In Braunschweig sollen wieder Sirenen aufs Dach

Braunschweig.  Die Pleite am Sirenen-Warntag soll schnell Konsequenzen haben. 55 Sirenen könnten aufgestellt werden.

So sehen die Sirenen in Sachsen aus. Sie machen auch Sprachdurchsagen möglich.

So sehen die Sirenen in Sachsen aus. Sie machen auch Sprachdurchsagen möglich.

Foto: Jan Woitas / dpa

Gründlich daneben ging der bundesweite Sirenenwarntag vergangene Woche auch in Braunschweig. Keine Warnmeldung per Handy-App. Sirenen gibt es im Stadtgebiet keine mehr. Die Ratspolitik reagiert bereits. Ende des Monats soll beschlossen werden, dass auf Braunschweigs Dächern wieder Sirenen stehen.

Gänzlich überraschend kam die Pleite nicht. Vor fast genau einem Jahr fragte die SPD im Feuerwehrausschuss besorgt nach, was gegen Sirenen auf Braunschweigs Dächern spricht? Nichts, lautete damals die Antwort der Verantwortung. Es sollte nur gewartet werden, bis ein neues Förderprogramm vom Land fertig ist. Auch gelte es, Erfahrungen aus Osnabrück abzuwarten. Dort werden demnächst 26 moderne Hochleistungssirenen montiert. Sie machen auch Sprachdurchsagen möglich.

Kosten werden auf 855.000 Euro geschätzt

Eine erste Grobschätzung für Braunschweig liegt auch bereits vor: Etwa 55 Sirenen müssten über das gesamte Stadtgebiet verteilt werden. Rund 855 000 Euro wird das kosten. CDU und SPD drücken nun aber aufs Tempo. Einhellige Meinung. Der Warntag habe bewiesen: Es reicht nicht, die Braunschweiger im Fall der Fälle nur per Handy-App zu warnen. Braunschweig braucht wieder Sirenen.

Matthias Disterheft, feuerwehrpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion: „Es mag altmodisch klingen, aber im Katastrophenfall muss jede Person zuverlässig erreicht werden, natürlich auch alte Menschen.“ Als einen wichtigen Standort nennt Disterheft exemplarisch: „Der Südwesten Braunschweigs grenzt beispielsweise nahe an Schacht Konrad, und es ist völlig klar, dass der Bevölkerungsschutz hier im Notfall umso mehr höchste Priorität besitzen muss.“ Eine Anfrage soll im Rat klären, was die Verwaltung plant.

Die CDU geht sogar noch einen Schritt weiter. Fraktionsvorsitzender Thorsten Köster: „Wir wissen ja bereits in Grundzügen, wie die Warnung der Braunschweiger per Sirene erfolgen könnte. Der Rat soll jetzt beschließen, dass die Verwaltung ein Konzept erstellt. Wir müssen nicht länger mit einer Entscheidung warten.“

Warnung nur für die Bevölkerung

Zurück zum alten System der Sirenen will Köster freilich nicht: „Dass die Sirenen ertönen, um die Feuerwehr zu alarmieren, ist natürlich nicht geplant. Das sorgt nur für Verärgerung in der Nachbarschaft.“ Er erinnerte an einen Feuerteufel in Melverode, der einst dafür sorgte, dass fast jede Nacht die Bewohner aus dem Schlaf gerissen wurden. „Für die Feuerwehr werden keine Sirenen benötigt. Die Feuerwehr wird weiterhin per Handy-App alarmiert. Das klappt.“ Was nicht klappe, „das ist allein die Warnung der Bevölkerung. Nur dort müssen wir jetzt nachbessern.“

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