Forderung aus Lehre: Lkw-Fahrer im Autohof richtig versorgen

Lehre.  Dass Lkw-Fahrer derzeit nicht in Autohof-Restaurants in Niedersachsen einkehren können, dagegen kämpft Bürgermeister Andreas Busch aus Lehre.

Sybille Rademacher, Inhaberin des Autohof-Restaurants „BS-Ost" in Wendhausen, bedient am Donnerstag einen Lkw-Fahrer mit einem in einer Kunststoff-Box verpackten Gericht.

Sybille Rademacher, Inhaberin des Autohof-Restaurants „BS-Ost" in Wendhausen, bedient am Donnerstag einen Lkw-Fahrer mit einem in einer Kunststoff-Box verpackten Gericht.

Foto: dirk fochler

Busch steht in Kontakt mit der Landesregierung, die aber bleibt bisher ihrer Linie treu und lässt die Trucker nur zum Abholen von Speis und Trank in die Autohof-Restaurants. Für Andreas Busch ist das durch die niedersächsische Corona-Verordnung geregelte Prozedere in Zusammenhang mit den Autohöfen nicht nachvollziehbar. Es stellt seiner Meinung nach eine Ungleichbehandlung im Vergleich mit anderen so genannten systemrelevanten Berufsgruppen dar.

Unverständnis für Regelung in Niedersachsen

Der Gemeindebürgermeister argumentiert auch mit der Tatsache, dass in Bundesländern wie beispielsweise Baden-Württemberg, Hamburg oder Hessen Berufskraftfahrer nach Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung in Autohof-Restaurants versorgt werden dürfen. „Ich habe nach wie vor keine Begründung seitens des Landes Niedersachsen erhalten, warum in einigen Bundesländern das Virus offenbar leichter durch Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer übertragen wird und in manchen Bundesländern nicht. Warum werden Autohof-Restaurants in Niedersachsen nicht schlicht wie Kantinen behandelt?“, fragt Busch in einem uns vorliegenden Schreiben an die Landesregierung.

„Aspekte werden neu bewertet“

Das Land verweist in seiner jüngsten Mitteilung als Antwort aus dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung auf die geltende Corona-Verordnung und teilt schriftlich mit: „Die Sachargumente zur Öffnung der Autohöfe von Ihnen und Betreibern von Autohöfen, von Interessenvertretern und von Berufskraftfahrenden selbst, liegen den maßgeblichen Stellen, wie auch viele andere Anregungen und Wünsche, vor. Im Rahmen einer Neufassung der Niedersächsischen Corona-Verordnung werden alle neuen Aspekte neubewertet und geprüft und finden gegebenenfalls Eingang in die dann neue Verordnung.“

Busch: Es gibt ein erprobtes Hygienekonzept

Die bisherigen Antworten aus Hannover machen Andreas Busch hingegen sprachlos und auch ein Stück wütend. Für den Gemeindebürgermeister ist es „menschenunwürdig, Trucker nach einem langen Arbeitstag an einer Plexiglasscheibe abzufertigen und sie zu zwingen, ihr Essen im Führerhaus aus einer Plastikbox einzunehmen“. Es tue ihm in der Seele weh, es sei völlig unangemessen und nicht notwendig, weil es ein erprobtes Hygienekonzept gebe. Auch Sybille Rademacher, Inhaberin des Restaurants „BS-Ost“ auf dem A2-Autohof Wendhausen, versteht nicht, „warum es in anderen Bundesländern möglich ist, die Lkw-Fahrer im Restaurant zu versorgen“.

Busch hat sich nun am Dienstag schriftlich direkt an Ministerpräsident Stephan Weil gewandt und um eine Öffnung der niedersächsischen Autohof-Restaurants für Berufskraftfahrer gebeten. Derweil zieht Sybille Rademacher gerade in Erwägung, per einstweiliger Verfügung eine Öffnung ihres Restaurants für die Trucker gerichtlich zu erwirken. Eine vom dortigen Ordnungsamt abgesegnete Lösung des Problems wurde offenbar für den Autohof Lauenau an der Autobahn 2 entwickelt. „Wer ein mindestens zweistündiges Parkticket vorlegt oder über Nacht bleibt, der darf im Restaurant seine Mahlzeit essen“, teilte uns eine Mitarbeiterin des Autohofs Lauenau auf telefonische Nachfrage mit.

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