Braunschweig: Klassenzimmer richtig lüften mit CO2-Ampeln

Braunschweig.  Ausreichend lüften, ohne unnötig zu frieren oder Geld zum Fenster rauszuwerfen: An der Christlichen Grundschule haben Eltern CO2-Ampeln gebaut.

Schüler der zweiten Klasse zeigen ihre CO2-Ampel: Wenn das rote Licht leuchtet, werden die Fenster aufgemacht und das Klassenzimmer richtig durchgelüftet, bis die Ampel wieder auf Grün springt.

Schüler der zweiten Klasse zeigen ihre CO2-Ampel: Wenn das rote Licht leuchtet, werden die Fenster aufgemacht und das Klassenzimmer richtig durchgelüftet, bis die Ampel wieder auf Grün springt.

Foto: Bernward Comes / Braunschweiger Zeitung

Dicke Luft? Nicht an der Christlichen Grundschule in Kralenriede in Braunschweig : Dort zeigen CO2-Ampeln Schülern und Lehrern neuerdings an, wann durchgelüftet werden muss.

Hintergrund ist natürlich die Corona-Pandemie und die damit verbundene Ansteckungsgefahr durch Aerosole. In den meisten Schulen gilt die 20-5-20-Faustformel: Nach 20 Minuten Unterricht und in den Pausen wird kräftig durchgelüftet. Die Eltern der Schule in freier Trägerschaft wollten das Prozedere optimieren: Sie wollten sicherstellen, dass das Lüften nicht vergessen wird – aber auch, dass nur gelüftet wird, wenn es notwendig ist, damit die Kinder nicht unnötig frieren müssen und keine Heizenergie verschwendet wird.

CO2-Ampel waren im Handel kaum zu bekommen

CO2-Messgeräte sollten die Lösung sein. „Wir haben erst versucht, sie klassisch zu beschaffen – aber die Geräte waren entweder vergriffen oder aber nur zu Mondpreisen erhältlich“, erzählt Dominique-Sebastian Schütz, Vorsitzender des Trägervereins.

Also haben sich die technisch versierten Eltern Flora Dadji, Gregor Adamczyk und Kristof Blümel getroffen, um so ein Gerät selbst zu bauen: Zusammen haben sie gelötet, gebohrt, geschraubt und geklebt. „Orientiert haben wir uns sehr stark an dem Modell der Uni Trier “, erzählt Gregor Adamczyk. Wobei ihnen die Anzeige der „schnöden Messwerte“, wie sie die Forscher am Umwelt-Campus der Hochschule Trier zusammen mit Experten des nationalen Digitalgipfels entwickelt hatten, etwas langweilig erschienen sei, so Adamczyk weiter. Stattdessen entschieden sich die Tüftler deshalb für einen Farb-LED-Ring.

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Die Akzeptanz für das Lüften ist mit den Ampeln gestiegen

Seit zwei Wochen stehen nun in allen Klassenräumen der Schule CO2-Ampeln. Wenn die Ampel auf Rot springt, wird nun immer durchgelüftet, bis das grüne Licht wieder leuchtet. „Mit den Ampeln ist die Akzeptanz für das Lüften in der Schülerschaft gestiegen , weil für alle klar sichtbar ist, wann gelüftet werden muss“, sagt Schütz. Und da eine hohe Kohlendioxid-Konzentration die Konzentrationsfähigkeit mindert, haben die Ampeln auch nach der Corona-Krise noch ihre Berechtigung.

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