Aufstiegsfeier

Braunschweigs Aufstiegsparty: Platzsturm und Marsch in die Stadt

| Lesedauer: 5 Minuten
Eintracht-Torwart Jasmin Fejzic stimmt die Fans auf dem Rasen ein

Eintracht-Torwart Jasmin Fejzic stimmt die Fans auf dem Rasen ein

Eintracht-Torwart Jasmin Fejzic stimmt die Fans auf dem Rasen ein. Video: Stefan Lienert

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Braunschweig.  Eintracht Braunschweig verliert das letzte Spiel, aber das ist egal: Fans stürmen den Platz, feiern mit der Mannschaft – nun geht es in die Stadt.

Bestes Fußball-Wetter, gute Stimmung, Quasi-Freibier für Braunschweiger und Kölner Fans – und der Aufstieg für Eintracht war bereits gesichert: Alles ist angerichtet für eine blau-gelbe Party in Braunschweig, obwohl Eintracht Braunschweig 0:1 gegen Viktoria Köln verlor.

Das Spiel war kurz vor Ende quasi vorbei: Eintracht-Fans stürmten das Rund im Eintracht-Stadion wie auch den Platz – zuvor hatte es in der Südkurve bereits Ärger mit Besuchern und Ordnern gegeben –, schmissen gelbe Rauchfackeln auf den Rasen. Als Schiedsrichter Eric Müller die Partie schließlich abpfiff, gab es kein Halten mehr: Die blau-gelben Fans aus der Südkurve stürmten auf den Rasen und feierten zusammen mit den Spielern, umlagerten die TV-Interviewzone.

Einige Fans krallten sich Rasen und Tornetze, andere machten Selfies mit Eintracht-Spielern. Teilweise kletterten Menschen auf die Latte des Tores, manche standen auf der Überdachung der Trainerbank. Es war Ausnahmezustand im Braunschweiger Eintracht-Stadion!

Torwart Jasmin Fejzic und Trainer Michael Schiele stimmten die Eintracht-Fans auf dem Rasen ein: „Eintracht Braunschweig olé! So gehen die anderen, die anderen gehen so!“ Auch die Beatles-Nummer „Let it be“ entwickelte sich zum Stadion-Hit. Martin Kobylanski sang mit den Fans zusammen „Humba, humba, tätärääää“.

Zurück in den Stadionkatakomben sagte etwa Bryan Henning unserer Zeitung, dass das Team sich sehr auf die 2. Bundesliga freue – eine Woche aber jetzt auch einmal guttäte. Viel Zeit bleibt tatsächlich nicht für die Vorbereitung: Mitte Juli gehts schon weiter mit der neuen Saison. Niko Kijewski sagte unserem Eintracht-Reporter gegenüber, dass die Mannschaft seit Sonntag fast jeden Abend unterwegs gewesen sei – bis auf die letzten Tage vor dem Köln-Spiel natürlich. „Nun geht es weiter.“ Er hoffe, in ein oder zwei Wochen Klarheit über seine Vertragssituation zu haben.

Auch Martin Kobylanski erklärte, dass in der vergangenen Woche sehr viel gefeiert und von der Stadt aufgesogen habe. Der Zehner verlässt die Braunschweiger Eintracht. Wohin es ihn zieht, ist noch nicht klar – es könnte ein anderer Klub aus der 3. Liga sein. „Ich hoffe, dass Eintracht die richtigen Entscheidungen trifft, damit Braunschweig in Liga 2 konkurrenzfähig ist.“

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Das waren die Highlights der Braunschweiger Aufstiegsfeier

Eintracht-Trainer Michael Schiele sagte kurz vor dem Spiel bei MagentaTV: „Wir wollen es genießen und uns vernünftig verabschieden. Es geht darum, die Emotionen aufzusaugen und alles mitzunehmen. Nachher stoßen wir an.“

Einige Eintracht-Spieler verabschiedeten sich endgültig: Neben Martin Kobylanski werden Iba May, Lasse Schlüter, Julian Bauer, Fabrice Hartmann, Jomaine Consbruch und Sebastian Müller die Eintracht definitiv verlassen. Sie alle bekamen bei der Verabschiedung vor der Partie einen warmen Applaus von den Fans.

Ungewöhnlich war zudem die herzliche Begrüßung der Gäste-Fans: Im Stadion wurde „Kölsche Jung“ gespielt. Allerdings ist der warme Empfang auch kein Wunder: Schließlich hat Viktoria Köln Eintracht Braunschweig am vergangenen Spieltag quasi in die 2. Bundesliga geschossen.

Erstligareif war wiederum die Choreo in der Südkurve, die Bezug nahm zu der Crowdfunding-Aktion, die den Namen „Eintracht-Stadion“ auf Dauer retten soll. Später rollten Laola-Wellen durchs Stadion.

Marsch nach dem Spiel – Braunschweigs Polizei ist „für alle Fälle vorbereitet“

Die Autobahn GmbH hatte die Abfahrt von der Autobahn 392 kurz vor der Celler Straße in Richtung Hamburger Straße vorsorglich für den Nachmittag bis in den Abend gesperrt. Grund war der Marsch der Fans von Eintracht Braunschweig vom Stadion in die Innenstadt. Hunderte Fans versammelten sich gegen 17.30 Uhr an der Tankstelle Ecke Rheingoldstraße.

Braunschweigs Polizei begleitete den Tross, der sich südwärts in Richtung Innenstadt bewegte – über die Hamburger Straße und den Hagenmarkt. Wie die Polizei auf Anfrage mitteilte, waren zunächst etwa 1.900 Personen unterwegs. Bis in den frühen Abend war die Bilanz: „Laut, aber insgesamt friedlich.“ Pyrotechnik wurde abgebrannt, zu nennenswerten Verstößen sei es aber „bis auf wenige Ausnahmen“ nicht gekommen. Noch kurz vor 20 Uhr kam es am Bohlweg zu Verkehrsbehinderungen – auch der ÖPNV fuhr nur eingeschränkt in der Innenstadt. Gegen 22 Uhr dünnte das Fanaufkommen deutlich aus, wenngleich die Gaststätten noch immer gut gefüllt waren.

Ein großes Aber gab es dennoch: Passanten und Journalisten berichteten, dass sie teils massiv angegangen wurden und Aufnahmen von Teilen der Marschierenden verhindert werden sollten. Braunschweigs Polizei wollte im Laufe der Nacht eine erste Bilanz ziehen.

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