Bertrandt: Emissions-Prüfzentrum in Tappenbeck geht in Betrieb

Tappenbeck.  Das „Bertrandt Powertrain Solution Center“ kostet 40 Millionen Euro. Bis zur offiziellen Eröffnung werden Geräte und Maschinen intensiv geprüft.

Die Geschäftsleitung des Bertrandt Powertrain Solution Center im Höhenklimarollenprüfstand (von links): Dr. Andreas Singer, Karsten Schmidt und Matthias Rühl.

Die Geschäftsleitung des Bertrandt Powertrain Solution Center im Höhenklimarollenprüfstand (von links): Dr. Andreas Singer, Karsten Schmidt und Matthias Rühl.

Foto: Bertrandt

Nach rund einem Jahr Bauzeit ist das 40 Millionen Euro teure Fahrzeug-Emissions-Prüfzentrum, das das Unternehmen „Bertrandt Powertrain Solution Center“ (BPSC) nennt, in Tappenbeck Ende vergangener Woche in Betrieb genommen worden. Im September 2020 soll die offizielle Eröffnung folgen.

45 neue Arbeitsplätze werden bei Bertrandt in Tappenbeck geschaffen

Wie Bertrandt am Donnerstag mitteilt, werden zum Start etwa 45 neue Arbeitsplätze geschaffen. Bis Ende Juli werden während der Übergangsphase die Geräte und Maschinen ausführlich getestet und optimiert – das sind von technischen Großkomponenten der Gebäudeausrüstung über verschiedene Prüfstände bis hin zur Mess- und Automatisierungstechnik.

Die Schwerpunkte des BPSC liegen in der Durchführung von Tests gemäß nationaler und internationalen Prüfvorschriften. „Das Besondere am Bertrandt Powertrain Solution Center ist, dass wir neben konventionellen Antrieben mit unterschiedlichen Kraftstoffen auch alternative Antriebskonzepte wie Hybrid- oder Elektroantriebe nach den neuesten gesetzlichen Vorgaben testen und absichern können“, wird Andreas Singer, technischer Leiter des BPSC, zitiert.

80 Prüf-Stellplätze in neuem Gebäudekomplex von Bertrandt

Das Prüfzentrum in Tappenbeck, von dem ein baugleiches für ebenfalls für 40 Millionen Euro in München entsteht, verfügt über drei Allradrollen-Prüfstände mit einer Systemleistung von 360 kW je Prüfstand. Alle Kammern können einen Temperaturbereich von -7 °C bis +35 °C abdecken. Die Prüfeinrichtung verfügt über 80 Stellplätze im Inneren des Gebäudes, die auf Temperaturen zwischen -25 °C und +23 °C konditionierbar sind. Die Fahrzeuge können somit schon vorab auf das spätere Prüfverfahren vorbereitet werden, heißt es vonseiten des Unternehmens weiter.

Autohersteller können Tests nun direkt im Kreis Gifhorn vornehmen

Eine Besonderheit ist der Rollenprüfstand mit Höhenkammer. In dieser speziellen Kammer können Höhen von bis zu 4.200 Meter simuliert werden. Zusätzlich ist eine Sonnensimulation machbar, die unterschiedliche Sonneneinstrahlungen abbilden kann. Diese Prüfzelle ist als Hochleistungssystem mit 550 kW Nennleistung und einer maximalen Geschwindigkeit von bis zu 300 km/h ausgelegt. Damit ist es möglich, besondere Fahrsituationen wie Bergfahrten oder Heißland-Tests zu simulieren. Der Vorteil: Automobilhersteller müssen nicht mehr für jeden einzelnen Test in die spezifischen Länder fahren, sondern können diese vor Ort durchführen.

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