Grüner Teppich reserviert Spur für Radfahrer

Braunschweig.  Die Initiative Fahrradstadt und der ADFC Braunschweig zweigten an der Hagenbrücke zwei Stunden einen Fahrstreifen nur für den Radverkehr ab.

Zwei Stunden war am Freitag an der Hagenbrücke ein Fahrstreifen nur für Radler reserviert.

Zwei Stunden war am Freitag an der Hagenbrücke ein Fahrstreifen nur für Radler reserviert.

Foto: Norbert Jonscher

Ein roter Teppich wurde nicht ausgerollt für Braunschweigs Radfahrer. Dafür war’s ein grüner. Die Initiative Fahrradstadt und der ADFC Braunschweig haben am Freitag – mit Erlaubnis der Stadtverwaltung – eine Auto-Fahrspur an der Hagenbrücke für zwei Stunden zur „Geschützten Radspur“ verwandelt.

Den Radfahrern wurde wortwörtlich der „Grüne Teppich“ ausgerollt – zwischen Küchenstraße und Hagenmarkt. Damit konnten sie einmal ausprobieren, wie sich eine Fahrt auf dieser neuen Art von Radweg anfühlt. Autofahrer mussten sich derweil mit nur einer Fahrspur begnügen – bis zum Feierabendverkehr. Denn dann wurde der Grüne Teppich von den Aktivisten wieder eingerollt.

Laut Pressemitteilung wollten beide Gruppen mit dieser Aktion darauf aufmerksam machen, wie rund um den Hagenmarkt der Verkehrsraum neu aufgeteilt werden könnte. „Aktuelle Planungen zur Neugestaltung des Hagenmarktes sehen beispielsweise vor, dass teilweise nur 80 Zentimer breite Radwege an der Hagenbrücke unangetastet bleiben“, heißt es darin.

Fahrradstadt-Aktivist Matthias Leitzke hält das für einen großen Fehler: „Die Stadt Braunschweig hat die für Jahrzehnte einmalige Chance, das Stadtbild hier an diesem historischen Ort erheblich zu verbessern und den Straßenraum für einen stadtverträglichen Mix der Verkehrsmittel optimal nutzbar zu machen.“ Als neuen Qualitätsstandard fordert die Initiative abgetrennte, 2,30 Meter breite Radfahrbahnen auf Straßenhöhe, welche baulich von Kfz-Verkehr und Fußgängern getrennt sind.

Für die Aktivistin Britta Hirschberger sind gerade die „geschützten Radspuren“ die wesentlichste Forderung der Initiative. Da Konflikten mit Kraftfahrzeugen und Fußgängern damit vorgebeugt werde, erhöhten sie beim Radfahren die tatsächliche und die gefühlte Sicherheit gerade für schwächere Verkehrsteilnehmer.

Mit besserer Infrastruktur, die sicheres und entspannteres Radfahren ermöglicht, wollen die Gruppen eigenen Angaben zufolge die Attraktivität des Radverkehrs erhöhen und somit zu effizientem Klimaschutz beitragen. Die Initiative Fahrradstadt ruft Planer und die Stadt dazu auf, beim Hagenmarkt den „großen Wurf für den Radverkehr“ zu wagen und Ausbaumaßnahmen für den Radverkehr nicht nur punktuell, sondern planmäßig in zusammenhängenden Trassenabschnitten anzugehen.

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