Gifhorner Stein-Schüler testen den Bäcker-Beruf

Gifhorn.   Bei einem Backtag in der Schulküche zeigen Profis der Handwerks-Bäckerei Leifert, worauf es ankommt.

Bäcker Guido Schneider zeigt Stein-Schülern in der Schulküche, wie sie aus vorbereitetem Teig perfekt geformte Weizenbrötchen rollen.

Bäcker Guido Schneider zeigt Stein-Schülern in der Schulküche, wie sie aus vorbereitetem Teig perfekt geformte Weizenbrötchen rollen.

Foto: Christian Franz

„Wer will fleißige Handwerker sehen? Der muss zu uns Kindern gehen. Stein auf Stein...“ An dieses Kinderlied erinnerte die Schnupper-Aktion der Handwerks-Bäckerei Leifert am Mittwoch in der Freiherr-vom-Stein-Schule. Und wie es sich für Bäcker gehört, ging es früh los in der Schulküche. Zwei Schichten von jeweils 25 Schülerinnen und Schülern backten mit den Profis aus der Leifert-Backstube Weizenbrötchen, Zwiebelbaguette und süßes Plundergebäck mit Pudding und Früchten.

Schülerin Julia Manz (15) aus der Klasse 9a merkte schon bald: „Das macht Spaß.“ Nach so kurzer Zeit war sie natürlich in ihrer Berufswahl nicht festgelegt. Aber sie registrierte schon bewusst, „ob das was für mich wäre“. Mitschülerin Mislimi Blerete (16) aus der Klasse 9b stellte sich beim Rollen der Baguettes im Mehl durchaus geschickt an, befand aber: „Interessant, trotzdem nicht mein Beruf.“

Bäcker Guido Schneider zeigte, wie sich Brötchen von Hand formen lassen. Das über nimmt zwar im Alltag eine Maschine, doch Inhaber Nils Leifert betont: „Wir zeigen das Handwerk von der Pike auf. Und Brote formen wir bis heute von Hand.“ Konditorin Stephanie Schmidt glasierte und belegte mit einer anderen Schülergruppe das Plundergebäck. Dann liefen die Öfen in der Schulküche auf Hochtouren. Bis Mittag sollten die „Schulbrote“ schließlich am professionellen Außenverkaufsstand vor der Innenstadt-Filiale am Brunnen in der Fußgängerzone angeboten werden. Der Erlös wiederum landete in der Schulkasse.

Zuvor gab es am frühen Vormittag einen Schichtwechsel in der Backstube. Das Frühteam wechselte zum Bewerbungstraining mit Nane Leifert und Viktoria Ostanin. Die Personalerinnen stellten die Einstiegschancen im Bäckerhandwerk vor: Bäcker, Konditor, Fachverkäufer für das Lebensmittelhandwerk.

Denn natürlich ist es für ein Unternehmen wie Leifert mit 400 Mitarbeitern auf 250 Vollzeitstellen immer ein Thema, den Nachwuchs zu sichern. Nils Leifert stimmt aber nicht undifferenziert in das Klagelied des Handwerks ein: „Ja, wir tun uns auch schwer, haben aber guten Zulauf. Und wer es macht, der sagt: Was für ein toller Beruf! 80 bis 90 Prozent unserer Auszubildenden bleiben.“ Leiferts Erfahrung ist, dass viele junge Leute während der Ausbildung eine bemerkenswerte Entwicklung nehmen: „Deswegen gucke ich nicht auf die Noten.“ Hauptschüler, Realschüler, Leifert sieht immer wieder junge Persönlichkeiten mit tollen Referenzen.

Die Idee zum Backtag reifte bei einer Aktion Anfang Mai: Beim Stullentag war Leifert vom Engagement von vier Schülerinnen so begeistert, dass er Rektor Detlef Eichner die XXL-Variante vorschlug. Der sagte zu, und die Resonanz von 50 Jugendlichen toppte alle Erwartungen.

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