Politik will Kindergärten erweitern

Gifhorn  Der Fachausschuss spricht sich auch für größere Gruppen aus – als letzte Lösung. Erzieher und Eltern sind klar gegen eine höhere Gruppenstärke.

Die Sondersitzung des Ausschusses für Schulen, Kindergärten und Sport der Stadt Gifhorn startete wegen des großen Interesses am Donnerstagabend mit einer Einwohnerfragestunde. Eltern und Erzieher waren zur Ausschusssitzung erschienen, protestierten zuvor mit selbstgestalteten Plakaten vor dem Rathaus.

Erzieherin Margot Voss und ihre Kolleginnen wollen nicht, dass die Gruppengröße von derzeit 23 Kindern auf 24 Kinder angehoben wird. „Jedes Kind mehr bringt noch mehr Unruhe in die Gruppe, und jedes Kind hat eigene Probleme, wir sollen uns aber um jedes Kind gleichermaßen kümmern können – das geht nicht“, sagt sie vor der Sitzung. Der Vorsitzende des Stadtelternrats, Martin Börnert, spricht sich ebenfalls dagegen aus und ist mit der Entscheidung nicht zufrieden: Am Ende empfahl der Ausschuss die Erhöhung des Betreuungsschlüssels auf 24 – allerdings nur, wenn alle anderen Möglichkeiten erschöpft sind, und beschränkt auf vorerst ein Jahr ab August 2017.

Vier weitere Anträge, um 113 weiteren Kindern einen Kita-Platz ermöglichen zu können, hat der Ausschuss zudem empfohlen. Dazu gehört die Erweiterung der Kita „Spatzennest“ um eine Gruppe und eine Nachnutzung der alten Räume der Kita Gifhörnchen. Ferner soll das Pfarrhaus der Martin-Luther-Gemeinde für drei weitere Krippengruppen umgebaut werden. Diese Umbaumaßnahme soll insgesamt 669 000 Euro kosten.

Ein Antrag der AfD, eine Grundschulklasse mit dem Schwerpunkt Sprachförderung zu schaffen, wurde mehrheitlich abgelehnt, da das Sache des Landkreises sei. jup

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder