Lesung in Helmstedt

Lesung im Helmstedter Bahnhof: „Die Mauer war doch richtig“

| Lesedauer: 2 Minuten
Robert Rauh

Robert Rauh

Foto: Silvia von Eigen

Helmstedt.  Auf Einladung der Buchhandlung Julius.Buch stellt der Historiker Robert Rauh eine gewagte Abhandlung über den Bau der Berliner Mauer vor.

Mit einem provokanten Buchtitel kommt der Berliner Historiker Robert Rauh am Freitag, 1. Oktober, nach Helmstedt. „Die Mauer war doch richtig“ heißt seine Abhandlung darüber, warum es im Jahr des Mauerbaus keinen erneuten Aufstand gegeben hat.

Organisiert wird der Abend von Meike Jenzen-Kociok von der Buchhandlung julius.buch und Florian Hary, der vor kurzem das Helmstedter Bahnhofsbistro neu eröffnet hat. Dort wird die Lesung ab 19 Uhr auch stattfinden.

Lesereihe neu organisiert

Jenzen-Kociok erläutert: „Nachdem die Stadt Helmstedt die Lesereihe ,Umblättern’ auf Eis gelegt hat, haben wir uns entschieden, wieder eigene Lesungen zu organisieren. Wir starten am 1. Oktober mit Robert Rauh Der Autor war bereits im Jahr 2019 mit ,Fontanes Frauen’ im Zuge der Lesereihe zu Gast in Helmstedt.“

Zur Person: Robert Rauh, geboren 1967 in Ost-Berlin, ist Historiker, Lehrer und Seminarleiter für Geschichte, Politik und Deutsch. 2013 wurde er für sein pädagogisches Engagement mit dem Deutschen Lehrerpreis ausgezeichnet. Als Experte zu schulpolitischen Fragen wird er regelmäßig von verschiedenen Medien befragt. Im Berliner Schloss Schönhausen kuratierte Rauh die Dauerausstellung zur DDR-Geschichte.

Die Mehrheit blieb passiv

Dieses Buch stellt die gängige Auffassung in Frage, der Mauerbau sei in der DDR auf breite Ablehnung gestoßen. Dazu heißt es im Klappentext: „Unser Geschichtsbild ist durch die Bilder von spontanen Demonstrationen an der Berliner Sektorengrenze und von spektakulären Fluchtversuchen geprägt. Tatsächlich kam es aber am 13. August 1961 nur an wenigen Grenzübergängen zu größeren Ansammlungen und in den folgenden Wochen nur zu vereinzelten Protesten und Streiks. Die Mehrheit blieb passiv.“

Auf der Basis von internen Polizei-, SED- und Staatssicherheitsberichten sowie von Zeitzeugen-Interviews und den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage geht Robert Rauh der Frage nach, warum so viele DDR-Bürger den Mauerbau widerstandslos hinnahmen – und damit letztlich die deutsche Teilung billigten.

Die Eintrittskarten sind für 5 Euro in der Buchhandlung „julius.buch“ an der Neumärker Straße 4 erhältlich.

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