Braunschweiger Gesundheitsamt ist gerüstet für weitere Szenarien

Braunschweig.  Das Gesundheitsamt betreibt jetzt zusammen mit vier Hilfsorganisationen einen eigenen Corona-Test-Container.

Zu Demonstrationszwecken lässt sich Monika Bührich vom Arbeiter-Samariter-Bund hier von Kevin Kulik (rechts) und Dirk Jodat, beide ebenfalls vom ASB, einen Becher mit Wasser zum Gurgeln reichen. Im Normalfall würde die zu testende Person im eigenen Auto sitzen.

Zu Demonstrationszwecken lässt sich Monika Bührich vom Arbeiter-Samariter-Bund hier von Kevin Kulik (rechts) und Dirk Jodat, beide ebenfalls vom ASB, einen Becher mit Wasser zum Gurgeln reichen. Im Normalfall würde die zu testende Person im eigenen Auto sitzen.

Foto: Karsten Mentasti

Während das Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung An der Petrikirche nach Inkrafttreten neuer Verordnungen für Reiserückkehrer wieder geschlossen hat, gibt es seit zwei Wochen einen „Abstrichcontainer“ am Braunschweiger Gesundheitsamt.

In einem Gemeinschaftsprojekt unterstützen dabei der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die Johanniter-Unfall-Hilfe, das Deutsche Rote Kreuz und der Malteser Hilfsdienst das städtische Gesundheitsamt bei den Tests auf Infektionen mit dem Corona-Virus. Gemeinsam betreiben die vier Hilfsorganisationen seit etwa zwei Wochen den Corona-Test-Container auf dem Gelände des städtischen Gesundheitsamtes in der Hamburger Straße 226.

Dabei handelt es sich um ein unbefristetes Projekt, das flexibel dem Infektionsgeschehen angepasst werden kann. Das Gesundheitsamt ordnet die Tests an und koordiniert die derzeit etwa zehn Abstrich-Termine pro Tag. Der Container ist derzeit montags bis freitags zwischen 14 und 18 Uhr mit zwei bis vier ehrenamtlichen Kräften aus den Hilfsorganisationen besetzt.

Alle sind vom Gesundheitsamt geschult, unter den täglich wechselnden Mitarbeitern der vier Hilfsdienste ist mindestens immer eine medizinische Fachkraft, also etwa ein Krankenpfleger oder Notfallsanitäter. „Bei uns sind Testungen mit Stäbchen möglich, wir bevorzugen allerdings das Gurgeln mit zehn Millilitern Wasser für etwa fünf Sekunden“, berichtet Marvin Schmidt vom ASB anlässlich eines Ortstermins. Das sei möglich, weil es in Braunschweig ein Labor gebe, in dem dieses Gurgelwasser untersucht werden könne.

Ein Testvorgang dauere wenige Minuten, das Testergebnis gebe es ein bis maximal zwei Tage später, es kann über einen individuellen QR-Code abgerufen oder per Telefon abgefragt werden.

Vermittelt wurde der Kontakt zwischen Gesundheitsamt und den vier Organisationen durch die Feuerwehr. Deren Leiter Torge Malchau betonte, dass die Stadt mit dem Test-Container für weitergehende Szenarien gut gerüstet sei. „In schwierigen Lagen kann zusätzlich auf den Abstrichcontainer des Volkswagen-Werkes zurückgegriffen werden“, ergänzte Sozialdezernentin Christine Arbogast.

Wer wird am Container getestet?

Wer aber darf den Abstrichcontainer nutzen, um sich auf Corona testen zu lassen? „Auf jeden Fall geht es ausschließlich nach einem vorherigen Telefonat mit uns mit Terminvergabe“, sagte Iris Taddeo-Weiß, Verwaltungsleiterin im Gesundheitsamt. Kontakt ist möglich über (0531) 4707022 oder per Mail an gesundheitsschutz@braunschweig.de.

„Es gibt im Prinzip zwei Personengruppen, die sich hier testen lassen können“, erklärte Tobias Lenz, Leiter des Infektionsschutzes im Gesundheitsamt: „Einmal direkte Kontaktpersonen von Covid-19-Infizierten, mit denen wir uns über Kontaktlisten aber sowieso von uns aus in Verbindung setzen“, berichtete der Gesundheitsingenieur. Bei diesen Personen würde im Vorfeld Quarantäne angeordnet, sie sollten sich wegen der Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit im Normalfall erst einige Tage nach dem Kontakt mit dem Infizierten selbst testen lassen.

„Das können sie tun, indem sie zum vereinbarten Termin mit dem eigenen Auto herkommen und sich im Wagen testen lassen, oder auch mit dem Fahrrad anreisen“, so Lenz. Vermeiden sollten die möglicherweise Infizierten aber, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Wenn ältere oder beeinträchtigte Personen nicht zum Gesundheitsamt kommen können, gibt es auch die Möglichkeit, sich durch ein mobiles Team zuhause oder in einer Einrichtung testen zu lassen.

Zum zweiten Personenkreis würden bei einem größeren Ausbruchsgeschehen etwa Schüler und Lehrer einer Schule oder Mitarbeiter eines Betriebes gehören. Auch hier würden Termine vergeben. Die Kosten für die Tests im Gesundheitsamt werden übrigens von den Krankenkassen übernommen.

„Grundsätzlich gilt: Wer sich an unserem Container testen lässt, hat keine oder noch keine Symptome. Wer bereits Erkältungs- oder sonstige Symptome hat, die auf Corona hindeuten könnten, ist bei seinem Hausarzt richtig aufgehoben“, sagte der Infektionsschutz-Experte.

„Es ist also ausgeschlossen, dass sich hier jeder testen lässt, der meint, er könnte sich angesteckt haben“, verdeutlichte auch Arbogast. Bei Sonderfällen rät sie Menschen ohne Symptome, sich zur Klärung an das Gesundheitsamt zu wenden.

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