Braunschweiger Radler wollen eine Bohlweg-Spur haben

Braunschweig.  Über die Online-Ideenplattform der Stadt wird nun eine politische Diskussion angestoßen. Rund 150 Menschen unterstützen den Vorschlag bereits.

Im Jahr 2017 hatte es bereits einen Test gegeben: Für einige Stunden durften nur Radfahrer eine Spur des Bohlwegs nutzen.

Im Jahr 2017 hatte es bereits einen Test gegeben: Für einige Stunden durften nur Radfahrer eine Spur des Bohlwegs nutzen.

Foto: Norbert Jonscher

Radfahrer der Stadt haben eine neue Möglichkeit entdeckt, um mehr Rechte einzufordern: über die Ideenplattform der Stadtverwaltung. Dort wird nun gefordert: Auf einer Fahrspur des Bohlwegs sollen künftig nur noch Radfahrer fahren dürfen. Ein Poller-Radweg soll angelegt werden. Die Forderung hat bereits die wichtige Mindestzahl von 50 Unterstützern gefunden. Das heißt: Die Forderung wird von der Stadtverwaltung inhaltlich geprüft und ­– soweit erforderlich – den politischen Gremien zur Entscheidung vorgelegt. Momentan hat die Forderung rund 150 Unterstützer.

Die Ideenplattform war mit der Absicht eingeführt worden, Braunschweigern die Möglichkeit zu geben, sich mit ihren Anliegen direkt an die Politik zu wenden. Die muss dann entscheiden, ob ein Vorschlag umgesetzt wird oder nicht. Zuletzt wurde über die Ideenplattform zum Beispiel der Bau einer Fitness-Insel im Bürgerpark erfolgreich angestoßen.

Neues wird nun für den Bohlweg allerdings nicht gefordert. Schon im Jahr 2017 hatte der Braunschweiger Radfahrer-Verein ADFC bereits für einige Stunden eine Bohlweg-Spur absperren lassen. Im Ideenportal wird nun eine dauerhafte Lösung für die Streckenabschnitt zwischen Dankward- und Stobenstraße gefordert – eine sogenannte „Protected Bike Lane“, eine geschützte Fahrspur nach amerikanischem Muster. Das heißt: Poller sollen dafür sorgen, dass der Radweg nicht zugeparkt wird und Autos nicht auf dem Radweg fahren. In Berlin und Osnabrück gibt es bereits solche Radwege.

Zur Begründung heißt es: Die heutige Nähe von Rad- und Fußweg sorge auf dem Bohlweg für Irrtümer. „Es passiert oft (nicht einmal mit böser Absicht), dass Fußgänger nach dem Überqueren der Straße den Fahrradweg nutzen.“ Der heutige Bohlweg-Radweg solle besser gänzlich von Fußgängern und Gastronomie genutzt werden. Das wäre ein Sicherheitsgewinn.

Zudem: Da die Einfahrt in den Bohlweg hinter der Kreuzung Dankwardstraße/Steinweg bereits auf eine Spur verengt sei, könne man einen Wegfall der Fahrspur verkraften und durch eine Anpassung der Ampelschaltungen entlang des Bohlwegs optimieren. Und: „Man könnte das auch sehr einfach provisorisch als Test für einige Wochen mal einrichten.“

Der Wunsch nach abgetrennten Radwegen wird auch von der Bürgerinitiative „Fahrradstadt Braunschweig“ erhoben. Die Initiative hat deswegen erst vor wenigen Tagen eine Aktion auf der Hagenbrücke unweit des Hagenmarktes durchgeführt: Dort ist der Radweg zurzeit nur rund 60 Zentimeter breit. Zwei Stunden lang hatten Mitglieder der Initiative auf der Straße eine Fahrspur abgesperrt und einen langen grünen Teppich ausgerollt. Das Motto: Freie Fahrt für Radfahrer. Auch dort soll ein geschützter Radweg entstehen, so der Wunsch.

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