VfL-Stürmer Bas Dost: Ich habe noch nie so hart trainiert
Wolfsburg Die ersten Tage im Trainingslager waren hart für VfL-Neuzugang Bas Dost. Der Stürmer offenbarte konditionelle Schwächen. Dennoch ist er optimistisch.
Nach dem Abgang von Mario Mandzukic ruhen die Hoffnungen der VfL-Fans auf Bas Dost. Im Interview mit unserem Redakteur Thorsten Grunow spricht der neue Stürmer des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten über das Training bei Felix Magath, seine Idole und die niederländische Nationalmannschaft.
Herr Dost, vor zehn Tagen startete der VfL in die Vorbereitung. Wie fühlen Sie sich?
Ich bin ein bisschen müde, aber das ist normal zu diesem Zeitpunkt. Ich muss mich erst an die Belastung gewöhnen. Die erste Woche war sehr hart, aber jetzt komme ich ganz gut klar.
Hat Sie die Trainingsintensität überrascht?
Ich habe vor meinem Wechsel mit Trainer Felix Magath gesprochen und wusste, was auf mich zukommt. Aber das hatte ich dann doch nicht erwartet. So hart habe ich noch nie trainiert. Wann immer ich ein bisschen freie Zeit habe, versuche ich, etwas zu schlafen. Aber ich fühle jetzt, dass ich stärker werde.
Hat es Ihnen den Start in Wolfsburg erleichtert, dass mit Co-Trainer Andries Jonker ein Landsmann an ihrer Seite ist?
Als ich beim VfL unterschrieben hatte, wusste ich ja noch nicht, dass er hierher kommt. Aber es war in den ersten Tagen sehr gut, weil er mir sagen konnte, was der Trainer von mir verlangt. Das war sehr gut für mich.
Wie ist Ihr erster Eindruck vom VfL?
Sehr gut. Hier ist alles viel größer als in den Niederlanden. Alleine schon das Stadion und die Umkleidekabinen sind beeindruckend. Wir haben zwar noch nicht so viel mit dem Ball trainiert, aber ich denke, dass wir hier ein tolles Team mit tollen Spielern haben, und es eine gute Saison werden kann.
In den Niederlanden trafen Sie in 34 Partien 32-mal. Welche Ziele haben Sie sich für den VfL gesteckt?
Ich spreche nicht über eine Tormarke. Aber klar ist, dass ich spielen will, dafür bin ich hergekommen. Vielleicht werde ich mich zu Beginn etwas gedulden müssen, aber ich will mich in Wolfsburg und der Bundesliga durchsetzen und Tore schießen. Jetzt liegt es an mir zu zeigen, was ich kann.
Bevor Sie in Wolfsburg unterschrieben haben, sollen Sie sich erst noch die Stadt angeschaut haben.
Das stimmt. Ich hatte zuerst mit Felix Magath ein Gespräch, wo wir uns relativ schnell einig wurden. Aber vor der Unterschrift wollte ich mir das Stadion und die Stadt anschauen. Deshalb bin ich mit einem Freund nach Wolfsburg gefahren. Es hat mir gefallen, jetzt freue ich mich auf die Bundesliga.
Wie gut kennen Sie denn die Liga?
Ich habe die Bundesliga mein ganzes Leben lang verfolgt, kenne also die Art, wie hier Fußball gespielt wird. Die Deutschen sind ja für ihre Mentalität bekannt, die man auch jetzt hier im Training sieht. Keiner jammert rum, jeder macht, was er zu tun hat. Es ist wesentlich härter als in Holland.
Beim VfL tragen Sie die Nummer12. Ist das Ihre Wunschnummer?
Ja, denn mit dieser Nummer habe ich schon in Heerenveen und Heracles Almelo gespielt. Ich mag sie einfach.
Der VfL spielt normalerweise mit zwei Stürmern. Kommt Ihnen das System entgegen?
Ich habe keine bevorzugte Taktik, aber in Holland haben wir im 4-3-3-System gespielt. Ich mag es, wenn über die Flügel gespielt wird. Das kommt mir entgegen, denn ich habe meine Stärken im Strafraum. Dafür brauche ich Anspiele von außen.
Klappt es auch in Deutschland mit dem Toreschießen, könnte dann auch die niederländische Nationalelf ein Thema werden?
Natürlich ist die Nationalmannschaft das größte Ziel. Vor vier Jahren hätte ich nicht gedacht, jemals für Wolfsburg zu spielen. Jetzt bin ich hier, deshalb ist es auch mein Ziel, für die Elftal zu spielen.
Wer waren Ihre Idole?
Zlatan Ibrahimovic war früher mein absoluter Lieblingsspieler. Er war der perfekte Stürmer. Als er bei Ajax Amsterdam gespielt hat, hatte kein anderer eine solche Technik wie er, er war der Beste. Meine niederländischen Idole waren Ruud van Nistelrooy und Klaas-Jan Huntelaar, weil sie immer am richtigen Platz standen und ihre Tore gemacht haben.


