Zirkusaffe Robby ist zurück in Gifhorn – Peta schlägt Alarm

Gifhorn.  Mit dem Zirkus Belly ist auch Schimpanse Robby seit Donnerstag in Gifhorn. Trotz Gerichtsurteil fordern Tierschutzrechtler weiter seine Freilassung.

Der Zirkusaffe Robby in seinem Innengehege. Dort hat er zum Schlafen auch eine Kuscheldecke.

Der Zirkusaffe Robby in seinem Innengehege. Dort hat er zum Schlafen auch eine Kuscheldecke.

Foto: Alexandra Dörnath / Privat

Der Zirkus Belly ist zurück in Gifhorn – und mit ihm Deutschlands wohl bekanntester Affe, der mittlerweile 48 Jahre alte Schimpanse Robby. Lange stand sein Besitzer Klaus Köhler bei Tierrechtlern in der Kritik – schließlich kam es sogar zu einem Gerichtsverfahren, das darüber entscheiden sollte, ob der Menschenaffe den Zirkus verlassen muss (unsere Zeitung berichtete). Im November vergangenen Jahres schließlich stand fest: Robby darf bleiben. Die Kritiker jedoch geben sich damit bis heute nicht zufrieden.

Vor der Premierenvorstellung des Zirkus Berlly am Donnerstag ließ die Tierrechtsorganisation Peta per Pressemitteilung verlauten, dass man das Urteil vom November bis heute bedauere. „Es ist empörend, dass die tierschutzwidrige Haltung von Robby weiterhin geduldet wird“, sagt Biologin Yvonne Würz von der Peta. Es sei daher das Mindeste, dass das Veterinäramt nun die Erweiterung des Geheges auf die vorgeschriebenen 400 Quadratmeter anordne, wie durch das Bundesministerium für Ernährung- und Landwirtschaft festgehalten.

Für Quatsch hält das Robbys Tierärztin Alexandra Dörnath, Tierschutzbeauftragte beim Großen Zirkus Berlin. Bei den Angaben des Ministeriums handele es sich lediglich um Empfehlungen, erstellt von Zoologen, nicht aber um geltendes Gesetz. Außerdem komme es darauf an, wie mit dem Tier umgegangen werde, nicht wie groß dessen Gehege sei. „Robby lebt nicht in Gefangenschaft, sondern in menschlicher Obhut“, sagt Dörnath. Freiheit gebe es außerhalb dessen ohnehin nicht – nur den natürlichen Lebensraum. Und der läge beim Zirkusaffen nun mal im Umfeld der Familie Köhler.

1971 wurde Robby im Zoo Neuwied geboren und von seiner Mutter verstoßen. Die Frau des Zoodirektors zog den kleinen Schimpansen mit der Flasche auf. Mit drei Jahren kam er dann zum Zirkus, wo er gemeinsam mit den Kindern von Zirkusdirektor Köhler aufwuchs. „Ohne die menschliche Hilfe wäre Robby damals gestorben“, glaubt Dörnath. Heute sei er auf den Menschen geprägt – sei auch in seinem rund 60 Quadratmeter großen Zirkuswagen samt Außengehege zu keiner Zeit gestresst. „Robby ist in einem wahnsinnig guten Gesundheitszustand“, sagt die Tierärztin. Und nicht nur das: Mit seinen 48 Jahren gelte das Tier als Methusalem unter den Affen. In freier Wildbahn lebende Artgenossen werden in der Regel nur zwischen 20 und 30 Jahre alt.

Trotz des schriftlichen Protests der Tierrechtler – Aktionen oder Demonstrationen vor oder im Zirkuszelt habe es bis jetzt nicht gegeben. Weder in Gifhorn, noch an anderen Auftrittsorten, berichtet Belly-Chef Köhler. Er wirft der Organisation vor, auf seine Kosten eine Werbekampagne zu betreiben: „Peta ist ein Geldmaschinen-Bettelverein – und ich bin ihr Dauerofper.“

Aufführungen mit Schimpanse Robby gibt es noch am heutigen Samstag, 17 Uhr,
sowie am morgigen Sonntag,
11 Uhr, auf der Wiese am Gifhorner Schloss.

Tickets für Parkett- und Sperrsitze gibt es für 9 Euro. Reservierungen sind möglich unter
(0175) 4144644

. Das Zelt ist beheizt.

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