Braunschweig: Keine Chance für neue Radwege auf Zeit

Braunschweig.  Samstag wird am Theater eine Fahrspur abgesperrt. Doch das soll eine Ausnahme bleiben.

Vor zwei Jahren hatte der ADFC eine Fahrspur auf dem Bohlweg für Radfahrer absperren lassen. Nach einigen Stunden wurde die Sperrung aufgehoben.

Vor zwei Jahren hatte der ADFC eine Fahrspur auf dem Bohlweg für Radfahrer absperren lassen. Nach einigen Stunden wurde die Sperrung aufgehoben.

Foto: Jonscher, Norbert

Mehr Platz für Radfahrer. Am morgigen Samstag macht Greenpeace ab 11.30 Uhr eine Fahrspur des nordöstlichen Teil des Rings um Braunschweigs Theater zum Radweg auf Zeit. Doch mehr dieser sogenannten Popup-Lanes, so der Planungsausschuss, soll es nicht geben.

Ein erster Vorstoß erfolgte bereits im Juli. Grund der Ablehnung im Rat der Stadt damals: Der anvisierte Zeitpunkt, die Sommerferien, ließ der Verwaltung nicht genug Vorbereitungszeit. Jetzt ein neuer Vorstoß von Linken und Grünen: Die Verwaltung soll prüfen, wo sich Fahrspuren zu Radwegen umwidmen lassen. Testphasen könnten in den Ferien erfolgen.

Das Problem: Die Umwidmung an sich hat der Rat bereits einstimmig beschlossen. Sogenannte Protected-Bike-Lanes sollen kommen. Das sind fest abgepollerte Fahrradwege auf der Fahrbahn. Testphase heißt freilich: Popup-Lanes. Das sind Radwege auf Zeit. Sollten die Probleme größere als die Vorteile sein, erfolgt der Rückbau.

Zweifel am Sinn der Radstreifen

Zustimmung von der BIBS. Wolfgang Büchs: „Wir wissen bereits heute, dass Theodor-Heuss-Straße und Kurt-Schumacher-Straße sich anbieten.“ AfD und CDU hielten das Prozedere an sich für zu kompliziert. Die neue Fahrradzone an der TU, so Björn Hinrichs (CDU) – kein Problem. Das sei schließlich unkompliziert. Warum Radfahrer zusätzlichen Platz benötigen, erschließe sich ihm ohnehin nicht. „Ich habe nie gesehen, dass sich irgendwo in Braunschweig die Fahrradfahrer stauen.“

Was ihm prompt den Rüffel von Anke Schneider (Linke) eintrug. Es ginge nicht um Staus, sondern darum, die Braunschweiger dazu zu ermuntern, „auf das Rad umzusteigen“. Mehr Platz hieße mehr Sicherheit. Und das mache das Radfahren attraktiver.

Viel Arbeit für die Bauverwaltung

Am Ende war es die SPD, die nicht zustimmen wollte. Die Vorbereitungsphase bis zu den nächsten Sommerferien sei zwar lang, so Nicole Palm, doch wie stehe es um die Kapazitäten in der Verwaltung? Stadtbaurat Heinz Georg Leuer sprach von einem erheblichen Aufwand: Umstellung von Ampelschaltungen, die Ausweisung von neuen Lieferzonen, Anlieger müssen Geschäfte und Wohnungen erreichen können sowie Grundsatz-Entscheidungen, ob Radfahrer nur in einer Richtung oder in beiden Richtungen fahren dürfen. Der Stadtbaurat riet ab.

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