Ladenumbau soll Helmstedts Innenstadt neuen Impuls geben

Helmstedt.  Die Familie Stamer lässt ihr eigenes Geschäftshaus mit hohem Aufwand umbauen. Noch in diesem Sommer zieht dort ein Bekleidungsgeschäft ein.

Mit-Inhaberin Petra Schadebrodt (Mitte) lässt sich von Architektin Petra Huke und Bauingenieur Dieter Kalnizki den Stand des Umbaus erläutern.

Mit-Inhaberin Petra Schadebrodt (Mitte) lässt sich von Architektin Petra Huke und Bauingenieur Dieter Kalnizki den Stand des Umbaus erläutern.

Foto: Jürgen Paxmann

Die wahre Größe dieses Gebäudes lässt sich von außen allenfalls erahnen. Das Geschäftshaus der Familie Stamer an der Neumärker Straße 13 in Helmstedt wird umgebaut. Ab Juli ist die Bekleidungsfirma „Ernsting’s Family“ neuer Mieter. Sie hat dann eine Verkaufsfläche von rund 200 Quadratmetern. Die Eröffnung kann aber erst dann erfolgen, wenn einige Wochen später der Innenausbau abgeschlossen ist.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Coesfeld-Lette bietet Bekleidung mit Schwerpunkt auf Damen- und Kindermode, weiterhin Wäsche, Heimtextilien, Dekorationsartikel und Spielwaren. Die bisherige Filiale in der Fußgängerzone, räumlich viel kleiner, wird es daraufhin aufgeben. Was dann dort hineinkommt, ist bislang offen.

Eine neue Ära für das Warenhaus

Damit beginnt für Stamers Warenhaus eine neue Ära. Jahrzehntelang stellte es den Stammsitz für den Verkauf und Reparatur von Radio- und Fernsehtechnik, später auch von Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräten und Küchen dar. Der Großvater von Mit-Inhaberin Petra Schadebrodt hatte das Unternehmen 1932 gegründet und wenig später sein Geschäft in die Neumärker verlagert. Es folgte ein stetiger Ausbau von Geschäft und Gebäude.

Hans-Günther Stamer, Schadebrodts Vater, übernahm die Geschäftsleitung in den 60er-Jahren und führte es mit seiner Frau bis 1994. Zwischenzeitlich hatte er sogar die Planung und den Vertrieb von Einbauküchen als weiteres Geschäftsfeld eingeführt. Die eigene Familiengeschichte, auch ein Stück lokaler Wirtschaftshistorie, möchte Petra Schadebrodt bald in einem Buch veröffentlichen.

Wechselnde Mieter und Nutzer

Die Mieter wechselten in der Folgezeit. Ein Teil des Gebäudekomplexes wurde nacheinander von einem Sportwaren-Anbieter, von einem Versicherungsbüro und nunmehr vom Baufinanzierer LBS genutzt. Die Braunschweiger Immobilienfirma bleibt. Im großen Trakt aber, das von der Fußgängerzone begehbar ist, befand sich bis 2018 ein Schnäppchenmarkt, bis es dem Betreiber zu klein wurde.

Nach dem jetzt erfolgten Umbau dürfte mangelnder Platz kaum das Problem des künftigen Mieters sein. Entsprechend dessen Vorstellungen zu Größe, Deckenhöhe und Raumaufteilung haben die Planer, Petra Huke und Dieter Kalnizki aus Helmstedt, aus dem Fachwerk-Ensemble einen Hallenbau gemacht, dessen Wirkung im Rohzustand beeindruckt. Bauingenieur Kalnizki hatte eigenem Bekunden zufolge auf der Suche nach machbaren Lösungen hinsichtlich Statik und Brandschutz manche schlaflose Nacht.

Dachgeschoss bleibt ungenutzt

Nun aber sind die Umbauarbeiten nach zwölf Monaten abgeschlossen. Über der Ladenfläche, direkt unter dem Dachstuhl ist sogar noch jede Menge Platz – wofür? „Party machen“, sagt Petra Schadebrodt im Scherz. Sie sei jedenfalls gemeinsam mit ihrer Mutter und Schwester sehr froh darüber, das Haus in Kooperation mit dem neuen Mieter und der Stadt für den Betrieb eines modernen Fachhandels kernsaniert zu haben.

„Solche Aktivitäten können unserer Innenstadt nur gut tun“, lobte prompt Bürgermeister Wittich Schobert die Initiative der Familie Stamer. Und was das Ladengeschäft schräg gegenüber angeht, wo „Ernsting’s Family“ bald rausgeht: Da erhoffen sich die Stadtplaner und Wirtschaftsförderer einen neuen Schub durch die Edeka-Ansiedlung am Harsleber Tor. Der Supermarkt, voraussichtliche Öffnung im Jahr 2022, werde der Innenstadt ganz sicher neue Kundenströme und damit den anliegenden Hausbesitzern neue Mieter bescheren, glaubt Schobert.

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