Probleme mit 200 Gasheizungen

Braunschweig.   Es fehlen Ersatzteile für die Umstellung auf das neue H-Gas. BS-Netz schreibt die Eigentümer an und bittet um Unterstützung.

Sascha Sander gehört zu den Experten, die im Stadtgebiet unterwegs sind und aufnehmen, welche Gasgeräte in den Haushalten umgerüstet werden müssen.

Sascha Sander gehört zu den Experten, die im Stadtgebiet unterwegs sind und aufnehmen, welche Gasgeräte in den Haushalten umgerüstet werden müssen.

Foto: Jörn Stachura

Schlechte Nachrichten für die Besitzer von 200 Gasheizungen. Sie werden in den nächsten Tagen Post von BS-Netz erhalten. Grund: Es fehlen Ersatzteile, um die Gas-Heizungen auf das neue H-Gas umzustellen.

„Wir brauchen jetzt die Hilfe der Eigentümer“, sagt BS-Netz-Geschäftsführer Klaus Winter. Die Namen der einstigen Installateure werden benötigt, um mit ihnen in Kontakt zu treten. Denn eigentlich werden Gasheizungen mit allen Teilen ausgeliefert, um sie mit dem bisherigen L-Gas und auch mit dem neuen H-Gas zu betreiben. Möglich sei, dass bei den Installateuren noch die benötigten Ersatzteile liegen: „Falls nicht, müssen neue Heizungen angeschafft werden.“

Anlass der Umstellung ist, dass die L-Gas-Vorräte in den Niederlanden und Norddeutschland nahezu erschöpft sind und darum die Umstellung auf H-Gas aus Russland erfolgen muss. Alle Geräte Norddeutschlands bis in die Region von Frankfurt werden umgestellt.

Doch die Gasumstellung heißt auch, dass alle Gasgeräte umgebaut werden müssen. Gerwin Wagner, Abteilungsleiter BS-Netz: „Geschieht das nicht, gibt es keine optimale Verbrennung und es entsteht viel Kohlenmonoxid.“

Zurzeit wird untersucht, welche Gasgeräte sich in Braunschweigs Haushalten befinden. Im zweiten Schritt werden die Gasgeräte kostenlos auf die neue Gassorte umgestellt.

In der Praxis kommt das freilich einer Herkulesaufgabe gleich. Denn etwa 52 000 Haushalte im Stadtgebiet nutzen Gas. „Bislang waren wir in 28 000 Haushalten und haben 34 000 Gasgeräte katalogisiert. Das älteste Gerät war 62 Jahre alt“, erzählt Projektleiterin Pia Dubray.

Mehr als 20 Techniker sind unterwegs und suchen wöchentlich bis zu 1200 Gaskunden auf. Problemlos funktioniere das nicht. Die Kunden werden zwar vorher angeschrieben. „Aber selbst in den Gebieten, wo wir schon waren, haben wir erst maximal 98 Prozent aller Kunden erreicht. Wir müssen noch viel nacharbeiten“, so die Projektleiterin. Vorgesehen ist, dass die Phase der Erfassung im Frühjahr des Jahres 2019 abgeschlossen ist.

Die ersten Gasgeräte sollen bereits ab Januar 2019 umgestellt werden. Vorgesehen ist das in Timmerlah, Broitzem, Stiddien, Geitelde und dem Neubaugebiet von Lamme. Dort soll im März 2019 erstmals H-Gas genutzt werden können. In ganz Braunschweig soll das im Herbst 2021 der Fall sein.

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