Mehr als 20 Huren bieten in Wohnungen Sex

Ortsbürgermeister Roth: Es ist fünf vor zwölf – Viele im Handwerkerviertel

Rund um die Schlosserstraße bieten Huren ihre Dienste an.    

Foto: Helmke

Rund um die Schlosserstraße bieten Huren ihre Dienste an.     Foto: Helmke

WOLFSBURG. Wohnungsprostitution bleibt in Wolfsburg ein heißes Eisen. Zurzeit versucht die Verwaltung zu verhindern, dass sich im Schlosserhof Prostituierte ansiedeln.

Gestern empfahl auch der Ortsrat Stadtmitte die gewünschte Veränderungssperre. Mit ihr ließe sich verhindern, dass zwei weitere Wohnungen für das horizontale Gewerbe genutzt werden. Entsprechende Anträge liegen seit geraumer Zeit vor.

Ortsbürgermeister Frank Roth ist die Situation im Handwerkerviertel bekannt. "Nach Aussagen der Anwohner konzentriert sich das da", sagt er. Dies lasse sich auch anhand der in einschlägigen Inseraten angegebenen Telefonnummern nachvollziehen. Roth: "Es ist fünf vor zwölf. Die Stadt sollte sich Gedanken machen, weil auch die Unternehmer leiden." Roth würde sich wünschen, dass Prostitution nicht ausgerechnet in der Stadtmitte, sondern in den Randgebieten stattfindet.

Das ist nach Angaben von Polizeisprecher Sven-Marco Claus nicht der Fall. Seines Wissens bieten im gesamten Stadtgebiet mehr als 20 Frauen in Privatwohnungen ihre Dienste an – und zwar vornehmlich in der Seilerstraße, in der Schulenburgallee, am Hansaplatz und am Rabenberg. Regelmäßig schauen Polizisten vorbei, um sicherzugehen, dass die Frauen nicht zur Prostitution gezwungen werden, und um sie vor den Risiken zu warnen. Denn in einer Privatwohnung laufen sie laut Claus eher Gefahr, Opfer von Gewalttaten zu werden, als dies in Bordellen der Fall wäre.

Nach Angaben von Ordnungsamtsleiter Friedhelm Peter haben sich die Konflikte mit Anwohnern seit dem vergangenen Jahr beruhigt. "In den letzten Wochen hatten wir keine Proteste mehr", sagt Peter. Er betont, dass Prostitution im Gegensatz zu Zuhälterei nicht verboten ist. Im übrigen lasse sich das Handwerkerviertel trotz gewisser negativer Entwicklungen noch lange nicht mit einem herunter gekommenen Bahnhofsviertel samt Kriminalitätsproblem vergleichen.

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