Geplatzte Party: Keiner will schuld sein

Wolfsburg  Congress-Park und Veranstalter sehen die Verantwortung für die offenbar misslungenen Einlasskontrollen jeweils beim anderen.

Auf dem Vorplatz des Congress-Parks waren am Sonntag die Spuren der Nacht deutlich zu sehen.

Foto: regios24/Helge Landmann

Auf dem Vorplatz des Congress-Parks waren am Sonntag die Spuren der Nacht deutlich zu sehen. Foto: regios24/Helge Landmann

Nachdem die „Venga Venga“-Party am Samstag wegen Feueralarms geplatzt ist, bemühen sich Veranstalter „Fun&Bass“ und Congress-Park nun um Klärung. Rainer Steinkamp, Geschäftsführer des Congress-Parks, bedauerte in einer Pressemitteilung die Ereignisse der Nacht auf Sonntag: Man habe sich gegen 23.30 Uhr gezwungen gesehen, einen Einlassstopp auszusprechen, da mit 3000 Besuchern die Kapazitätsgrenze des Congress-Parks erreicht worden sei.

Wie berichtet, verschafften sich wohl auch Besucher ohne Tickets Zugang zum Congress-Park. Hunderte Besucher mit bereits bezahlten Vorverkaufskarten wurden daraufhin am Einlass abgewiesen. „Diese wartenden Gäste haben als Reaktion auf den Einlassstopp ebenfalls versucht, sich Zugang zum Haus zu verschaffen“, heißt es. Schon zuvor habe „die vom Veranstalter (...) durchgeführte Einlasskontrolle“ zu Verzögerungen geführt.

Der wiederum wies gestern in einer Stellungnahme die Verantwortung für die chaotischen Zustände von sich: Laut Vertrag sei der Congress-Park für den Einlass und die Garderobe zuständig gewesen, auch die Evakuierung habe das Personal des Congress-Parks zu verantworten. „Somit liegt auch (...) das dazugehörige Sicherheits- und Einlasskonzept in den Händen des Hauses.“

Laut „Fun&Bass“ hätte die Leitung des Congress-Parks den Einlass besser regeln sollen – und einen Raucherbereich einrichten sollen. Es sei „für uns unverständlich, warum man nicht mehrere Eingangsschleusen geplant hat und warum der Raucherbereich nicht, wie wohl üblich, an einem Seitenausgang errichtet wurde. Um Verbesserung dieser Situation wurde von uns bereits wenige Minuten nach Einlass gebeten. Dies wurde leider nicht umgesetzt!“

Dass überhaupt gegen 1.50 Uhr der Feueralarm ausgelöst wurde, lag an unerlaubt rauchenden Besuchern, teilt die Geschäftsführung des Congress-Parks mit.

Heftige Diskussionen gab es auch über die Situation an der Garderobe während der Evakuierung. Dass die Mitarbeiter keine Jacken herausgeben durften, bestätigt Dagmar Marcks-Lübberink vom Veranstaltungsmanagement des Congress-Parks. In der offiziellen Mitteilung heißt es dazu: „Leider kam es im Garderobenbereich zu einer unkontrollierten Situation, da viele Gäste auf ein sofortiges Herausgeben ihrer Garderobe bestanden. Da den Gästen die Ausgabe zu langsam erschien, haben einige Personen selbstständig die Bekleidung von den Garderobenhaken genommen. Hierbei wurden die Garderoben-Damen äußerst aggressiv verbal angegangen und auch körperlich attackiert.“ Wer seine Jacke vermisst, kann sich per Mail an

congresspark@stadt.wolfsburg.de melden.

Währenddessen wendeten sich gestern weiterhin viele Besucher der geplatzten Party an unsere Zeitung. Die Notausgänge seien während der Evakuierung abgesperrt gewesen, behauptet eine Nutzerin auf Facebook, mehrere Nutzer stimmen ihr zu. „Das war definitiv nicht der Fall“, stellt Marcks-Lübberink klar: „Die Gäste haben zu jeder Zeit die Möglichkeit, die Notausgänge zu nutzen.“ Es gebe regelmäßige städtische Prüfungen des Sicherheitskonzepts.

Ob die Besucher der Party nun ihr Geld zurückbekommen, steht noch nicht fest: „Wenn es nach uns geht, würden wir gern die Veranstaltung wiederholen“, teilt Peter Beier von „Fun&Bass“ mit.

KOMMENTAR

Zirkus statt Party

Niemand kam am Wochenende im Congress-Park zu Schaden, betonte Aufsichtsratsvorsitzender Günther Lach. Aber das scheint reines Glück gewesen zu sein, traut man den Berichten der Besucher.

Klar, wenn 3000 Menschen gleichzeitig aus einem Gebäude strömen, geht es chaotisch zu, vor allem, wenn Alkohol im Spiel ist. Ausbaden mussten das vor allem die Mitarbeiter an den Garderoben, die völlig überfordert waren.

Die Berichte der Gäste lassen auf eines schließen: Es war zu wenig Personal vor Ort, und es gab keine klaren Ansagen. Weder Veranstalter noch Congress-Park wollen das einräumen. Schluss mit diesem Zirkus! Solche Dinge stehen doch schwarz auf weiß im Vertrag: Es wird Zeit, dass der Verantwortliche seinen Fehler bekennt – und die Gäste ihr Geld zurückbekommen.

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