@ctiv"-Café bis einschließlich Donnerstag Spiele, bei denen es sich um Heimat und Kultur dreht.

Foto: Joschka Büchs

Helmstedt.  Die Jugendhilfe von Proaktivcenter und Jugendwerkstatt kämpft gegen Jugendarbeitslosigkeit auch unter Ausländern.

Wie schafft es ein junger Mensch, der die Schule oder die Ausbildung abgebrochen hat, in den Arbeitsmarkt? Wer dabei Hilfe braucht, ist im Proaktivcenter (kurz PACE) im „Pferdestall“ am Ludgerihof in Helmstedt richtig. Das PACE befindet sich in Trägerschaft des Landkreises Helmstedt und gehört zur St. Nikolaus Kinder- und Jugendhilfe.

„Unser oberstes Ziel ist es, Jugendlichen, die vielleicht nicht den geraden Weg gegangen sind, zu Ausbildung und Arbeit zu verhelfen“, erklärt Apiraami Kulasegaram. Als Pädagogische Mitarbeiterin organisiert sie in Zusammenarbeit mit zwei anderen Mitarbeitern das „job@ktiv“-Café, ein Café, das von vormals arbeitslosen Jugendlichen betrieben wird. Im für alle offenen Café helfen Kulasegaram und ihre Kollegen bei Bewerbungsschreiben, sie vermitteln Ausbildungsplätze und Jobs.

Das Café ist im Rahmen der „Interkulturellen Wochen“ des Landkreises, die aktuell stattfinden, temporär zum „World Café“ umgewandelt worden. Besucherinnen und Besucher erfahren dort bis einschließlich Donnerstag mehr über fremde Kulturen. Etwas weniger als die Hälfte der aktuell Ratsuchenden stammen aus dem Ausland.

World Café Helmstedt
World Café Helmstedt

„Wo kommst du her? Wo lebst du? Was ist deine Heimat?“ steht auf einer Tafel. Bei diesem Spiel müssen die Gäste des Cafés diese Fragen beantworten, indem sie die jeweiligen Orte auf einer aus Holz gesägten Weltkarte mit Klebepunkten markieren. Eine Frau klebt als ihr Herkunftsland Rumänien auf die Karte, ihr Wohnort ist Helmstedt und Deutschland ist für sie ihre Heimat. „Ich bin mit 17 zur Jugendhilfe gekommen und habe mit ihrer Hilfe damals meine Ausbildung gefunden“, erzählt die heute 29-jährige, die nicht mit Namen in der Zeitung stehen möchte, voller Stolz.

Die Palette der Einrichtung hat sich kürzlich um das Projekt „Fünf vor zwölf“ vergrößert. Dabei geht es darum, mit niedrigschwelligen Angeboten auf Arbeitslose unter 25 zuzugehen. Das Projekt macht mit einem zum mobilen Büro umgebauten Bus auch Station am Helmstedter Rathaus, in Schöningen und in Königslutter. „Wir wollen vor Ort sein, damit das Angebot leicht zugänglich ist“, erklärt Ole Janßen, der mit zwei anderen Sozialarbeitern für das Projekt zuständig ist.

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Die Weltkarte aus Holz für das Spiel und den Umbau des „Fünf vor Zwölf“-Busses hat die Jugendwerkstatt „Holzwurm“ übernommen, die direkt um die Ecke liegt. Seit über 30 Jahren lernen in der Werkstatt Jugendliche, die auf Arbeitssuche sind, praktische Tätigkeiten wie Holztechnik, Farbtechnik oder Raumgestaltung. „Den Jugendlichen werden so Erfolgserlebnisse bei einer selbstbestimmten Arbeit ermöglicht“, sagt die Teamleiterin Marita Bohlmann. Gemeinsam mit Sozialpädagogen und berufspädagogischen Anleitern betreut sie die Jugendlichen, vermittelt zum Beispiel auch Sprachkurse an der Volkshochschule für diejenigen, die erst seit kurzem in Deutschland sind.

Eine Gruppe in der Werkstatt steht in der Küche und kocht das Mittagessen für die Jugendlichen aus der Werkstatt. Für das „World Café“ hat die Gruppe ein kleines Buffet mit Essen aus verschiedenen Ländern auf die Beine gestellt. Auch andere Vereine und Träger bieten in den „Interkulturellen Wochen“ Aktionen an.

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