Initiative zeichnet ersten 20 „Sichere Häfen“ im Landkreis aus

Gifhorn.  Firmen, Vereine, Kirchen und Institutionen, die sich um Flüchtlinge kümmern, erhalten ein Label. Damit will die Initiative ein Zeichen setzen.

Von links: Martin Wrasmann, Henrik Werner, Marianka Gräfin von Magnis, Manfred Torkler und Sylvia Pfannschmidt von der Gifhorner Initiative Sicherer Hafen" mit Plakaten und dem orangenen Label "Fairankert – Sicherer Hafen", mit denen sie die Auszeichnung von Betrieben, Organisationen und Institutionen sichtbar machen wollen.

Von links: Martin Wrasmann, Henrik Werner, Marianka Gräfin von Magnis, Manfred Torkler und Sylvia Pfannschmidt von der Gifhorner Initiative Sicherer Hafen" mit Plakaten und dem orangenen Label "Fairankert – Sicherer Hafen", mit denen sie die Auszeichnung von Betrieben, Organisationen und Institutionen sichtbar machen wollen.

Foto: Daniela König

Mit ihrem Anliegen, dass sich der Landkreis als Sicherer Hafen deklariert und damit bereit erklärt, aus Seenot gerettete Flüchtlinge aufzunehmen, war die gleichnamige Initiative aus Gifhorn zwar zweimal gescheitert. Doch davon beirren lässt sich die Gruppe keineswegs und kämpft weiter dafür , andere Kommunen als Unterstützer zu finden. Die Stadt Gifhorn hat sie bereits überzeugt, zieht jetzt auch Wittingen in der politischen Abstimmung am 17. Dezember nach?

Initiative fragte Interessierte ab und fand 20 Unterstützer – die nächsten 20 warte schon

Längst hält sich die Initiative aber nicht an der kommunalpolitischen Ebene auf, sondern ist dazu übergegangen, Organisationen und Firmen mit dem orange gestalteten Label „Fairankern – Sicherer aus Hafen“ auszuzeichnen – „um ein Zeichen gegen Fremdenhass zu setzen“, sagen Pastoralreferent Martin Wrasmann und Superintendentin Sylvia Pfannschmidt von der Initiative. Bei der ersten Abfrage hat die Gruppe gleich 20 Unterstützer gefunden, die nächsten 20 scharen schon mit den Hufen und sollen im Februar im nächsten Schwung ausgezeichnet werden.

Das Thema sichtbar machen und damit wertschätzen möchte die Gruppe Betriebe , die Flüchtlinge beschäftigen, Kirchengemeinden , die Kirchenasyl gewähren, ehrenamtliche Organisationen , Beratungsstellen und Einrichtungen , die sich um Flüchtlinge kümmern. Darunter gehören jetzt zum Beispiel die Kita Abrahams Kinder, in der Kinder unterschiedlicher Religionen betreut werden, die Flüchtlingshilfe Papenteich, die unter anderem bei Hausaufgaben und dem Erlernen der Deutschen Sprache hilft, das Kaufhaus Aller, die Martin-Luther-Gemeinde, der Kinderschutzbund oder der TSV Meine, um nur einige zu nennen.

Flüchtlinge wenden sich vermehrt an Freiwilligenzentren, um sich einzubringen und Hilfe anzubieten

„Die Betriebe sind begeistert von ihnen“, sagt Initiativen-Mitglied Manfred Torkler, der zum Beispiel beim PC-Teufel in Gifhorn vorbeischaute, der einem Flüchtling eine Ausbildung ermöglichte. Und auch Grünen-Fraktionssprecher Henrik Werner hat sich beim Baugeschäft Ernst, bei dem ein Flüchtling von der Elfenbeinküste eine Ausbildung zum Maurer macht, einen Eindruck verschafft. „Sie sind sehr angetan von dem zwischenmenschlichen Miteinander.“

„Sie wollen etwas von dem, was sie bekommen, zurückgeben – sei es beim Dolmetschen oder als Hausaufgabenhilfe“, berichtet Marianka Gräfin von Magnis beim Gespräch im Mehrgenerationenhof, wo Deutschkurse angeboten, Vorträge gehalten und das Bündnis Bunt Statt Braun Treffen abhält. Hier sowie in Wittingen sitzen die Freiwilligen-Zentren, die von Flüchtlingen immer stärker aufgesucht würden.

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