Braunschweig bietet eine virtuelle Andacht zum Weltkindertag

Braunschweig.  Auch zum Weltkindertag ist angesichts der Corona-Pandemie Vieles anders. So findet der Gottesdienst der evangelischen Kitas virtuell statt.

Mit Spaß bei der Sache (von links): Christine Scherf, Luise Schiffner und Regina Bernard üben ein Lied für die Andacht zum Weltkindertag ein.

Mit Spaß bei der Sache (von links): Christine Scherf, Luise Schiffner und Regina Bernard üben ein Lied für die Andacht zum Weltkindertag ein.

Foto: Rosemarie Garbe

Normalerweise wird der Weltkindertag am 20. September von den 28 evangelischen Kitas der Stadt mit einem Gottesdienst in einer der großen Kirchen gefeiert – mit 400 bis 500 Kindern aus allen Stadtteilen. Doch in diesem Jahr ist alles anders.

Corona-Pandemie erfodert besondere Maßnahmen

Wegen der Corona-Krise haben die Kirchengemeinden St. Andreas und St. Magni gemeinsam ein besonderes Angebot entwickelt und laden am Sonntag alle Kinder und ihre Familien anlässlich des Weltkindertages zu einer virtuellen Andacht ein. Ihr Thema in diesem Jahr: das Kinderrecht auf Leben in einer intakten Umwelt.

In dem fast 15-minütigen Video mit Liedern und kurzen Texten geht es um Klimaschutz und Nachhaltigkeit, Gesundheit und Gesundheitsförderung und um die Frage, wie sich alle gemeinsam für Gottes Schöpfung einsetzen können. Die geistlichen Impulse gibt Pfarrer Henning Böger.

Kirchenmusikerin ist dabei

Besonders stolz sind die Verantwortlichen, dass Kirchenmusikerin Luise Schiefner bei der Andacht dabei ist. Sie hat noch bis zum 1. November eine halbe Projektstelle der Landeskirche Braunschweig inne, bei der es um die Vermittlung klassischer und geistlicher Musik in Kindertagesstätten geht. Bereits die Jüngsten, so die Idee, sollen an traditionelle Kirchenmusik herangeführt werden und deren Schätze kennenlernen.

„Die Kinder finden es cool“, hat Christine Scherf, Leiterin der Kita von St. Andreas festgestellt. „Sie haben keine Berührungsängste gegenüber klassischer Musik.“ Luise Schiefner hat nicht nur an der Andacht für den Weltkindertag mitgearbeitet, sie hat mit Kindern aus St. Andreas und St. Magni Klanggeschichten entwickelt, Tänze eingeübt, die Orffschen Instrumente genutzt und neue Instrumente gebastelt, Kinder-Orgeltage und Fortbildungen für Erzieherinnen angeboten, Videos geschnitten und bearbeitet. Und sie ist mit den größeren Kindern in die Kirche gegangen, um sie mit Instrumenten und dem Gebäude vertraut zu machen. Hier haben die Mädchen und Jungen beispielsweise die „Kinderszenen“ von Robert Schumann kennengelernt, eines der populärsten Werke der Klaviermusik des 19. Jahrhunderts.

Luise Schiefner hat in Hamburg Kirchenmusik und in Detmold Orgel studiert und ist von der Arbeit mit Kindern begeistert: „Sie sind unfassbar neugierig, offen und kreativ.“ Auch Regina Bernard, Leiterin der Kita St. Magni, steht voll und ganz hinter dem Projekt und hofft, dass sich dafür eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger findet. Es mache nicht nur den Kindern Freude, sondern sei auch „eine unglaubliche Chance für die Kirche“. Über die Musik könnten die Eltern erreicht werden, denn viele suchten Orientierung, Unterstützung und Gemeinschaft. „Musik“, so Luise Schiefner, „geht schließlich ins Ohr und ins Herz.“

Die virtuelle Andacht aus Anlass des Weltkindertages findet sich auf der Homepage der Propstei Braunschweig unter www.propstei-braunschweig.de

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