BS Energy erhält dritten Partner

Braunschweig.  Die Thüga AG soll Know-how zu Digitalisierung, Kohleausstieg und E-Mobilität einbringen.

Für den Energieversorger BS Energy kam es 2018 zu großen Entscheidungen.

Für den Energieversorger BS Energy kam es 2018 zu großen Entscheidungen.

Foto: Florian Kleinschmidt / BestPixels.de

Für den Energieversorger BS Energy war 2018 ein Jahr der großen Entscheidungen: Zum einen hat das Unternehmen einen weiteren Gesellschafter bekommen, zum anderen steht fest, wie in Braunschweig nach dem Kohleausstieg Wärme und Strom erzeugt werden sollen.

Dritter Gesellschafter ist die Thüga AG mit Hauptsitz in München – ein einzigartiges Unternehmen: Die Thüga hat bundesweit rund 100 Minderheitsbeteiligungen an Stadtwerken und ist damit das größte kommunal ausgerichtete Netzwerk von Energie- und Wasserdienstleistern in Deutschland.

Um den Thüga-Einstieg zu ermöglichen, hat Veolia Anteile verkauft, bleibt aber mit 50,1 Prozent weiterhin Mehrheitsgesellschafter von BS Energy. Die Thüga hat jetzt einen Anteil von 24,8 Prozent, die Stadt liegt unverändert bei 25,1 Prozent. Der Rat der Stadt hatte das Vorhaben im Juni mit breiter Mehrheit befürwortet. Die neue Konstellation soll zweierlei gewährleisten: Einen stärkeren kommunalen Einfluss bei BS Energy sowie ein geringeres Risiko auf dem schwierigen Energiemarkt, weil die Thüga zusätzliches Know-how einbringt, etwa zu Kohleausstieg, Digitalisierung und Elektromobilität. „Wir haben jemanden an unserer Seite, der sich beteiligt, weil er überzeugt ist, dass es ihm mehr einbringt als das, was er für die Anteile bezahlt“, sagt Oberbürgermeister Ulrich Markurth im Juni. Für die Kunden von BS Energy soll das Angebot breiter werden, aber nicht teurer.

Auch Veolia steuert viel bei und bekennt sich damit klar zum Standort Braunschweig: Der französische Konzern stimmt Investitionen von weit mehr als 300 Millionen Euro durch BS Energy zu – unter anderem für den Ausbau des Glasfasernetzes und der Infrastruktur für Elektromobilität, für den Anschluss von Neubaugebieten an das Fernwärmenetz sowie für intelligente Messgeräte. Das größte und teuerste Vorhaben aber ist der Ausstieg aus der Energieerzeugung mit Kohle: Das Kohle-Heizkraftwerk an der Hamburger Straße soll vom Netz gehen. Spätestens ab Ende 2022 sollen ein Altholz-Biomasse-Heizkraftwerk und eine Gasturbine für Wärme und Strom sorgen.

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