Braunschweiger Kliniken fahren hoch - Patienten verhalten

Braunschweig.  Stufenweise kehren die Krankenhäuser zum Normalbetrieb zurück. Betten für Covid-19-Patienten werden weiterhin freigehalten.

Ein Beatmungsplatz im Klinikum Braunschweig. Jedes vierte Bett bleibt auf Intensivstationen für Covid-19-Patienten frei.

Ein Beatmungsplatz im Klinikum Braunschweig. Jedes vierte Bett bleibt auf Intensivstationen für Covid-19-Patienten frei.

Foto: Peter Sierigk/Klinikum Brauinschweig

Nach dem Stopp aller nicht dringlichen Behandlungen fahren die Braunschweiger Krankenhäuser ihren Regelbetrieb stufenweise wieder hoch. Laut einem niedersächsischen Erlass vom 5. Mai müssen die Kliniken weiter Betten für Covid-19-Patienten freihalten: 20 Prozent auf den Normalstationen und 25 Prozent auf Intensivstationen.

Sollten die Infektionszahlen wieder ansteigen, müssen die Krankenhäuser ihre Kapazitäten zur Behandlung von Covid-19-Patienten bei Bedarf außerdem binnen 72 Stunden um weitere 20 Prozent erweitern können. Die bedeute, dass auch schnelle Räumungen nötig werden könnten, erklärt Marienstift-Geschäftsführer Wolfgang Jitschin.

Im Braunschweiger Klinikum, dem größten Krankenhaus der Region, wird laut Sprecherin Thu Trang Tran gerade mit Hochdruck daran gearbeitet, die Vorgaben des Landes in den Klinikalltag zu integrieren. „Unsere Konzepte sind aktuell in der internen Abstimmung.“ Mitte nächster Woche werde bekannt gegeben, wie es weitergehe.

Im Marienstift und Herzogin-Elisabeth-Hospital werden derweil wieder planbare elektive Eingriffe vorgenommen. „Das Hochfahren der Leistungen ist im Marienstift nur Step by Step möglich“, teilt Wolfgang Jitschin mit. Einige Stationen würden nach wie vor nur für Covid-19-Patienten freigehalten. „Der Plan für die Rückkehr in die Normalität beinhaltet, dass die Notfallversorgung und Geburtshilfe jederzeit durchgehend sichergestellt war und ist. Dann folgt die Aufnahme der ambulanten Versorgung und im Anschluss schrittweise die elektive Versorgung in den unterschiedlichen Bereichen.“

Patienten, deren Behandlungen aufgrund Corona abgesagt wurden, sollten sich selbst wieder im Marienstift melden und einen neuen Termin vereinbaren. „Die Dringlichkeit der Behandlung ist entscheidend für den Zeitpunkt der OPs.“

Weiterhin gelten im Krankenhaus ein allgemeines Besuchsverbot und eine Maskenpflicht. Ausnahmen vom Besuchsverbot gebe es nur in der Geburtshilfe und bei Palliativpatienten. Beim Betreten des Krankenhauses seien die persönlichen Daten in Bezug auf Covid-19 schriftlich zu hinterlegen.

Auch im Herzogin-Elisabeth-Hospital geht es nur stufenweise zurück in den Normalbetrieb. „Zum Beispiel haben wir für die Umsetzung der Abstandsregel unsere Sprechstunden-Kapazitäten reduziert“, erläutert Geschäftsführerin Monika Skiba.

Da Betten für Covid-19-Patienten freigehalten würden, „haben wir erstmals die Situation, dass wir operativ derzeit mehr leisten können, als die Stationen hergeben können“, erklärt der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Karl-Dieter Heller. Die Reihenfolge der Behandlung richte sich nach der Dringlichkeit. „Notfälle und Patienten mit starken Schmerzen gehen immer vor. Diese Patientengruppe macht etwa ein Drittel aus.“ Der Rest seien im HEH planbare Operationen.

Patienten mit solch planbaren Operationen reagieren bisher verhalten. Viele warteten ab, um sich später operieren zu lassen, so Heller. „Wir haben erstmals keine Wartezeit von rund drei Monaten, sondern liegen aktuell bei etwa zwei bis vier Wochen.“ Indes erwartet das HEH im Sommer oder eher noch im Herbst einen Behandlungsstau, „wenn die auf diesen Zeitraum verschobenen Patienten mit denen, die dann akut Beschwerden haben und dringend behandelt werden müssen, zusammentreffen“.

Alle stationär aufgenommen Patienten würden vor der Aufnahme auf Covid-19 getestet. „Der planbare Patient erhält den Test zwei Tage vor der Operation und wird dann regulär ins Krankenhaus aufgenommen, sofern der Test negativ ist“, sagt Monika Skiba. Andernfalls werde der Eingriff verschoben. Von Notfallpatienten werde ebenfalls ein Abstrich genommen.

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